Bogenmühle ist ein Gemeindeteil der Stadt Parsberg im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern. Bogenmühle liegt in der Gemarkung Darshofen.
Geographie Die Einöde liegt rund drei Kilometer nordwestlich des Stadtzentrums von Parsberg im Oberpfälzer Jura der Fränkischen Alb im Tal des Kerschbaches, der durch wasserreiche Karstquellen südlich der Mühle im sogenannten Mühltal entsteht und im ehemaligen Gemeindesitz Darshofen der Schwarzen Laber zufließt.
Die Mühle ist verkehrsmäßig erschlossen durch eine Gemeindeverbindungsstraße, die in Darshofen von der Kreisstraße NM 32 abzweigt. Eine weitere Gemeindeverbindungsstraße führt von Eglwang aus zur Bogenmühle.
Ortsnamendeutung Der Ortsname bedeutet „Mühle am Bogen, an der Biegung“.Sammelblatt des Historischen Vereins Eichstätt 38 (1923), S. 10
Geschichte Circa 165 m östlich der Bogenmühle ist ein vorgeschichtlicher Grabhügel vorhanden, der als archäologisches Geländedenkmal ausgewiesen ist.Sixtus Lampl und Otto Braasch: Denkmäler in Bayern, Band III: Oberpfalz. Ensembles, Baudenkmäler, Archäologische Geländedenkmäler, München: R. Oldenbourg Verlag, 1986, S. 155
Die „Pägenmühl/Pogenmuhl“ ist um 1600 in der Karte von Christoph Vogel eingetragen. Günter Frank und Georg Paulus: Die pfalz-neuburgische Landesaufnahme unter Pfalzgraf Philipp Ludwig (Regensburger Beiträge zur Heimatforschung, 6). Kollersried 2016, S. 406, 450 Sie unterstand nach Vogel dem pfalz-neuburgischen Pflegamt Velburg. Ein Reichshofratsbeschluss vom 20. August 1714 wies die Mühle von der Größe eines Viertelhofes jedoch dem Amt Parsberg zu; so erscheint sie auch in den Parsberger Urbaren von 1731, 1732 und 1740.Jehle, S. 491 1766 erhob das Amt Hohenfels vergeblich Anspruch auf die Mühle, die gegen Ende des Alten Reiches, um 1800, zur Reichsherrschaft Parsberg gehörte.Jehle, S. 481
Im Königreich Bayern wurde die Bogenmühle zusammen mit der Christlmühle im Verbund mit dem Dorf Kerschhofen dem Steuerdistrikt Darshofen im Landgericht Parsberg zugegeben.Jehle, S. 541 Als mit dem zweiten Gemeindeedikt von 1818 die Ruralgemeinde Darshofen gebildet wurde, gehörte auch zu dieser die Bogenmühle.Jehle, S. 547 Diese Gemeinde des Landkreises Parsberg wurde im Zuge der Gebietsreform in Bayern aufgelöst; ihre Gemeindeteile kamen am 1. Juli 1971 in die nunmehr dem Landkreis Neumarkt i. d. Opf. zugehörende Stadt Parsberg. Dadurch wurde die Einöde Bogenmühle ein amtlich benannter Ortsteil von Parsberg.Jehle, S. 564Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799-1980. München 1983, S. 547
1890 wurden die drei Wasserräder der Mühle durch ein oberschlächtiges Wasserrad ersetzt. 1913 wurde dieses durch eine Francis-Turbine ersetzt; deren Strom trieb nunmehr die Mühle an. 1958 wurde der Mahlbetrieb eingestellt. Seitdem wird das Anwesen als bäuerlicher Hof geführt.Kurt Romstöck (Text) und Alfons Dürr (Zeichnungen): Die Mühlen im Landkreis Neumarkt i. d. Opf. , Neumarkt i. d. Opf. 2004, S. 315
Einwohner- und Gebäudezahl 1861: 8 Einwohner, 3 Gebäude,Joseph Heyberger: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon, München 1867, Sp. 794 1871: 9 Einwohner, 4 Gebäude; Großviehbestand 1873: 2 Pferde, 8 Stück Rindvieh, 1900: 11 Einwohner, 1 Wohngebäude, 1925: 10 Einwohner, 1 Wohngebäude, 1950: 9 Einwohner, 1 Wohngebäude, 1961: 6 Einwohner, 1 Wohngebäude, 1970: 5 Einwohner.Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern.Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München , S. 128 1987: 0 Einwohner
Kirchliche Verhältnisse Die Einöde gehörte um 1600 zum Sprengel der zu dieser Zeit (1543–1618) unter Pfalz-Neuburg lutherischen Pfarrei Daßwang. Die seit der Gegenreformation wieder katholische Pfarrei Daßwang gehört zum Bistum Eichstätt.Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt. I. Band, Eichstätt: Brönner & Däntler, 1937, S. 145 f.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Einzelsiedlung im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Kategorie:Ortsteil von Parsberg