Die Montpellier-Zistrose (Cistus monspeliensis) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Zistrosen (Cistus) in der Familie der Zistrosengewächse (Cistaceae).
Veraltete Namen sind Französische Zistrose oder Gallische Zistrose.
Beschreibung mini|Illustration mini|Montpellier-Zistrose (Cistus monspeliensis) Vegetative Merkmale Die Montpellier-Zistrose ist ein stark aromatisch duftender Strauch von 60 bis 120 (bis 180) Zentimetern Wuchshöhe.
Die kreuzgegenständig angeordneten, sitzenden Laubblätter sind 2 bis 6 Zentimeter lang und lineal-lanzettlich. Die Blattränder sind stark nach unten gerollt. Die Blattoberseite ist dunkelgrün und spärlich behaart, die -unterseite ist heller und dicht sternhaarig.
Generative Merkmale Der Blütenstand ist einseitswendig mit zwei bis acht Blüten. Die Blütenstiele sind stark klebrig-drüsig. (Vgl. Ladanum).
Die Blüten besitzen einen Durchmesser von 2 bis 3 Zentimetern. Die fünf Kelchblätter sind rot geadert, die äußeren gegenüber den inneren etwas vergrößert. Die fünf Kronblätter sind weiß und leicht ausgerandet. Die zahlreichen Staubblätter sind gelb.
Es werden kleine und vielsamige Kapselfrüchte mit beständigem Kelch gebildet.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n= 18.
Ökologie Die Blütezeit reicht von April bis Juni. Die Blüten sind sehr kurzlebig, aber dies wird von der allgemeinen Blütenfülle ausgeglichen. Die Montpellier-Zistrose hat die Eigenschaft, dass sie sich nach den häufig aufkommenden Waldbränden wieder erholen kann. Nach dem Blattfall erscheint bereits die nächste Blattgeneration, woraus ein immergrünes Erscheinungsbild resultiert.
Vorkommen Die Montpellier-Zistrose ist ein west- und zentralmediterranes Florenelement. Sie kommt westwärts bis zu den Kanaren und Madeira vor und nach Osten bis zur Ägäisküste des festländischen Griechenlands mit lokalen Außenposten auf Naxos und Kreta, der türkischen Ägäisküste und auf Zypern. Im US-amerikanischen Bundesstaat Kalifornien und im australischen Bundesstaat Victoria ist sie ein eingebürgerter Neophyt.
Die Montpellier-Zistrose kommt in Wald- und Macchien-Verlichtungen und in mediterranen Zwergstrauchweiden der tieferen bis mittleren Höhenlagen vor und ist dort oft bestandsbildend. Auf den Kanaren siedelt sie in der Kiefernwaldstufe. Sie wächst meist auf schwach sauren, nährstoffarmen Böden.
Taxonomie Die Erstveröffentlichung von Cistus monspeliensis erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum. Innerhalb der Gattung Cistus wird sie in die Untergattung Leucocistus und die Sektion Ledonia gestellt.
Nutzung Die Art ist seit 1656 in Kultur.
Literatur Martin Rikli: Das Pflanzenkleid der Mittelmeerländer. Erster Band, Hans Huber, Bern 1942–43.
Marilena Idžojtić: Dendrology. Academic Press, 2019, ISBN 978-0-12-819644-1, S. 169.
Weblinks
Thomas Meyer, Michael Hassler.
Einzelnachweise
Verbreitungskarte bei Rikli 1942–43: S. 228 Alfred Hansen, Per Sunding: Flora of Macaronesia. Checklist of vascular plants (= Sommerfeltia. Band 17). 4., überarbeitete Auflage. 1993, S. 88–89.
Carl von Linné: Species Plantarum. Band 1, Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 524 (). USDA NRCS PLANTS Profile: Cistus monspeliensis.
: . Integrated Botanical Information System (IBIS). Australian National Botanic Gardens & Australian National Herbarium. Letzter Zugriff: 12. Dezember 2015.
Kategorie:Zistrosengewächse