miniatur|300px|Kirche in Niederkrüchten

Die Gemeinde Niederkrüchten liegt am linken Niederrhein im Westen des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen und ist eine kreisangehörige Gemeinde des Kreises Viersen im Regierungsbezirk Düsseldorf.

Geschichte

Ab September 1944 wurde die Zivilbevölkerung genötigt, Elmpt zu verlassen. Viele Niederkrüchtener wurden nach Borghorst (Münsterland), Lindhorst, Steinhude, Amt Rahden oder nach Authausen (in Sachsen) evakuiert.Karl-Heinz Achten: Die Evakuierung des Grenzdorfes Elmpt im Kriegsjahr 1944. In: Heimatbuch des Kreises Viersen 2015. Ende Februar 1945, einige Tage nach dem Beginn der Operation Grenade, räumten deutsche Truppen die Maas-Rur-Stellung; am 1. März rückten US-Soldaten über Niederkrüchten, Brüggen, Bracht und Kaldenkirchen nach Venlo vor.Karl-Heinz Achten: Der Einmarsch der Amerikaner in Elmpt 1945 sowie die schwierige Anfangsphase der Beziehungen zwischen den deutsch-niederländischen Nachbarn. In: Heimatbuch des Kreis Viersen 2016.

Seit dem 1. Januar 1972 sind die vormals selbstständigen Gemeinden Niederkrüchten und Elmpt per Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden und Kreise des Neugliederungsraumes Aachen (vom 14. Dezember 1971) zusammengeschlossen. Gehörten beide Kommunen ursprünglich zum ehemaligen Kreis Erkelenz und nach kommunaler Neugliederung zum Kreis Heinsberg, so wurden sie 1975 dem Kreis Viersen zugeordnet, wobei aber die Orte Merbeck, Schwaam, Tetelrath, Venn und Venheyde der Stadt Wegberg zugeordnet wurden und somit weiter zum Kreis Heinsberg gehören.

Aus dem Ortsteil Elmpt stammt das barocke Gnadenbild „Maria Schutz zu Pfeddersheim“, in der katholischen Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, Worms-Pfeddersheim, Rheinland-Pfalz. Es überstand 1869 unversehrt einen Brand in Elmpt und kam 1927 als Geschenk an seinen jetzigen Standort.Webseite der zuständigen Pfarrei zum Pfeddersheimer Gnadenbild

2020 wurden im Bönnesohl vier Windkraftanlagen in Betrieb genommen. Sie versorgen rechnerisch mehr als 10.000 Haushalte.www.niederkruechten.de: Windkraftanlagen erwirtschaften Förderung für Vereine in der Gemeinde (26. März 2025) In Niederkrüchten-Boscherhausen werden 2026 zwei Windkraftanlagen mit je 5,7 MW Nennleistung gebaut.extra-tipp 22. Februar 2026 S. 1.

Ortsteile der Gemeinde Birth, Blonderath, Boscherhausen, Brempt, Dam, Elmpt, Gützenrath, Heyen, Laar, Niederkrüchten, Oberkrüchten, Overhetfeld, Ryth, Silverbeek, Varbrook, Venekoten.

Politik Gemeinderat Die Kommunalwahlen seit 2014 führten zu folgendem Ergebnissen: Partei / Liste202520202014Landeswahlleiterin NRW: Kommunalwahl 2014 – Endgültiges Ergebnis für: NiederkrüchtenSitze% Sitze % Sitze % Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)1637,4 13 37,3 14 41,8 Bündnis 90/Die Grünen10 21,6 9 28,2 4 13,2 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)7 16,2 6 18,4 10 28,0Niederkrüchtener Wählergemeinschaft4 9,3 – – – –Alternative für Deutschland (AfD)4 8,8 – – – – Freie Demokratische Partei (FDP)3 6,8 3 7,5 2 6,3

Bürgermeister Thomas Ricker (CDU) wurde im September 2025 zum Bürgermeister gewählt. Er setzte sich in der Stichwahl mit 56,2 Prozent der Stimmen gegen den Konkurrenten Dirk Zilz (Bündnis 90/Die Grünen) durch. Zuvor hatte Karl-Heinz „Kalle“ Wassong (parteilos) zehn Jahre lang das Amt inne und trat 2025 nicht mehr zur Wahl an.

Liste der Bürgermeister seit 1972:

1972–1979: Gerd Wallrafen (ehrenamtlich)

1979–1982: Karl Schmidt (ehrenamtlich; er legte das Amt am 23. Oktober 1982 nieder)

1982–1989: Gerd Wallrafen (ehrenamtlich)

1989–1999: Karl-Heinz Kreder (ehrenamtlich)

1999–2004: Siegfried Wilms (erster hauptamtlicher Bürgermeister; zuvor war er von 1989 bis 1999 Gemeindedirektor)

2004–2015: Herbert Winzen (hauptamtlich)

2015–2025: Karl-Heinz Wassong (hauptamtlich)

2025 – lfd. Thomas Ricker

Wappen und Banner

Blasonierung: „Gespalten; vorne in Gold (Gelb) eine halbe rote Lilie, auf deren Kelchblatt ein linksgekehrter grüner Sittich sitzend; hinten in Silber (Weiß) drei blaue Balken.“ Bedeutung: Das Wappen der Gemeinde Niederkrüchten entstammt dem Wappen der Grundherren von Elmpt. Die drei blauen Balken auf silbernem Grund weisen auf das Emblem der Edelherren von Brempt hin, die im 13. Jahrhundert in Niederkrüchten Grundherrenrechte ausübten.

Beschreibung des Banners: „Unter weißem Bannerhaupt, darin der Wappenschild der Gemeinde, Blau - Gelb im Verhältnis 1:1 längsgestreift.“

Sehenswürdigkeiten das Moor- und Wacholderheide-Naturschutzgebiet Elmpter Schwalmbruch die Auenlandschaft Dilborner Benden zwischen Brüggen und Overhetfeld der Hariksee bei Brempt der Venekotensee bei Overhetfeld das Haus Elmpt der ehemaligen Herren von Elmpt die Wassermühle Brempter Mühle an der Schwalm bei Brempt die Kirche St. Martin in Oberkrüchten die Elmpter Kapelle Maria an der Heiden in Overhetfeld die Brempter Kapelle St. Georg die spätgotische Hallenkirche St. Bartholomäus in Niederkrüchten weitere sehenswerte Gebäude in der Liste der Baudenkmäler in Niederkrüchten

Sport und Freizeit Die Sportarten Fußball, Reiten, Schwimmen, Rehasport, Tennis, Karate, Judo, Paddeln, Segeln und Angeln werden von verschiedenen Vereinen in der Gemeinde betrieben.Vereine in der Gemeinde Niederkrüchten

Zu den größten Sportstätten der Gemeinde gehören das Bürgerhaus Elmpt (Mehrzweckhalle), die Doppelturnhalle Niederkrüchten, die Reitanlagen in den Ortsteilen Gützenrath, Overhetfeld und Venekoten sowie die Sportplätze in Niederkrüchten, Elmpt und Oberkrüchten.Sportstätten in der Gemeinde Niederkrüchten Sie werden von den beiden größten Vereinen, dem SC Niederkrüchten und Schwarz-Weiß 1926 Elmpt und auch von kleineren Vereinen genutzt.

Die DLRG Niederkrüchten ist der größte Schwimmverein in der Gemeinde. Das im Ortsteil Elmpt gelegene Hallenbad wird vor allem für den Schul- und Vereinssport genutzt, das Freibad Niederkrüchten ist seit 2018 wegen des akuten Renovierungsbedarfs nicht mehr geöffnet worden.Hallenbad Elmpt auf der GemeindeseiteFreibad Niederkrüchten auf Google Maps

Persönlichkeiten In Niederkrüchten geboren Werner Kirstein (* 1946), Geograph Karl Otten (1889–1963), Schriftsteller und Pazifist Wilhelm Stockums (1877–1956), Weihbischof in Köln

Mit Niederkrüchten verbunden Wilhelm Lindemann (1828–1879), Pfarrer in Niederkrüchten, Literaturhistoriker und Abgeordneter des Preußischen Landtages (von 1870–1879) Wilhelm Bäumker (1842–1905), katholischer Theologe und Hymnologe Kurt Meyer (1910–1961), SS-Mitglied und Bundessprecher der Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit der Angehörigen der ehemaligen Waffen-SS, (Spiegel: 15. September 1954) Waldemar Bonsels (1880–1952), Schriftsteller (u. a. Biene Maja) Eddi Laumanns (* 1952), Motorsportjournalist, Pressefotograf und Fachbuchautor Charlotte Roche (* 1978), Fernsehmoderatorin und Autorin

Varia Niederkrüchten war sporadisch Bestandteil einer Motorrad-Rennstrecke, die von 1922 bis 1925 über eine Länge von 48,5 km die Orte Waldniel, Niederkrüchten, Brüggen, Bracht, Kaldenkirchen, Breyell, Boisheim und Dülken miteinander verband.Rob Semmeling: Racing Circuits (PDF; 7,8 MB), auf wegcircuits.nl Die an Niederkrüchtens Ortsrand gelegene Kartsport-Strecke „Kuka-Kartbahn“ am Raderberg dagegen ist noch in Betrieb, dort werden heutzutage aber keine wichtigen Rennen mehr ausgefahren und war Austragungsort der Europameisterschaft im Kamellezielwerfen 2007.

Der Gemeinde wurde in den 2020er-Jahren durch Markus Orths und seine Romane „Ewig währt am längsten – Tante Ernas letzter Tanz“ und „Ewig währt am längsten – Der Pastor und das letzte Hemd“ ein literarisches Denkmal gesetzt.Markus Orths., abgerufen am 9. Januar 2025.

Literatur Hermann Böken: Niederkrüchten in alten Ansichten. Band II. Niederkrüchten 1990 Ulrich Coenen: Zwischen den Grenzen – Eine Lebensgeschichte, Verlag Mainz, Aachen 1993. ISBN 3-925714-94-4 (siehe auch Haus Brühl) Jochen Hild: Das Naturschutzgebiet Elmpter Bruch. In: Heimatbuch des Kreises Viersen, 27. Folge/1976, S. 252–259. Ludwig Hügen: Elmpt und Niederkrüchten. Zwischen Schwalm und Grenzwald. Willich 1993 Manfred A. Jülicher: Niederkrüchten 1985. Bildband zur Darstellung des Ortes in 1985. Niederkrüchten 1985 Manfred A. Jülicher: Niederkrüchtener Mundart, Léewe en Krööchte, Landwirtschaft und Brauchtum vor 1945. Niederkrüchten 1975 Rolf Nagel: Niederkrüchtens Wappen. In: Heimatbuch des Kreises Viersen, 39. Folge/1988, S. 185–189. Matthias Siegers, Klaus Blech: Ein neues Rathaus für die Gemeinde Niederkrüchten. In: Heimatbuch des Kreises Viersen, 38. Folge/1987, S. 244–248. Edmund Weeger: Geschichte der Pfarrei Niederkrüchten im Dekanat Erkelenz. Kempen 1913 Dieter Jötten und Heidemarie Jötten geb. von Elmpt, Zur Geschichte des niederrheinischen Adelsgeschlechtes von Elmpt. Verlag Ph.C.W. Schmidt, Neustadt an der Aisch 2023.

Weblinks

Website der Gemeinde Niederkrüchten Website des Heimat- und Kulturvereins Niederkrüchten 1975 e. V. Denkmale in der Gemeinde Niederkrüchten Kreisarchiv Viersen: Bestandsgruppe Niederkrüchten

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Kreis Viersen Kategorie:Euregio Rhein-Maas-Nord