Manfred Scheer (* 26. Juni 1955 in Jüterbog) ist ein deutscher Chemiker und pensionierter Hochschullehrer der Universität Regensburg. Scheer ist außerdem Träger der Ehrendoktorwürde der Staatlichen Universität Sankt Petersburg sowie Ehrenprofessor der Nanjing Tech University und der Xinjiang University.
Werdegang Manfred Scheer wurde im Juni 1955 in Jüterbog geboren. Sein Diplomstudium der Chemie absolvierte Scheer von 1975 bis 1980 an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Anschließend promovierte er im Jahr 1983 bei Alfred Tzschach und Klaus Jurkschat zum Thema Zur Synthese, Struktur und Reaktivität von intramolekular basenstabilisierten Zinn(II)-Verbindungen.
Nach einem Zwischenstopp in den Jahren 1985 bis 1986 als Postdoktorand am Institut für Anorganische Chemie der Russischen Akademie der Wissenschaften in Nowosibirsk bei Vladimir E. Fedorov folgte von 1990 bis 1991 ein Aufenthalt als Gastwissenschaftler am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr bei Günther Wilke, der durch ein DAAD-Stipendium gefördert wurde. Forschungsschwerpunkt war dort der Einsatz von Phosphorliganden in der Katalyse. Im Jahr 1992 habilitierte sich Scheer schließlich an der Universität Halle-Wittenberg zum Thema Auf- und Abbau von P4-Struktureinheiten. Daraufhin folgte von 1992 bis 1993 ein Aufenthalt als Gastprofessor am Department of Chemistry der Indiana University Bloomington bei Malcolm Chisholm, gefördert durch ein Feodor-Lynen-Forschungsstipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung.
Im Jahr 1993 erhielt Scheer ein Stipendium im Rahmen des Heisenberg-Programmes der Deutschen Forschungsgemeinschaft am Institut für Anorganische Chemie der Universität Karlsruhe (TH), bis er 1996 seinen Ruf als C3-Professor an das Institut für Anorganische Chemie der Universität Karlsruhe (TH) erhielt. Von 2004 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2023 war Scheer C4-Professor für Anorganische Chemie der Universität Regensburg. Zudem war er von 2005 bis 2010 Professor in Personalunion an der Nanjing Tech University sowie in den Jahren 2007 bis 2010 Gastprofessor der Anhui University of Technology in Ma'anshan.
Funktionen und Ehrungen Scheer ist seit 2006 Mitglied im Editorial Advisory Board „Phosphorus, Sulfur and Silicon and the Related Elements“ sowie seit 2009 Mitglied des International Advisory Board des International Symposium on Inorganic Ring Systems (IRIS). Er ist Mitherausgeber von Chemical Communications, Mitglied des Editorial Advisory Boards von Inorganic Chemistry Frontiers (RSC-CCS Journal), Mitglied der Auswahlkommission für den Adolf-Stock-Gedächtnispreis und den Wilhelm-Klemm-Preis der Gesellschaft Deutscher Chemiker und Mitglied des Editorial Advisory Boards von Zeitschrift für Anorganische und Allgemeine Chemie. Von 2019 bis 2022 war er außerdem stellvertredener Vorsitzender der Fachgruppe Phosphorchemie der Gesellschaft Deutscher Chemiker. Zwischen 2019 und 2021 war er Mitglied des Sentats der Universität Regensburg.
Des Weiteren ist er Träger der Ehrendoktorwürde der Staatlichen Universität Sankt Petersburg, Neil Bartlett Memorial Lecturer der University of California, Berkeley sowie ordentliches Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina e. V. – Nationale Akademie der Wissenschaften. Im Jahr 2017 erhielt er den Internationalen Arbuzov-Preis auf dem Gebiet der Organophosphor-Chemie, verliehen durch den Präsidenten der Republik Tatarstan, Russland. Außerdem ist er seit 2016 ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. 2021 wurde er für seine Forschungen zur Hauptgruppen- und metallorganischen Chemie mit der RSC/GDCh Alexander Todd-Hans Krebs Lectureship in Chemical Sciences der Royal Society of Chemistry ausgezeichnet. 2025 erhielt er eine Ehrenprofessur der Nanjing Tech University, im Folgejahr selbige von der Xinjiang University. Scheer leitete ab 1994 zahlreiche Projekte, die teilweise durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördert wurden.
Forschung Der Schwerpunkt der Forschung Scheers liegt auf der Koordinations- und supramolekularen Chemie unsubstituierter Hauptgruppenelemente als Liganden, insbesondere von Polypnictogen-Ligandkomplexen. Weitere Forschungsgebiete umfassen hochreaktive Verbindungen mit Übergangsmetall-Element-Mehrfachbindungen, gemischte Hauptgruppenelementverbindungen für funktionelle Materialien sowie molekulare Vorstufen für metastabile Feststoffe und Nanomaterialien.
Publikationen (Auswahl)
Weblinks Manfred Scheer an der Fakultät für Chemie und Pharmazie der Universität Regensburg
Einzelnachweise
Kategorie:Chemiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Chemiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Regensburg) Kategorie:Ehrendoktor der Staatlichen Universität Sankt Petersburg Kategorie:Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Mitglied der Leopoldina (21. Jahrhundert) Kategorie:Absolvent der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1955 Kategorie:Mann Kategorie:Hochschullehrer (Karlsruher Institut für Technologie) Kategorie:Ehrenprofessor einer Hochschule in der Volksrepublik China