Gerhard Harvan (* 13. April 1941 in Wien; † 13. Mai 1971 in Düsseldorf) war ein Düsseldorfer Maler, Grafiker und Aktionskünstler.
Leben und Werk Harvan wurde 1941 in Wien geboren und wuchs bis 1960 in Görlitz auf. Nach einem längeren Aufenthalt in London, kam er nach Düsseldorf an die dortige Werkkunstschule, wo er Zeichenunterricht bei Edith Hultzsch nahm. Dort lernte er seine spätere Ehefrau Renate Harvan kennen.Barbara Könches: Gerhard Harvan – Stunde um Stunde Von 1965 bis 1970 studierte er an der Kunstakademie Düsseldorf bei den Professoren Joseph Faßbender und Rolf Sackenheim und arbeitete auch im Umfeld der Gruppe Zero.Leben zwischen Vergangenheit und Zukunft In: RP-Online.de. Abgerufen am 26. Mai 2020 Er wurde Meisterschüler bei Rolf Sackenheim und war Schüler von Joseph Beuys, der ihn zu unkonventionellen Aktionen ermutigte. Seine ersten Ausstellungen hatte Harvan bereits 1967. Er kombinierte Malerei und Spritztechnik, Siebdruck mit Lithographie, Radierung mit Holzdruck und collagierte mit Schaumstoff und Watte. Er schrieb GedichteGerhard Harvan: Gedichte In: gerhardharvan.de. Abgerufen am 29. Mai 2020., machte KurzfilmeGerhard Harvan: Filme In: gerhardharvan.de. Abgerufen am 29. Mai 2020. und führte HappeningsGerhard Harvan: Happening In: gerhardharvan.de. Abgerufen am 29. Mai 2020. durch.
Harvan beschäftigte sich in seinen Werken intensiv mit der Zeit, der Zeit des Wartens. Dazu setzte er symbolisch das Zahnrad als mechanisches Bauteil der linearen Zeit ein und entwickelte Zeitröhren aus Plexiglas. Später wandte er sich der zyklischen Zeit zu und interessierte sich für Zeitzyklen in der Natur, wie die Jahreszeiten oder biologische Kreisläufe. 1969 erregte sein Happening Männer liebt den Zyklus! Damen nehmt ihn nicht so ernst vor der Kunsthalle Düsseldorf öffentliches Aufsehen.Barbara Könches: Gerhard Harvan – Stunde um Stunde Harvan war bereits als Student an wichtigen Ausstellungen beteiligt und war dabei, sich in der Kunstwelt einen Namen zu machen, als er am 13. Mai 1971 an einem Stromschlag starb.Von Zeit und Vergänglichkeit In: RP-Online.de. Abgerufen am 26. Mai 2020
Auszeichnungen 1967 Kunstpreis „Junge Stadt sieht junge Kunst“, Wolfsburg
Ausstellungen und Retrospektiven 1967: Harvan, Galerie Downtown, Düsseldorf, Eröffnung 10. August 1967, Einzelausstellung 1967: Ernst-Poensgen-Stiftung (Ernst Poensgen-Preis), Dezember 1967 1967: 50 x Ringenberg. Deutsch-Niederländische Gemeinschafts-Ausstellung, Galerie Schloss Ringenberg, Bodo Bratke, 1967 1967: Galerie moderne Kunst »Intergroup«, Rheinhausen 1967 1967: 128. Frühjahrsausstellung, Kunstverein Hannover 1967 1968: Allard & Harvan, Galerie Alfermann, Solingen-Ohligs, Eröffnung 7. Juni 1968 1968: Harvan Zeit warten, 19. Oktober bis 10. November 1968, Einzelausstellung, Hellweg-Museum Unna 1968: Westdeutscher Künstlerbund 1968, Karl-Ernst-Osthaus-Museum, Hagen 1968 1968: Düsseldorfer Künstler bei der Henkel AG & Co. KGaA 1968: Deutscher Künstlerbund, 16. Ausstellung, Kunsthalle und Künstlerhaus Nürnberg, 20. Juli bis 15. September 1968 1969: Industrie & Technik in der deutschen Malerei. Von der Romantik bis zur Gegenwart, Wilhelm-Lehmbruck-Museum, Duisburg, 7. Mai – 7. Juli 1969 1969 Wilhelm-Morgner-Preis für experimentelle Kunst 1969, Soest 1969: Deutscher Künstlerbund, 17. Ausstellung, Kunstverein Hannover, 7. Juni bis 27. Juli 1969 1969: Aktion Zyklus, Spontanaktion Männer liebt den Zyklus! Damen nehmt ihn nicht so ernst vor der Kunsthalle Düsseldorf, 23. Oktober 1969, um 12:30 1970: Harvan Zyklus Zeit Warten, K-7 Galerie Kö-Center Düsseldorf, Eröffnung 23. Januar 1970, Einzelausstellung 1970: 13 x Kunst, Stadthalle Bergheim, mit Christian von Grumbkow, Dorothee Jacobs, Falk Thimel, Otto Günther Altena u. a 1970: Industrie und Technik in der deutschen Malerei. Von der Romantik bis zur Gegenwart, Staatsgalerie Warschau 1970 (Übernahme der Ausstellung 1969) 1970: 14. Ausstellung des Westdeutschen Künstlerbundes 1970, Karl-Ernst-Osthaus-Museum, Hagen 1970 1970: Konzepte einer neuen Kunst, vierteiliger Ausstellungszyklus im Städtischen Museum Göttingen, 1970 1971: 21. Winterausstellung der bildenden Künstler NRW, 28. November 1971 bis 1. Januar 1972, Kunstpalast Ehrenhof, Düsseldorf 1971: Düsseldorf – Stadt der Künstler, Tradition und Avantgarde (Eröffnung neues Messegelände) 1973: Harvan, Galerie 58, Düsseldorf, Eröffnung 5. Dezember 1973 (Retrospektive) 2019: Gerhard Harvan – Bilder und Objekte, Hermann-Harry-Schmitz-Institut im historischen Uhrenturm, Düsseldorf 14. April – 2. September 2019 (Retrospektive)
Literatur Der Göttinger Kunstverein zeigt Konzepte einer neuen Kunst im Städtischen Museum am Ritterplan – Ausstellungszyklus in 4 Folgen; Göttinger Kunstverein, (1970) – mit Beiträgen von Joseph Beuys, Hans Haacke, Bernhard Höke, Timm Ulrichs, Thomas Bayrle, Bruno Demattio, Gerhard Harvan, Ulrich Herzog, Christoph Müller, H A Schult, Renate Weh, Günter Weseler, Gabor Altorjai, K H Hödicke, Markus Lüpertz, Lutz Monmartz, Dieter Reick, Konrad B. Schäuffelen, Helmut Schweizer, Bruno Spoerri, Herbert Distel, Otto Dressler, Hans-D. Froese, Dieter Glasmacher, Jörg Immendorff, Adolf Luther, Klaus Rinke Industrie und Technik in der deutschen Malerei. Von der Romantik bis zur Gegenwart; Ausstellungskatalog Wilhelm-Lehmbruck-Museum der Stadt Duisburg, (7. Mai bis 13. Juli 1969): Eine Ausstellung aus Anlass des 150jährigen Jubiläums der DEMAG Aktiengesellschaft; Duisburg 1969
Weblinks Website von Gerhard Harvan
Einzelnachweise
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