mini|Alfred Alsleben Alfred Carl Alsleben (lettisch: Alfrēds Karls Alslēbens) (* 24. Juli 1891 in Riga, Gouvernement Livland; † 26. November 1930 in Riga, Lettland) war ein deutsch-baltischer Sportler und Offizier.Familienchronik Alsleben, Teil II. Riga 1933, S. 6. (unveröffentlicht)Lettisches Historisches Staatsarchiv Riga. Personenstandsarchiv, Signatur: LVVA-2996-1-8214Lettisches Sportmuseum Riga Er war Mitbegründer (1909) und Vorstandsmitglied des Hagensberger Turn- und Sportvereins.Familienchronik Alsleben, Teil II. Riga 1933 (unveröffentlicht).Rigasche Rundschau, 3. September 1909.
Leben Als sportlich veranlagter Sohn von Alfred Woldemar August Alsleben stellte Alsleben schon als Schüler der Rigaer Realschule Rekorde in der Leichtathletik auf.Rigasche Rundschau, 10. Oktober 1925. Er war baltischer Meister im Hochsprung (1,77 m) und im Weitsprung (6,62 m), Sankt Petersburger Meister im Hochsprung, glänzender Turner und Fußballtorwart der Rigaer Stadtauswahl.Familienchronik Alsleben, Teil II. Riga 1933, S. 49, Sport in der Jugendzeit.(unveröffentlicht) Im Zehnkampf nahm er 1912 für Russland an den Olympischen Spielen in Stockholm teil. Er wurde elfter von 27 Athleten.Schreiben des Sveriges Olympiska Kommitté aus Stockholm am 6. September 1976 vom Stellvertretenden Generalsekretär Wolf Lyberg. Doch keinem der 178 russischen oder für Russland startenden Sportler gelang ein olympischer Sieg.Chronik der Olympischen Spiele 1912. Foto vom Einmarsch der Mannschaft Russlands bei der Eröffnungsparade der Olympiade von 1912 in Stockholm. In Riga war Alsleben die Leitfigur des Hagensberger Turn- und Sportvereins und Torwart der Mannschaft Hagensberg I.Familienchronik Alsleben, Teil I. Riga 1933, S. 49, Teil II. Riga 1933, S. 6. (unveröffentlicht)
Da es zu damaliger Zeit auch im Russischen Kaiserreich eine Wehrpflicht gab, aber nur der älteste Sohn zur Kaiserlich Russischen Armee einrücken musste, meldete er sich als Einjährig-Freiwilliger. Er konnte dadurch sein Regiment selbst aussuchen und ging zu den 3. Kaiserlichen Husaren in Mariampol in Litauen. Regimentsinhaberin war die Zarentochter Olga Nikolajewna Romanowa. Seine Paradeuniform und sein schwarzes Pferd hatte Alsleben selbst mitzubringen und sein Vater musste für die hohen Kosten aufkommen.Familienchronik Alsleben, Teil II. Riga 1933, S. 6. (unveröffentlicht). 1914 bei Kriegsausbruch gerade Leutnant geworden, machte der junge Alsleben den ganzen Ersten Weltkrieg mit. Er erlitt eine Verwundung, wurde zum Rittmeister ernannt und erhielt in Petersburg den Annenorden aus der Hand der Fürstin Olga. Nach der Oktoberrevolution diente er in vielen Armeen, so bei der Gemeinsamen Armee als Dolmetscher, bei der Roten Armee (der Bolschewiki) als Turnlehrer, bei Anton Iwanowitsch Denikin in Odessa als Panzerfahrer und als Flieger bei den dort im Krieg operierenden Franzosen. Wegen Flecktyphus wurde er im bulgarischen Warna ausgesetzt.Familienchronik Alsleben, Teil II. Riga 1933, S. 7. (unveröffentlicht.) Er überlebte in den Weinbergen, gründete eine Musikkapelle und spielte in einem Restaurant. Die Partituren schrieb er selbst. 1920 schlug er sich über Wien und Berlin nach Riga durch.Familienchronik Alsleben, Teil II. Riga 1933, S. 7. (unveröffentlicht).
Er wurde Buchhalter bei der französischen Firma Huguenin Frères. Danach wieder eingezogen, diente er als Rittmeister im lettischen Kavallerieregiment.Familienchronik Alsleben, Teil II. Riga 1933, S. 7. (unveröffentlicht). Anschließend ging er als Buchhalter zu Chryslers Automobilvertretung in Riga. In der Kommunalpolitik engagierte er sich auf der Deutschen Liste (Hausbesitzer).Rigasches Rundschau, 24. Mai 1911. Sportlich wieder sehr aktiv im Hagensberger Turn- und Sportverein, nahm er auch an Wettkämpfen teil. Im Turnen wurde er lettischer Meister. Vom Deutschen Turnfest 1923 in München (Turnen, Fünfkampf)Rigasche Zeitung, 25. Mai 1911. und vom Deutschen Turnfest 1928 in Köln kehrte er mit Siegerkränzen heim.Familienchronik Alsleben, Teil II. Riga 1933, S. 7. Als Vorturner (1922–1930) und Turnwart (1926/27) des Hagenberger Turn- und Sportvereins war er maßgeblich am Aufschwung dieses großen deutschen Vereins im Baltenland beteiligt. Als Turn- und Sportlehrer für Leichtathletik brachte er die sportlichen Leistungen auf ein bis dahin nicht gekanntes Niveau.Familienchronik Alsleben, Teil II. Riga 1933, S. 7.Rigasche Zeitung, 29. Juni 1911. Für viele ein Idol, erlag er einer Meningitis. Unverheiratet geblieben und nur 39 Jahre alt geworden, wurde er auf dem Rigaer Martins-Friedhof beerdigt.Rigasche Rundschau, 27. November 1930. Horst Alsleben ist ein Neffe.
Alfred, bei den Jugendlichen auch Fredy genannt, gehörte von 1903 bis 1914 nicht nur in Riga und im Baltikum, sondern auch im Ausland zu den Sportpionieren jener Zeit.Familienchronik Alsleben, Teil I. Riga 1933, S. 49, Sport in der Jugendzeit. (unveröffentlicht)
Ehrungen hochkant|mini|Husar in der Kaiserlich Russischen Armee (1913) Orden des Heiligen Wladimir Sankt-Stanislaus-Orden Russischer Orden der Heiligen Anna
Sportliche Erfolge In der Rigaer Presse wurde oftmals über die sportlichen Leistungen und Erfolge von Alfred Alsleben berichtet. Zu nennen sind: Erster Platz im Dreikampf (Hochsprung, Speerwurf, 800-Meter-Lauf) beim Junior-Sportfest der Allgemeinen Radfahrer-Union in Riga am 2. September 1909. Erste Plätze im Weitsprung und im Speerwurf beim Herbstsportfest der Allgemeinen Radfahrer-Union in Riga am 29. August 1910Rigasche Zeitung, 1. September 1910. Beim externen Frühlings-Sportfest der Allgemeinen Radfahrer-Union 1911 in Riga stellte er im Hochsprung einen neuen russischen Rekord auf. Erster Platz im Dreikampf (Weitsprung, 400-Meter-Lauf, Speerwurf) beim Sportfest des Wolmarschen Radfahrvereins am 24. Juni 1911 in Wolmar.Rigasche Zeitung, 29. Juni 1911. Erster Platz im Weitsprung bei der Meisterschaft der Ostseeprovinzen beim Herbst-Sportfest der Allgemeinen Radfahrer-Union in Riga am 11. September 1911.Rigasche Zeitung, 14. September 1911. Elfter im Zehnkampf bei den Olympischen Spielen 1912 in Stockholm mit folgenden Ergebnissen: 100 m 12,2 s, Weitsprung 6,27 m, Kugel 8,48 m, Hochsprung 1,70 m, Diskus 29,21 m, 110 m Hürden 19,5 s, Stabhoch ./., Speer 37,34 m, 1500 m 5:08,6 minSchreiben des Sveriges Olympiska Kommitté, Stockholm am 6. September 1976 an Frau Edith Kern in Berlin-West für Herrn Herbert Alsleben in Gardelegen, wegen damaliger Kontrolle westlicher Briefkontakte nur so möglich gewesen. Erster Platz im Hochsprung und Zweiter Platz im Weitsprung beim Sportfest der Allgemeinen Radfahrer-Union am 16. September 1912 in Riga.Rigasche Zeitung, 17. September 1912. Erster Platz im Hochsprung beim großen Sportfest der Allgemeinen Radfahrer-Union in Riga am 19. Mai 1913Rigasche Zeitung, 20. Mai 1913.
Siehe auch Olympische Sommerspiele 1912/Teilnehmer (Russisches Kaiserreich)#Leichtathletik Aufstand in der französischen Schwarzmeerflotte
Quellen Gedruckte Quellen Archiv Deutsch-Baltische Genealogische Gesellschaft e. V. Darmstadt.
Ungedruckte Quellen Lettisches Historisches Staatsarchiv, Personenstandsarchiv, Signatur: LVVA–2996–1–8214. Herbert Oskar Alsleben: Familienchronik Alsleben, Teil I.–II. Riga 1933, Teil III. Gardelegen 1995. (unveröffentlicht)
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Deutsch-Balte Kategorie:Olympiateilnehmer (Russland) Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 1912 Kategorie:Person (Riga) Kategorie:Turner (Russland)
Kategorie:Person im Ersten Weltkrieg (Russisches Kaiserreich) Kategorie:Rittmeister Kategorie:Träger des Ordens des Heiligen Wladimir Kategorie:Träger des Sankt-Stanislausordens (Russland) Kategorie:Träger des Ordens der Heiligen Anna Kategorie:Zehnkämpfer (Russland) Kategorie:Hochspringer (Russland) Kategorie:Weitspringer (Russland) Kategorie:Geboren 1891 Kategorie:Gestorben 1930 Kategorie:Mann