mini|Franz Kappenberg Franz Kappenberg (* 1946) ist ein deutscher Gymnasiallehrer, der als „Pionier der elektronischen Messwerterfassung im Chemieunterricht“ gilt.

Leben und Wirken Seit 1966 absolvierte Kappenberg ein Studium der Chemie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Nach dem Diplom war er als Assistent in der Organischen Chemie tätig und promovierte 1977 bei Wilhelm Flitsch über Substituenten- und Heteroatomeinflüsse in nichtalternierenden π-Systemen.W. Flitsch, F. Kappenberg, H. Schmitt: N‐Brückenkopfbicyclische π‐Systeme: Derivate des Pyrrolizins und 3a‐Azaazulens (Pyrrolo [1, 2‐a] azepins). Chemische Berichte 111(6) (1978), S. 2407–2422. Nach dem Referendariat für das Fach Chemie am Gymnasium St. Mauritz in Münster war er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2011 Lehrer für Chemie am Gymnasium Wolbeck mit weiteren unterrichtlichen Tätigkeiten in Mathematik, Physik und Informatik.

Die Leistung von Kappenberg besteht darin, in Deutschland in den Chemieunterricht den Computer eingeführt zu haben. Diese Digitalisierung des Chemieunterrichts betrieb er besonders zu Beginn gegen die vorherrschende Lehrmeinung. Er entwickelte kostenfreie Software für alle Bereiche der Schulchemie, wobei aber das Experiment im Fokus blieb. Für die Akzeptanz der Digitalisierung verbesserte er gemeinsam mit Schülern entsprechende Apps, Schnittstellen und zugehöriges Begleitmaterial ständig und passte sie an die Neuentwicklungen der Computerwelt an.

Seit 1985 war er in der Leitung des 1979 in Stuttgart am Chemischen Institut Dr. Flad vom damaligen Juniorchef Wolfgang Flad gegründeten „Arbeitskreis Computer im Chemieunterricht“, seit 1992 als „Arbeitskreis Kappenberg“ (AK). Der Verbreitung dienten inzwischen über 600 Chemielehrerfortbildungen im deutschsprachigen Raum.

Arbeiten zur Digitalisierung des Chemieunterrichts 1980 übernahm Kappenberg im AK das Sammeln und Editieren der Computerprogramme. Lehrer konnten diese kostenlos von einer Mailbox per Akustikkoppler laden oder auf Disketten und später auf CD beziehen. Kappenberg veröffentlichte in einer Sonderausgabe von CLB-Memory einen Test von computertauglichen Messgeräten für den Chemieunterricht. Mit den Schülern (und für diese) wurden einfache LowCostExperimente, z. B. auf der Basis von Medizintechnik, ersonnen und erprobt.

Zentrale Entwicklungen: App-Sammlungen für HTML5 und verschiedene Betriebssysteme wie iOS oder Android und Teacher’s Helper: AK MiniLabor, ein universelles Chemiemessgerät (ohne Schalter und Knöpfe) All-Chem-Misst II, wissenschaftliche Untersuchungen in der Schule mit dem modularen Gaschromatograph und Übungen, Test und Messwerte für Alle mit dem WLAN-basierten Teacher’s Helper.

Auszeichnungen 1990 Manfred und Wolfgang Flad-Preis (Fachgruppe Chemieunterricht der Gesellschaft Deutscher Chemiker (FGCU))Homepage des Manfred und Wolfgang Flad-Preises, abgerufen am 4. Juni 2020. 1998 Kapitän auf großer Vortragfahrt (MNU-BHV)Liste der Träger der Kapitänsmütze, abgerufen am 4. Juni 2020. 2002 Friedrich-Wöhler-Preis des Deutschen Vereins zur Förderung des mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterrichts (MNU) 2013 Friedrich-Stromeyer-Preis der Fachgruppe Chemieunterricht der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh)Fachgruppe Chemieunterricht der Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V. Friedrich-Stromeyer-Preis (02.12.1981) S. 1, gdch.de 2018 Heinrich-Roessler-Preis der Fachgruppe Chemieunterricht der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh)Andreas Hasenkamp: Ehemaliger Lehrer erneut ausgezeichnet: Alles dreht sich um Chemie, wn.de, 28. September 2018. 2021 Bundesverdienstkreuz am BandeBundesverdienstkreuz für Franz Kappenberg: Pionier des digitalen Unterrichts, Westfälische Nachrichten, 8. Juni 2021. 2023 Ehrenmitglied der Fachgruppe Chemieunterricht der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh).Aus der Fachgruppe CHEMKON, Band 30, Nr. 7, Oktober 2023, S. 317. Abgerufen am 29. Dezember 2023.Michael Grottendieck: Dr. Franz Kappenberg macht die Chemie digital in wn.de 8. September 2023. Abgerufen am 29. Dezember 2023.Michael Grottendieck: Er macht die Chemie digital in wn.de 8. September 2023. Abgerufen am 29. Dezember 2023.

Schriften 1977: Substituenten- und Heteroatomeinflüsse in nichtalternierenden π-Systemen [Pi-Systemen], Dissertation Uni Münster 1983: Programmkatalog Computer im Chemieunterricht Verlag Dr. Flad, Stuttgart, ISBN 3-88307-022-X. 1988: Programmkatalog Computerprogramme, Meßmodulsystem, Arbeitsmaterialien Verlag Dr. Flad, Stuttgart, ISBN 3-88307-025-4. 1994: Materialien für den Chemieunterricht, Band 1, Hardware und Programme, Band 2, Analytik, Band 3 Spektroskopie, Eigenverlag, Münster (Anmerkung: Alle Materialien stehen seit 2002 kostenlos zum Download in der Datenbank des AK zur Verfügung). 1995: 2014:

Weblinks 35 Jahre Computer im Chemieunterricht Homepage AK Kappenberg

Einzelnachweise

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