Oberkeitenthal war ein Gemeindeteil von Griffenwang im ehemaligen Landkreis Parsberg und ist im Truppenübungsplatz Hohenfels zur Wüstung geworden.

Geographische Lage Die Einöde lag im Oberpfälzer Jura der Fränkischen Alb auf circa 480 m über NHN ca. 2,5 km südlich des Tales der Lauterach, im Osten, Süden und Westen umschlossen von Erhebungen, die bis 587 m ü. NHN (Hindelberg im Südwesten) ansteigen.

Geschichte Im Bereich der heutigen Wüstung sind untertägig frühneuzeitliche Befunde nachgewiesen.Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege: Bodendenkmäler – Stand 05.03.2019, S. 21, Denkmal D-3-6736-0081

Mitte des 12. Jahrhunderts erscheint die Ansiedelung als „Cutental“ in einer Schenkungsurkunde für das Kloster Ensdorf.Wilhelm Volkert: Hohenburg auf dem Nordgau; auf der Website Miszellen zur Oberpfalz Ca. 1178 gingen die Ensdorfischen Güter zu „Cutental“ durch Tausch an das Kloster Kastl über.Joseph Moritz: Stammreihe und Geschichte der Grafen von Sulzbach. 1. Abteilung, [München 1832], S. 152 Keitenthal ist 1476 in einer Urkunde genannt, als Hans Sleich, Frühmesser der Pfarrei Allersburg, von Heinrich Liebenecker zu Zant die jährliche Gilt aus dem Zehent zu Keitenthal kaufte.Nikolaus Erb: Allersburg in der Oberpfalz. In: Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg, 10 (1846), S. 334 f. Keitenthal gehörte zum Pflegamt Hohenburg des Hochstifts Regensburg; in der Karte von Christoph Vogel von 1600 erscheint die Ansiedelung als „Keyenthal/Keienthal“.Günter Frank und Georg Paulus: Die pfalz-neuburgische Landesaufnahme unter Pfalzgraf Philipp Ludwig (Regensburger Beiträge zur Heimatforschung, 6). Kollersried 2016, S. 512, 528 Andernorts heißt es jedoch, dass das „Gut Kutental“ aus dem Ensdorfischen Besitz im 16. Jahrhundert eingegangen sei.[Dr.] Wittmann: Geschichte der Landgrafen von Leuchtenberg. In: Abhandlungen der königlichen Akademie der Wissenschaften in Bayern, 6 (1850), S. 17

Im Königreich Bayern wurde um 1810 der Steuerdistrikt Griffenwang gebildet und 1811 zum Landgericht Parsberg gegeben.Jehle, S. 516 Diesem gehörten die Dörfer Griffenwang und Kittensee sowie die Einöden Aderstall, Neudiesenhof, Oberkeitenthal, Schauerstein und Unterkeitenthal an. Mit dem zweiten bayerischen Gemeindeedikt von 1818 wurde daraus eine Ruralgemeinde.Jehle, S. 532, 542

Als 1865 der „Keitenthalerhof Hs.-Nr. 1 in Oberkeitenthal“ zur Versteigerung ausgeschrieben wurde, hatte das Anwesen einen „Gesamtflächenraum“ von 168 Tagwerken, davon nahmen Gebäude und Hofraum 0,22 Tagwerke ein.Beilage zum Allgemeinen Anzeiger der Bayerischen Zeitung zu Nr. 230 vom 22. August 1865, S. 1880

Im Zuge der Bildung eines Truppenübungsplatzes für US- und NATO-Truppen wurde die zwischenzeitlich dem Landkreis Parsberg angehörende Gemeinde Griffenwang von der Größe von 1083,39 ha mit den sechs Orten Aderstall, Griffenwang, Kittensse, Oberkeitenthal, Schauerstein und Unterkeitenthal bis zum 1. Oktober 1951 geräumt und ihre Bewohner abgesiedelt; die Orte wurden zu Wüstungen.Jehle, S. 519Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München , Sp. 575 Die noch formal bestehende Gemeinde Griffenwang wurde zum 1. Oktober 1970 nach Velburg eingemeindet. Der Gemeindename wurde aufgehoben.Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799-1980. München 1983, S. 546 f.Jehle, S. 565

Die Einöde Oberkeitenthal umfasste 1830: 12 Einwohner, 2 HäuserKarl Friedrich Hohn: Der Regenkreis des Königreichs Bayern, geographisch und statistisch beschrieben, Stuttgart und Tübingen: Cotta, 1830, S. 165 1836: 2 bewohnte HäuserRepertorium des topographischen Atlasblattes. Neumarkt. 1836, S. 17 1861: 13 Einwohner,5 GebäudeJoseph Heyberger: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon, München 1867, Sp. 795 1871: 10 Einwohner, 6 Gebäude; Großviehbestand 1873: 17 Stück Rindvieh 1900: 12 Einwohner, 2 Wohngebäude 1925: 11 Einwohner, 1 Wohngebäude 1950: 4 Einwohner, 1 Wohngebäude

Kirchliche Verhältnisse Die Ansiedelung gehörte zur katholischen Pfarrei Allersburg im Bistum Regensburg. Die Kinder gingen im 19./20. Jahrhundert 3 km weit dorthin zur katholischen Schule.

Literatur

Einzelnachweise

Kategorie:Wüstung in Velburg