Haasla, ein Gemeindeteil der ehemaligen oberpfälzischen Gemeinde Nainhof-Hohenfels, ist eine Wüstung im Truppenübungsplatz Hohenfels in Bayern.

Geographische Lage Der Weiler lag im Oberpfälzer Jura der Fränkischen Alb ca. 450 m über NHN ca. 1,2 km nördlich des Tales des Forellenbaches, der in östlicher Richtung der Vils zufließt, und ca. 600 m westlich des Hauntales.

Geschichte In einem Zinsbuch für die bayerische Herrschaft Hohenfels von 1400/10 erscheint der Ort als „Haslach“, bestehend aus einem Hof und einigen Sölden. Das um 1500 angelegte Zinsbuch weist 9 Anwesen aus. 1622 sind hier 12 Mannschaften zinspflichtig.Jehle, S. 299 Bei diesen 12 Anwesen blieb es bis zum Ende des Alten Reiches.Jehle, S. 488

Im Königreich Bayern wurde um 1810 der Steuerdistrikt Markstetten gebildet und 1811 zum Landgericht Parsberg (später Landkreis Parsberg) gegeben. Zu diesem gehörten die drei Dörfer Markstetten, Affenricht und Haasla, der Weiler Kleinmittersdorf und die Einöden Ammelacker, Ammelhof, Höfla, Friesmühle, Baumühle, Lauf, Schönheim und Unterwahrberg.Jehle, S. 534

Mit dem zweiten bayerischen Gemeindeedikt von 1818 wurde die Ruralgemeinde Haasla gebildet, bestehend aus dem Dorf Haasla, dem Weiler Lauf und den Einöden Höfla und Blechmühle.Jehle, S. 542 Sie wurde 1830 mit der ebenfalls 1818 entstandenen Gemeinde Markstetten vereinigt.Jehle, S. 553 f.

Als am 29. Juni 1944 die Bildung des Heeresgutsbezirks Hohenfels im Landkreis Parsberg mit Wirkung vom 1. Oktober 1944 bekanntgegeben wurde, waren auch der Weiler Haasla und die Einöde Höfla davon betroffen; die Ablösung und Räumung durch die Reichsumsiedlungsgesellschaft hatte schon 1938 begonnen.Jehle, S. 517 f. Der Heeresgutsbezirk wurde infolge einer Entschließung Bayerns vom 14. Dezember 1949 aufgelöst und das Gebiet neu besiedelt, wozu provisorisch die Gemeinde Nainhof-Hohenfels gebildet wurde, zu der auch der wiederbesiedelte Weiler Haasla gehörte. Diese Gemeinde wurde 1951 geräumt und aufgelöst, als ein neuer Truppenübungsplatz für die US- und NATO-Truppen errichtet wurde.Jehle, S. 519, 554 In diesem wurde Haasla zur Wüstung.

Haasla umfasste 1500: 9 AnwesenJehle, S. 299 1622: 12 „Mannschaften“Jehle, S. 299 1838: 89 Einwohner, 15 HäuserJoseph Lipf (Bearbeiter): Matrikel des Bisthums Regensburg. Regensburg 1838, S. 294 1867: 89 Einwohner, 35 GebäudeJoseph Heyberger: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon, München 1867, Sp. 796 1871: 78 Einwohner, 24 Gebäude; Großviehbestand 1873: 5 Pferde, 89 Stück Rindvieh 1900: 79 Einwohner, 13 Wohngebäude 1925: 95 Einwohner, 10 Wohngebäude 1950: 62 Einwohner, 8 Wohngebäude

Kirchliche Verhältnisse Der Weiler gehörte zur katholischen Pfarrei St. Ulrich in Hohenfels im Bistum Regensburg.Jehle, S. 288 Dorthin gingen die Kinder auch zur Schule.

Literatur Manfred Jehle: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 51: Parsberg, München 1981

Einzelnachweise

Kategorie:Wüstung im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Kategorie:Geographie (Hohenfels, Oberpfalz)