Unterkeitenthal war ein Gemeindeteil von Griffenwang im ehemaligen Landkreis Parsberg und ist im Truppenübungsplatz Hohenfels zur Wüstung geworden.
Geographische Lage Die Einöde lag im Oberpfälzer Jura der Fränkischen Alb auf circa 450 m über NHN ca. 1,3 km südlich des Tales der Lauterach, im Osten und im Westen umgeben von Erhebungen, die bis 548 m ü. NHN (der Hinterberg im Südosten) ansteigen. Etwa 1,5 km südwestlich und rund 30 m höher lag Oberkeitenthal.
Geschichte Im Bereich der heutigen Wüstung sind untertägig mittelalterliche und frühneuzeitliche Befunde nachgewiesen.Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege: Bodendenkmäler – Stand 25.04.2020, S. 22, Denkmal D-3-6736-0082
Um 1144 und 1166 erscheint die Ansiedelung als „Cutental“ in einer Schenkungsurkunde für das Kloster Ensdorf.Hans Zitzelsberger: Die Geschichte des Klosters Ensdorf von der Gründung bis zur Auflösung in der Reformation 1121-1525. In: Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg (95) 1954, S. 91 Ca. 1178 gingen die Ensdorfischen Güter zu „Cutental“ durch Tausch an das Kloster Kastl über und sind im ersten kastilischen Urbar von 1315/26 verzeichnet.Joseph Moritz: Stammreihe und Geschichte der Grafen von Sulzbach. 1. Abteilung, [München 1832], S. 152Jehle, S. 41 1434 erwarb Bischof Konrad von Regensburg einen Hof zu Keitenthal vom Hohenfelser Kastner Ulrich Schelss; dieser hatte den Hof von seinem Schwager erhalten.Jehle, S. 402 1476 ist die Einöde in einer Urkunde genannt, als Hans Sleich, Frühmesser der Pfarrei Allersburg, von Heinrich Liebenecker zu Zant die jährliche Gilt aus dem Zehent zu Keitenthal kaufte.Nikolaus Erb: Allersburg in der Oberpfalz. In: Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg, 10 (1846), S. 334 f. Keitenthal gehörte zum Pflegamt Hohenburg des Hochstifts Regensburg; in der Karte von Christoph Vogel von 1600 erscheint die Ansiedelung als „Keyenthal/Keienthal“.Günter Frank und Georg Paulus: Die pfalz-neuburgische Landesaufnahme unter Pfalzgraf Philipp Ludwig (Regensburger Beiträge zur Heimatforschung, 6). Kollersried 2016, S. 512, 528Jehle, S. 383 Andernorts heißt es jedoch, dass das „Gut Kutental“ aus dem Ensdorfischen Besitz im 16. Jahrhundert eingegangen sei.[Dr.] Wittmann: Geschichte der Landgrafen von Leuchtenberg. In: Abhandlungen der königlichen Akademie der Wissenschaften in Bayern, 6 (1850), S. 17
Im Königreich Bayern wurde um 1810 der Steuerdistrikt Griffenwang gebildet und 1811 zum Landgericht Parsberg gegeben.Jehle, S. 516 Diesem gehörten die Dörfer Griffenwang und Kittensee sowie die Einöden Aderstall, Neudiesenhof, Schauerstein, (das jüngere) Oberkeitenthal und (das ältere) Unterkeitenthal an. Mit dem zweiten bayerischen Gemeindeedikt von 1818 wurde daraus eine Ruralgemeinde.Jehle, S. 532, 542
Im Zuge der Bildung eines Truppenübungsplatzes für US- und NATO-Truppen wurde die zwischenzeitlich dem Landkreis Parsberg angehörende Gemeinde Griffenwang von der Größe von 1083,39 ha mit den sechs Orten Aderstall, Griffenwang, Kittensse, Oberkeitenthal, Schauerstein und Unterkeitenthal bis zum 1. Oktober 1951 geräumt, ihre Bewohner wurden abgesiedelt; die Orte wurden zu Wüstungen.Jehle, S. 519Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München , Sp. 575 Die noch formal bestehende Gemeinde Griffenwang wurde zum 1. Oktober 1970 nach Velburg eingemeindet. Der Gemeindename wurde aufgehoben.Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799-1980. München 1983, S. 546 f.Jehle, S. 565
Die Einöde Unterkeitenthal umfasste 1836: 2 bewohnte HäuserRepertorium des topographischen Atlasblattes. Neumarkt. 1836, S. 17 1861: 7 Einwohner, 9 GebäudeJoseph Heyberger: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon, München 1867, Sp. 795 1871: 8 Einwohner, 4 Gebäude; Großviehbestand 1873: 12 Stück Rindvieh 1900: 11 Einwohner, 1 Wohngebäude 1925: 8 Einwohner, 1 Wohngebäude 1950: 9 Einwohner, 1 Wohngebäude
Kirchliche Verhältnisse Die Ansiedelung gehörte zur katholischen Pfarrei Allersburg im Bistum Regensburg. Die Kinder gingen im 19./20. Jahrhundert 2 km weit dorthin zur katholischen Schule.
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Wüstung in Velburg Kategorie:Ersterwähnung 1144