Unter dem Titel Antike griechische Theater wurde im Jahr 2014 eine Auswahl von 15 Theatern der griechischen Antike von Griechenland in seine Tentativliste für das UNESCO-Welterbe eingetragen.

Liste der Theater OrtRegionRegionalbezirkTheaterBauzeit BesonderheitenBildAthenAttikaAthen-ZentrumDionysostheaterum 325 v. Chr.Direktion Landesarchäologie Mainz, Theatrum: ATHEN, Dionysos-TheaterTheater für 14.000–17.000 Zuschauer. 62/61 v. Chr. Zufügung der römischen scaenae frons.zentriert|150pxOroposAttikaOstattikaTheater des Amphiareion3. Jh. v. Chr.Direktion Landesarchäologie Mainz, Theatrum: OROPOS, Amphiaraos-HeiligtumZum Heiligtum des Heilgottes Amphiaraos gehöriges Theater. Die erhöhte Bühne (logeion) war für neuere Schauspiele geeignet, die ohne Chor auskamen und die Einzelrolle des Schauspielers stärker betonten.zentriert|150pxEpidaurosPeloponnesArgolisTheater von Epidaurosfrühes 3. Jh. v. Chr.Direktion Landesarchäologie Mainz, Theatrum: Epidauros, TheaterTheater für 12.000–12.500 Zuschauer. Nach Pausanias bereits zur Zeit des Architekten Polyklet des Jüngeren (365/60 v. Chr.) erbaut.zentriert|150pxMegalopoliPeloponnesArkadienTheater von Megalopolis4. Jh. v. Chr.Direktion Landesarchäologie Mainz, Theatrum: MEGALOPOLISTheater für 17.000–21.000 Zuschauer. Laut Pausanias das größte Theater in Griechenland. Wegen seiner Größe auch Tagungsort der Bundesversammlung der Arkader.zentriert|150pxArgosPeloponnesArgolisTheater von Argosum 300 v. Chr.Direktion Landesarchäologie Mainz, Theatrum: ARGOS, grosses TheaterTheater für 20.000 Zuschauer, erwähnt bei Pausanias. Umbau zur Zeit Kaiser Hadrians; in der Spätantike wurde die Orchestra für Naumachien und Wasserspiele hergerichtet.zentriert|150pxDelphiMittelgriechenlandFokidaTheater von Delphium 250 v. Chr.Direktion Landesarchäologie Mainz, Theatrum: DELPHI, Apollon-HeiligtumFertigstellung nach 160 v. Chr. unter Eumenes II., Inschrift auf einem Pfeilerdenkmal. Erwähnt bei Pausanias: „sehr sehenswertes Theater.“ An der östlichen Umfassungsmauer zahlreiche Inschriften über Sklavenfreilassungen.zentriert|150pxEretriaMittelgriechenlandEuböaTheater von Eretria4. Jh. v. Chr.Direktion Landesarchäologie Mainz, Theatrum: ERETRIA, EuböaDie erste Bauphase ist nur in Resten des Bühnengebäudes erhalten, aus der 2. Bauphase (3. Jh.) stammt die Eintiefung der Cavea in den Hang. Eine Besonderheit sind die Gleise einer Rollbühne (Ekkyklema).zentriert|150pxLarisaThessalienLarisaTheater von Larissa Ispätes 3. Jh. v. Chr.Direktion Landesarchäologie Mainz, Theatrum: Larissa, erstes TheaterNach Entfernung der Überbauung ist dieses ältere Theater von Larissa wieder gut sichtbar.zentriert|150pxDelosSüdliche ÄgäisMykonosTheater von Delosvor 246 v. Chr.Direktion Landesarchäologie Mainz, Theatrum: DELOS, Städtisches TheaterTheater für 5.500 Zuschauer. Bühnengebäude als rechteckige, von Pfeilern getragene Halle.zentriert|150pxMilosSüdliche ÄgäisMilosTheater von MelosHellenistisches Theater, in römischer Zeit umgebaut, bis zu acht marmorne Sitzreihen noch vorhanden. Sitzplatzinschriften, u. a. für die „Hymnensänger“.Direktion Landesarchäologie Mainz, Theatrum: MELOSzentriert|150pxLindosSüdliche ÄgäisRhodosTheater von LindosHellenistisches Theater, erhalten sind die in den Fels geschnittenen Sitzstufen.Direktion Landesarchäologie Mainz, Theatrum: LINDOSzentriert|150pxIniadesWestgriechenlandÄtolien-AkarnanienTheater von OeniadaiHellenistisches Theater mit in den Fels gemeißelten Sitzbänken, teils mit Namensinschriften.Direktion Landesarchäologie Mainz, Theatrum: OINIADAI DodonaEpirusIoanninaTheater von Dodona3. Jh. v. Chr.Direktion Landesarchäologie Mainz, Theatrum: DODONA (Epirus) ZeusheiligtumTheater für 14.000–18.000 Zuschauer. Eines der frühesten Beispiele für eine erhöhte Bühne mit Türöffnungen (thyromata). In der römischen Kaiserzeit zur Arena umgebaut.zentriert|150pxApteraKretaChaniaTheater von ApteraWahrscheinlich hellenistisches Theater aus Quadermauerwerk, Ergänzungen mit Ziegeln. Das Theater war mit einem Tempel verbunden.Direktion Landesarchäologie Mainz, Theatrum: APTERA, Palaiokastrozentriert|150pxMaroniaOstmakedonien und ThrakienRodopiTheater von MaroniaUntere 3 Sitzreihen erhalten. Umbau der Orchestra in der Kaiserzeit in eine Kolymbethra oder Arena.Direktion Landesarchäologie Mainz, Theatrum: MARONEIAzentriert|150px

Begründung der herausragenden universellen Bedeutung

Das Theater war eine besondere Leistung der antiken griechischen Kultur. Es wurde von der klassischen über die hellenistische bis in die römische Zeit architektonisch an wechselnde Anforderungen angepasst, entsprechend der sich entwickelnden Dramenliteratur.

Zur Begründung der herausragenden universellen Bedeutung der antiken griechische Theater gemäß den Kriterien für das UNESCO-Welterbe wird angeführt: Die antiken Theater sind funktionale Bauten, sie sind die ersten Beispiele eines Architekturtyps, der bis heute besteht (Kriterium i). Theater wurden schon von Pausanias als Inbegriff der griechischen Zivilisation betrachtet (Kriterium ii). Die Sitzordnung im Theater spiegelt die gesellschaftliche Ordnung und kann insofern als sichtbarer Ausdruck der Demokratie gelten (Kriterium iii). Theater sind in Hinsicht auf ihre Akustik technische Meisterwerke (Kriterium iv). Sie machen optimalen Gebrauch von den natürlichen Gegebenheiten, wie die Lage an einem Hang (Kriterium v). In solchen Theatern wurden die Werke von Aischylos, Sophokles, Euripides und Aristophanes erstmals aufgeführt, die bis heute gespielt werden (Kriterium vi).

Weblinks UNESCO World Heritage Center, Tentative Lists: Ancient Greek Theatres

Einzelnachweise

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