Creez ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Hummeltal im Landkreis Bayreuth (Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Creez liegt teils auf dem Gemeindegebiet von Hummeltal, teils auf dem Gemeindegebiet von Mistelgau. Sie hat eine Fläche von 8,328 km² und ist in 1286 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 6475,78 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Bärnreuth, Eichen, Gubitzmoos, Hohenreuth, Hundshof, Laimen, Lenz, Moosing, Neß, Obere Culm, Rosengarten, Röthelbach, Schobertsberg, Schobertsreuth, Schützenmühle, Untere Culm und Voitsreuth.

Geografie Das Dorf Creez bildet mit Pettendorf und Pittersdorf im Norden eine geschlossene Siedlung. In Süd-Nord-Richtung fließt die Mistel. Das Hohenreuthbächlein mündet in Creez als linker Zufluss und der Röthelbach als rechter Zufluss in die Mistel. In Richtung Westen steigt das Gelände zum Deutes () an, einer Anhöhe, die zu den Ausläufern der Fränkischen Schweiz zählt. Creez ist von Acker- und Grünland umgeben.

Die von Pettendorf kommende Staatsstraße 2163 durchquert den Ort und führt weiter nach Bärnreuth (1,3 km südwestlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Gubitzmoos (1,5 km westlich). Anliegerwege führen nach Röthelbach (0,3 km südöstlich) bzw. zur Schützenmühle (0,5 km südlich).

Geschichte Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Creez 18 Anwesen und ein Gemeindehirtenhaus. Die Hochgerichtsbarkeit stand dem bayreuthischen Stadtvogteiamt Bayreuth zu. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Hofkastenamt Bayreuth. Grundherren waren das Hofkastenamt Bayreuth (11 Halbhöfe, 4 Viertelhöfe, 1 Sölde, 1 Sölde mit Schmiede und Zapfenschenke) und die Verwaltung Ramsenthal (1 Halbhöflein).R. Winkler: Bayreuth, S. 348.

Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Bayreuth. Nachdem im Jahr 1810 das Königreich Bayern das Fürstentum Bayreuth käuflich erworben hatte, wurde Creez bayerisch. Infolge des Gemeindeedikts wurde Creez dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Pettendorf zugewiesen. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Creez, zu der Altenhimmel, Eichen, Gubitzmoos und Hohenreuth gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Bayreuth zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Bayreuth (1919 in Finanzamt Bayreuth umbenannt). Mit dem Gemeindeedikt von 1818 kam es zur Eingliederung folgender Gemeinden: Bärnreuth mit Neß, Rosengarten, Schobertsreuth mit Hundshof, Lenz, Obere Culm, Schobertsberg, Untere Culm, Voitsreuth. Die vier Einöden Laimen, Moosing, Röthelbach und Schützenmühle wurden erst später auf dem Gemeindegebiet gegründet. Ab 1862 gehörte Creez zum Bezirksamt Bayreuth (1939 in Landkreis Bayreuth umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Bayreuth (1879 in Amtsgericht Bayreuth umgewandelt).R. Winkler: Bayreuth, S. 467f. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 8,320 km². Altenhimmel wurde nach 1885 nach Glashütten umgemeindet. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Creez am 1. April 1971 aufgeteilt: Bärnreuth, Creez, Eichen, Gubitzmoos, Hohenreuth, Neß, Röthelbach, Rosengarten, Schützenmühle und Voitsreuth kamen zur neu gebildeten Gemeinde Hummeltal, Hundshof, Laimen, Lenz, Moosing, Obere Culm, Schobertsberg, Schobertsreuth und Untere Culm zu der schon bestehenden Gemeinde Mistelgau.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Creez Jahr 1822 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 313 447 409 423 424 410 436 443 471 482 448 443 419 404 399 384 391 377 353 527 483 428 325 349HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 52 57 67 69 67 66 69 68 Quelle Für die späteren Mistelgauer Gemeindeteile siehe Seite 150.

Ort Creez Jahr 1819 1822 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2022Einwohner 139 127 193 161 163 150 127 184 114 136 112 139Häuser 21 21 23 22 21 21 29 Quelle Dort als Kreetz aufgelistet.

Religion Creez ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Bartholomäus (Mistelgau) gepfarrt. Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist die Pfarrei Friedenskirche (Hummeltal) zuständig.

Verkehr Der ÖPNV bedient das Dorf an einer Haltestelle der Buslinie 397 des VGN. Der nächstgelegene Bahnhof liegt in Creußen an der Bahnstrecke Schnabelwaid–Bayreuth und der nächste Fernbahnhof ist der Hauptbahnhof Bayreuth.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Bayreuth Kategorie:Ortsteil von Hummeltal Kategorie:Geographie (Fränkische Schweiz) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Bayreuth) Kategorie:Gemeindegründung 1812 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Bayreuth