Aderstall war ein Gemeindeteil von Griffenwang im ehemaligen Landkreis Parsberg und ist im Truppenübungsplatz Hohenfels abgegangen.

Geographische Lage Der Ort lag auf im Oberpfälzer Jura der Fränkischen Alb ca. 465 m über NHN ca. 1 km südlich des Tales der Lauterach, umgeben von mehreren Erhebungen, dem nördlich gelegenen Aderstaller Berg mit 534 m über NHN als der höchsten Erhebung. Adelstall war straßenmäßig mit dem Gemeindesitz Griffenwang im Südwesten und mit Allersburg links der Lauterach verbunden.

Geschichte Auf dem Adelstaller Berg ist eine vor- und frühgeschichtliche Wallburg nachweisbar.Sixtus Lampl und Otto Braasch: Denkmäler in Bayern, Band III: Oberpfalz. Ensembles, Baudenkmäler, Archäologische Geländedenkmäler, München: R. Oldenbourg Verlag, 1986, S. 165 In der Wüstung Aderstall befinden sich untertägig mittelalterliche und frühneuzeitliche Befunde.

Aderstall ist 1325/26 in der ersten Güterbeschreibung des Benediktinerklosters Kastl genannt.Jehle, S. 41 Die Ansiedelung unterstand dem Pflegamt Hohenburg des Hochstiftes Regensburg. Im 16. Jahrhundert saß hier die Untertanenfamilie Leitgeb.Urkunde GU Hohenburg 191 im Bayerischen Hauptstaatsarchiv In der Pfalz-Neuburger Landesaufnahme aus dem Jahr 1600 von Christoph Vogel ist die Einöde als „Alter Stall“ im Bereich des Amtes Hohenburg eingezeichnet.Günter Frank und Georg Paulus: Die pfalz-neuburgische Landesaufnahme unter Pfalzgraf Philipp Ludwig (Regensburger Beiträge zur Heimatforschung, 6). Kollersried 2016, S. 512, 520; die Karte siehe Gegen Ende des Alten Reiches, um 1800, unterstand Aderstall, aus einem Ganzhof des Untertanen Reindl bestehend, nach wie vor dem hochstiftischen Hohenburg.Jehle, S. 504

Durch das Königreich Bayern (1806) wurde um 1810 der Steuerdistrikt Griffenwang gebildet und 1811 zum Landgericht Parsberg gegeben.Jehle, S. 516 Diesem gehörten die Dörfer Griffenwang und Kittensee sowie die Einöden Aderstall, Neudiesenhof, Oberkeitenthal, Schauerstein und Unterkeitenthal an. Mit dem zweiten bayerischen Gemeindeedikt von 1818 wurde daraus eine Ruralgemeinde.Jehle, S. 532, 542 Im Zuge der Bildung eines Truppenübungsplatzes für US- und NATO-Truppen wurde die zwischenzeitlich dem Landkreis Parsberg angehörende Gemeinde von der Größe von 1083,39 ha mit den sechs Orten Aderstall, Griffenwang, Kittensse, Oberkeitenthal, Schauerstein und Unterkeitenthal bis zum 1. Oktober 1951 geräumt und ihre Bewohner umgesiedelt.Jehle, S. 519Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München , Sp. 575 Die noch formal bestehende Gemeinde Griffenwang wurde zum 1. Oktober 1970 nach Velburg eingemeindet. Der Gemeindename wurde aufgehoben.Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799-1980. München 1983, S. 546 f.Jehle, S. 565

In der Einöde wohnten 1838: 7 Einwohner (2 Häuser; Ortsname „Attestall“)Joseph Lipp (Bearbeiter): Matrikel des Bisthums Regensburg. Regensburg 1838, S. 4 1867: 11 Einwohner (4 Gebäude)Joseph Heyberger: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon, München 1867, Sp. 795 1871: 12 Einwohner (6 Gebäude; Großviehbestand 1873: 18 Stück Rindvieh) 1900: 10 Einwohner (2 Wohngebäude) 1925: 13 Einwohner (2 Wohngebäude) 1950: 11 Einwohner (2 Wohngebäude)

Kirchliche Verhältnisse Der Ort gehörte zur katholischen Pfarrei Utzenhofen im Bistum Regensburg, Dekanat Allersburg.Jehle, S. 383 Die Kinder gingen im 19. Jahrhundert 3 km zur katholischen Schule in Ransbach im Lauterach-Tal, um 1950 nach Allersburg.

Literatur Manfred Jehle: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 51: Parsberg, München 1981 Johann Renner: Zerstörte Heimat Hohenfels. Heimat- und Pfarrgeschichtliche Dokumentation der Gemeinden Pielenhofen und Griffenwang im Truppenübungsplatz Hohenfels. Großmehring 1993

Einzelnachweise

Kategorie:Wüstung in Velburg Kategorie:Ersterwähnung 1325