Shengang () ist eine Landgemeinde () im Landkreis Changhua der Republik China auf Taiwan.

Lage und Klima Shengang ist die am weitesten nördlich gelegene Gemeinde des Landkreises Changhua und liegt an der Küste zur Taiwanstraße. Die nördliche und nordöstliche Begrenzung bildet der Fluss Dadu oder Dadu Xi (), der zugleich die Grenze zum Stadtgebiet von Taichung bildet. Das Terrain ist eben mit einer Höhe über dem Meeresspiegel zwischen 0 und ca. 20 Metern und entspricht einer typischen Küstenlandschaft. An der Mündung des Dadu Xi gibt es ein größeres Wattenmeer, das für seine ökologischen Schätze (Seevögel, Krabben etc.) bekannt ist. Die Jahresmitteltemperatur beträgt 23 °C, der Jahresniederschlag liegt bei 1100 mm und konzentriert sich in den Sommermonaten. Die Windrichtungen werden durch den Monsun (im Winter Nordost-Monsun und im Sommer Südwest-Monsun) geprägt. Von September bis Mai herrscht Nordnordostwind vor, der Südwestwind weht im Juni und der Westwind im Juli und August. Im November und Dezember tritt häufig Nebel in Küstennähe auf.

Die angrenzenden Gemeinden sind Xianxi im Südwesten und Hemei im Südosten, sowie die Stadtbezirke Longjing und Dadu von Taichung im Norden bzw. Nordosten.

Geschichte Im Jahr 1624 begann in Taiwan die niederländische Kolonialherrschaft und mit ihr auch die Einwanderung vom chinesischen Festland in größerem Maße. Das Gebiet des späteren Landkreises Changhua war den Niederländern als Favorlangh () bekannt. Zur Zeit der Herrschaft Zheng Chenggongs und seiner Nachfolger (1662–1682) gehörte das Gebiet von Shengang zum Kreis Tianxing (). Nach der Eingliederung Taiwans in das Chinesische Kaiserreich der Qing-Dynastie wurde der neue Kreis Zhuluo () gebildet, zu dem auch das Gebiet des Landkreises Changhua gehörte. 1723 wurde die Verwaltungsregion Changhua geschaffen. Nach der Annexion Taiwans durch Japan nach dem japanisch-chinesischen Krieg von 1894/95 folgte eine Reihe von Verwaltungsreformen, bis im Jahr 1920 das Küstengebiet südlich der Dadu-Mündung als Dorf Xianxi () zur Präfektur Taichū kam. Nach Übernahme Taiwans durch die Republik China nach Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 wurden die Verwaltungsregionen erneut umorganisiert. Aus der Präfektur Taichū wurde der Landkreis Taichung und das Dorf Xianxi wurde zur Landgemeinde Xianxi (). Am 1. Juli 1950 wurde die Landgemeinde in zwei Landgemeinden, Xianxi und Xingang () aufgeteilt. Da es jedoch eine zweite Landgemeinde des Namens Xingang im Landkreis Chiayi gab, erhielt Xingang in Changhua am 1. Juli 1959 zur besseren Unterscheidung den neuen Namen Shengang (). Seit dem 21. Oktober 1950 gehört die Gemeinde zum Landkreis Changhua.

Bevölkerung Ende 2019 lebten 178 Angehörige indigener Völker in Shengang, entsprechend einem Bevölkerungsanteil von 0,5 %.

Gliederung von Shengang220px Verwaltungsgliederung Shengang ist in 14 Dörfer () unterteilt:

Wirtschaft mini|Impression im Dorf Eliao Die Wirtschaft Shengangs ist stark durch Landwirtschaft und Fischerei geprägt. Quantitativ dominierend war lange Zeit der Reisanbau, der vor den 1970er Jahren einen großen Teil der Landwirtschaft in der Gemeinde ausmachte, und etwa 2000 bis 3000 ha Fläche einnahm. Da die klimatischen Bedingungen und Bodenbedingungen für den Reisanbau nicht optimal sind, gibt es seit längerem Bemühungen, die Landwirtschaft auf wirtschaftlich günstigere Spezialkulturen umzustellen. Die bekanntesten landwirtschaftlichen Spezialprodukte sind Erdnüsse, Knoblauch und Zwiebeln. In der Küstenfischerei und Fischzucht sind Japanische Venusmuscheln, Austern und Milchfisch bedeutsam. In der Tierhaltung dominiert die Schweinehaltung, gefolgt von Geflügelzucht. Die örtliche Industrie konzentriert sich im 1976 eröffneten, 246,8 ha großen Industriegebiet Quanxing () in Xidi. Hier finden sich Betriebe der Textilindustrie, metallverarbeitenden Industrie und des Maschinenbaus. Das zweite Industriegebiet Changbin () erstreckt sich über Shengang, Xianxi und Lukang.

Verkehr Durch Shengang führen mehrere überregionale Straßen. Parallel zur Küste und zum Teil direkt an ihr entlang verläuft die Provinzstraße 61. Weiter inlandwärts verläuft parallel zu dieser die Provinzstraße 17. Wichtigste Ost-West-Verbindung ist im Süden von Shengang die Provinzstraße 61B (61乙), die als Zubringerstraße von der Küste bis zur Nationalstraße (Autobahn) 3 in der Nachbargemeinde Hemei dient.

Besonderheiten mini|Mündungsbereich des Dadu Der Fu’an-Tempel ( ) im Dorf Datong ist ein reichhaltig ausgestatteter Mazu-Tempel, dessen Anfänge auf das Jahr 1677 zurückgehen, als ein erster Tempel durch Einwanderer aus Quanzhou begründet wurde. Der alte Tempel wurde 1917/18 durch einen Neubau ersetzt, der ab den 1970er Jahren immer weiter ausgebaut wurde. Der Shenqing-Tempel ( ) oder Zhangyugu-Tempel () im Dorf Xidi stammt aus dem Jahr 1956 und erinnert an einen Unglücksfall aus dem Jahr 1953, als zwei Kinder aus der Umgebung beim Fischen im Fluss Dadu ums Leben kamen.

Im Mündungsbereich des Dadu befindet sich das am 28. Februar 1995 eingerichtete, 2669,73 ha große Naturschutzgebiet Dadu-Mündung (). Das Naturschutzgebiet ist vor allem durch seinen Vogelreichtum bedeutsam. Hier finden sich mehr als 235 Vogelarten, von denen etwa 70 % Wasservögel sind.

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Einzelnachweise

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