mini|Bozner Leitach über der Brennerautobahn A22 nahe der Auf- und Abfahrt Bozen Nord gegen den Rittner Berg mini|Das nach Leitach benannte spätmittelalterliche Leitacher Törl an der Bozner Dompfarrkirche Leitach (auch Bozner Leitach, St. Georg, St. Georgen) ist eine Streusiedlung, die sich am Ausgang der Eisackschlucht östlich des Stadtzentrums von Bozen befindet. Sie nimmt auf der orographisch rechten Seite des Eisack – gegenüber von Kardaun – einen Südhang des Rittner Bergs ein. Sie gehörte einst zur Landgemeinde Zwölfmalgreien und liegt heute auf Bozner Gemeindegebiet.

Die Örtlichkeit ist ein altes Weinbaugebiet und wird von zahlreichen Weinhöfen bestimmt.Josef Andreatta: Der Weinbau auf den Seiten von St. Magdalena, St. Justina und Leitach. Bozen: Tyrolia 1925. Dazu rechnen etwa die Höfe Rieser, Wangger, Trautmann, Mumelter, Partschon, Perl, Unterberger, Baumann und Grel.Richard Staffler: Die Hofnamen von Zwölfmalgreien und Leifers (Bozner Jahrbuch für Geschichte, Kultur und Kunst 1952). Innsbruck: Wagner 1952, S. 81–89. Mit dem Leitacher wurde traditionell hauptsächlich ein Rotwein hergestellt.Arnold Becke (Hrsg.): Etschländer Weinbuch: eine Sammlung ausgewählter Aufsätze mit vielen ein- und mehrfarbigen Bildern, Übersichtskarten des Etschländer Weinbaugebietes. Bozen: Vogelweider 1930, S. 128. Der Weinverkauf der Leitacher Bauern erfolgte in Spätmittelalter und Früher Neuzeit vor dem aus dem 14. Jahrhundert stammenden Leitacher Törl an der Nordseite der Bozner Dompfarrkirche.Otto Kletzl: Das Leitacher Törl an der Pfarrkirche von Bozen. In: Veröffentlichungen des Museums Ferdinandeum 18 (1939), S. 615–641.

In der Landgerichtsordnung von Gries-Bozen aus dem Jahr 1487 erscheint mit Jórg Obererlacher ein eigener Viertelhauptmann „zw sand Jórgen im Leitach“, der zugleich als landesfürstlicher Steuereinnehmer fungiert. Die „nachtperschaft im Leitach zu Botzen“ (Nachbarschaft im Bozner Leitach) trat 1525, im Kontext der Tiroler Bauernrevolten, als genossenschaftlich handelnde Dorfgemeinschaft mit an den Tiroler Landesfürsten gerichteten Beschwerden hervor.Hermann Wopfner (Hrsg.): Quellen zur Geschichte des Bauernkrieges in Deutschtirol 1525 (Acta Tirolensia 3). Innsbruck: Wagner 1908. Nachdruck Aalen, Scientia 1984, S. 106, Nr. 35 (Leytach).

Alter kirchlicher Mittelpunkt ist das aus dem frühen 13. Jahrhundert stammende und nach den Kriegszerstörungen 1957/58 wieder aufgebaute Kirchlein St. Georg in Wangg.

In Leitach liegt auch das 1929 errichtete Wasserkraftwerk Kardaun.

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