Hoya aeschynanthoides ist eine Pflanzenart der Gattung der Wachsblumen (Hoya) aus der Unterfamilie der Seidenpflanzengewächse (Asclepiadoideae).

Merkmale Hoya aeschynanthoides ist eine ausdauernde, epiphytische, mehr kriechende als kletternde Pflanze mit fadenförmigen, verzweigten Trieben. Die flexiblen Zweige hängen von Baumästen herunter oder liegen mit aufsteigenden Spitzen Ästen auf. Sie sind dicht beblättert und mit Haft- und Luftwurzeln versehen. Die Blätter sind kurz gestielt, die Blattstiele sind 0,3 bis 0,5 cm lang und fein borstig behaart. Die Blattspreiten sind breit-eiförmig bis elliptisch, 1,5 bis 2,3 cm lang und 1 bis 1,8 cm breit. Sie sind auf Ober- und Unterseite flaumig behaart.

Der doldenförmige Blütenstand ist kurz gestielt. Der Blütenstandsstiel ist borstig behaart und 0,5 bis 1 cm lang. Die Blütenstiele sind ebenfalls borstig behaart und 0,5 cm. Die weiße Blütenkrone hat einen Durchmesser von 5 mm. Die borstig behaarten Kelchblätter sind lanzettlich-länglich und 1,5 mm lang. Die Kronblattzipfel sind eiförmig-dreieckig, außen kahl, innen an den Rändern dicht mit Zilien besetzt, ansonsten kahl. Die Zipfel der Nebenkrone steigen auf und überragen die Staubbeutel. Die inneren Fortsätze sind lanzettlich mit geschnäbelten Spitzen, der äußere Fortsatz ist länglich mit gespaltenem Ende. Der Staubbeutelfortsatz ist trapezförmig, der Anhang ist dreieckig und durchsichtig. Der Griffelkopf ist konisch.

Ähnliche Art Hoya aeschynanthoides soll nach Rudolf Schlechter näher mit Hoya lacunosa verwandt sein; diese Art gehört zur Sektion Otostemma. Nach Kloppenburg gehört die Art aber in die Sektion Acanthostemma.

Geographische Verbreitung und Habitat Das Verbreitungsgebiet ist auf das Gebiet am Long Dett, Ostborneo bzw. Kalimantan (früherer Staat Koetei/Kutei) beschränkt. Das Typusexemplar wuchs dort auf Bäumen im tropischen Regenwald. Rudolf Schlechter fand die Pflanze blühend im August 1901.

Taxonomie Das Taxon wurde 1908 von Rudolf Schlechter erstmals in Botanische Jahrbücher für Systematik, Pflanzengeschichte und Pflanzengeographie Band 40 Teil 3 Beiblatt 92 Seite 13 beschrieben. Das Epitheton wurde gewählt, weil die Art manchen Aeschynanthus-Arten aus der Familie der Gesneriengewächse (Gesneriaceae) ähnlich sieht. Der Lectotypus wurde von Rodda (2017) bestimmt; es ist das Exemplar Schlechter, R.13550, im Herbarium des Botanischen Gartens in Berlin (B100277178). Das Taxon wird von Plants of the World online als gültiges Taxon geführt.

Literatur Robert Dale Kloppenburg: Dr. Schlechter's Hoya Species. Fresno, 1993 Online bei Biodiversity Heritage Library, S. 22. Rudolf Schlechter: Beiträge zur Kenntnis der Asclepiadaceen des Monsun-Gebietes. In: Botanische Jahrbücher für Systematik, Band 40 (Beiblatt 92): 1–45. 1908 Online bei Biodiversity Heritage Library, S. 13.

Einzelnachweise Kew Science - Plants of the World online: Hoya aeschynanthoides Schltr.

Michele Rodda: Index of names and types of Hoya (Apocynaceae: Asclepiadoideae) of Borneo. Gardens’ Bulletin Singapore, 69(1): 33-65. 2017 , hier S. 35.

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