Das Amt Waldmichelbach war ein Amt des Großherzogtums Hessen. Sitz des Amtes war Wald-Michelbach. Im Gegensatz zur (heutigen) Schreibung des Ortsnamens mit einem Bindestrich wurde „Waldmichelbach“ in der Bezeichnung des Amtes in einem Wort und zusammen geschrieben.

Funktion Ämter waren eine Ebene zwischen den Gemeinden und der Landesherrschaft. Die Funktionen von Verwaltung und Rechtsprechung waren hier nicht getrennt. Dem Amt stand ein Amtmann vor, der von der Landesherrschaft eingesetzt wurde.

Geschichte Das Amt Waldmichelbach wurde im April 1812 aus Teilen der Ämter Fürth und Lindenfels geschaffen. Zur Begründung wurde angeführt, dass dies dazu diene, Ordnung in die „ganz vermengt gelegenen Ortschaften und Höfe“ zu bringen. Die übrigen Teile der beiden Ämter wurden einem neu gefassten Amt Fürth zugeteilt.Bekanntmachung. In: Großherzoglich Hessische Zeitung Nr. 47 vom 18. April 1812, S. 391f. Die vorgenommene Neueinteilung stieß bei der Bevölkerung offensichtlich nicht nur auf Zustimmung. Sie beschwerten sich beim Großherzog. Daraufhin wurde die Zuteilung der Gemeinden an die Ämter im Juli 1812, auch grenzüberschreitend mit den Ämtern Bensheim und Heppenheim, in einigen Fällen revidiert.

1821 kam es zu einer Justiz- und Verwaltungsreform, mit der auch die Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung auf unterer Ebene umgesetzt wurde. Die Ämter wurden aufgelöst, ihre Aufgaben hinsichtlich der Verwaltung neu gebildeten Landratsbezirken, die erstinstanzliche Rechtsprechung Landgerichten übertragen. Das Amt Waldmichelbach wurde aufgelöst. An Stelle der bisher vom Amt Waldmichelbach wahrgenommenen Verwaltungsaufgaben trat nun der Landratsbezirk Lindenfels, hinsichtlich der Rechtsprechung das Landgericht Fürth.

Bestand Aschbach wurde erst im Juli 1812 vom Amt Fürth an das Amt Waldmichelbach abgetretenGeheimes Ministerium: Organisation der Aemter Fürth und Waldmichelbach. In: Sammlung der in der Großherzoglich Hessischen Zeitung vom Jahr 1812 publicierten Verordnungen und höheren Verfügungen. Großherzogliche Invalidenanstalt, Darmstadt 1813, S. 87, Nr. 103. , Birkenau gehörte den Wambolt von Umstadt, die dort Patrimonialgerichtsherren warenBekanntmachung. In: Großherzoglich Hessische Zeitung Nr. 47 vom 18. April 1812, S. 391f., Buchklingennach nicht in Bekanntmachung. In: Großherzoglich Hessische Zeitung Nr. 47 vom 18. April 1812, S. 391f. , Dürr-Ellenbach wurde erst im Juli 1812 vom Amt Fürth an das Amt Waldmichelbach abgetretenGeheimes Ministerium: Organisation der Aemter Fürth und Waldmichelbach. In: Sammlung der in der Großherzoglich Hessischen Zeitung vom Jahr 1812 publicierten Verordnungen und höheren Verfügungen. Großherzogliche Invalidenanstalt, Darmstadt 1813, S. 87, Nr. 103. , Eichelberger Höfe , Ellenbach wurde im Juli 1812, nachdem es zunächst dem Amt Waldmichelbach zugeordnet worden war, an das Amt Fürth abgetretenGeheimes Ministerium: Organisation der Aemter Fürth und Waldmichelbach. In: Sammlung der in der Großherzoglich Hessischen Zeitung vom Jahr 1812 publicierten Verordnungen und höheren Verfügungen. Großherzogliche Invalidenanstalt, Darmstadt 1813, S. 87, Nr. 103. , Gadern, Gaßbachnach nicht in Bekanntmachung. In: Großherzoglich Hessische Zeitung Nr. 47 vom 18. April 1812, S. 391f. , Geisenbachnach nicht in Bekanntmachung. In: Großherzoglich Hessische Zeitung Nr. 47 vom 18. April 1812, S. 391f. , Gorxheim, Gras-Ellenbach wurde im Juli 1812, nachdem es zunächst dem Amt Waldmichelbach zugeordnet worden war, an das Amt Fürth abgetretenGeheimes Ministerium: Organisation der Aemter Fürth und Waldmichelbach. In: Sammlung der in der Großherzoglich Hessischen Zeitung vom Jahr 1812 publicierten Verordnungen und höheren Verfügungen. Großherzogliche Invalidenanstalt, Darmstadt 1813, S. 87, Nr. 103. , Groß-Breitenbach, Hartenrod, Hornbach, Klein-Breitenbach, Keuzebach Nur in: Bekanntmachung. In: Großherzoglich Hessische Zeitung Nr. 47 vom 18. April 1812, S. 391f, sonst nicht zuzuordnen. Eventuell kann Kunzenbach gemeint sein. Kunzenbachnach nicht in Bekanntmachung. In: Großherzoglich Hessische Zeitung Nr. 47 vom 18. April 1812, S. 391f. , Lichtenklinger Hof, Löhrbach, Mackenheim, Mörlenbach, Nieder-Liebersbach, Nieder-Mumbachnach nicht in Bekanntmachung. In: Großherzoglich Hessische Zeitung Nr. 47 vom 18. April 1812, S. 391f. , Ober-Abtsteinach, Ober-Kreidach, Ober-Liebersbach, Ober-Mengelbachnach nicht in Bekanntmachung. In: Großherzoglich Hessische Zeitung Nr. 47 vom 18. April 1812, S. 391f. , Ober-Mumbach, Ober-Schönmattenwag, Reisen, Schimbach, Schnorrenbach, Siedelsbrunn, Trösel, Unter-Abtsteinach, Flockenbach, Unter-Kreidach, Vöckelsbach, Wald-Michelbach und Weiher.

Das Gebiet des Amtes Waldmichelbach lag auf den Gemarkungen der heutigen Gemeinden Abtsteinach, Birkenau, Fürth (Odenwald), Gorxheimertal, Grasellenbach, Mörlenbach und Wald-Michelbach.

Personen Franz Joseph Weilandt aus Ober-Steinach, bis zur Gründung des Amtes Waldmichelbach Justizamtmann und Oberamts-Accessist, erhielt die Stelle des Justizbeamten (Amtmann) im Amt Waldmichelbach. Bekanntmachung. In: Großherzoglich Hessische Zeitung Nr. 47 vom 18. April 1812, S. 391f (392).

Anmerkungen

Einzelnachweise

Waldmichelbach Kategorie:Geschichte (Landkreis Bergstraße) Kategorie:Abtsteinach Kategorie:Birkenau (Odenwald) Kategorie:Fürth (Odenwald) Kategorie:Gorxheimertal Kategorie:Grasellenbach Kategorie:Mörlenbach Kategorie:Wald-Michelbach Waldmichelbach Kategorie:Aufgelöst 1821