Hillbilly-Elegie ist ein Filmdrama von Ron Howard, das im November 2020 in das Programm von Netflix aufgenommen wurde. Der Film basiert auf dem autobiografischen Buch Hillbilly Elegy: A Memoir of a Family and Culture in Crisis des späteren Vizepräsidenten der USA JD Vance. Er erzählt die Geschichte einer ursprünglich aus Kentucky stammenden Familie über drei Generationen. Bei der Oscarverleihung 2021 erhielt der Film zwei Nominierungen, darunter für Nebendarstellerin Glenn Close.
Handlung Der Film erzählt die Geschichte von JD Vance in einer nichtlinearen Erzählweise. Die folgende Zusammenfassung stellt die Handlung in chronologischer Reihenfolge dar.
JD Vance wächst in den 1990er Jahren in Middletown (Ohio) auf. Seine Mutter Beverly („Bev“) kämpft mit einer Drogenabhängigkeit und instabilem Verhalten, was das Familienleben für JD und seine ältere Schwester Lindsay belastet. Nach einem Streit während einer Autofahrt droht Bev, das Fahrzeug absichtlich zu verunglücken, und greift JD an, woraufhin er in ein nahegelegenes Haus flüchtet. Bev verfolgt ihn, bricht die Tür auf und zwingt ihn mitzukommen. Um ihre Verhaftung zu verhindern, lügt JD vor der Polizei. Kurz darauf stirbt sein Großvater Papaw. Bev verliert schließlich aufgrund ihres erratischen Verhaltens und des Diebstahls von Medikamenten während der Arbeitszeit ihren Job, was zu einem öffentlichen Zusammenbruch führt. Nachdem sie mehrere Beziehungen eingegangen war, heiratet sie ihren Vorgesetzten, bleibt jedoch drogenabhängig.
JD verbringt viel Zeit mit seiner Großmutter Bonnie („Mamaw“) Vance, die versucht, ihrer Tochter zu helfen und für ihre Enkel da zu sein. Um Bev vor einer Kündigung zu bewahren, überredet Mamaw JD, ihr „sauberen“ Urin für einen Drogentest zu besorgen. Als Mamaw mit einer Lungenentzündung ins Krankenhaus eingeliefert wird, gerät JD zunehmend auf die schiefe Bahn. Mit seinem Stiefbruder und dessen Freunden konsumiert er Alkohol und Drogen und begeht Vandalismus, bis sie Mamaws Auto zu Schrott fahren. Lindsay informiert Mamaw, woraufhin diese das Krankenhaus verlässt und JD zu sich nimmt.
Mamaw bemüht sich, JD auf den richtigen Weg zu bringen. Als er beim Diebstahl eines teuren Taschenrechners erwischt wird, macht sie ihm deutlich, dass er die Chance hat, seinem Leben eine positive Wendung zu geben. JD erkennt ihre Bemühungen und beginnt, sich in der Schule anzustrengen. Er nimmt eine Arbeitsstelle an und verbessert seine Noten. Später tritt er dem United States Marine Corps bei. Nach Mamaws Tod kehrt er nach Hause zurück und dient anschließend im Irakkrieg. Nach seiner Militärzeit nutzt er das „New GI Bill“-Programm, um ein Studium zu beginnen.
2011 arbeitet Vance in drei Jobs, um sein Jurastudium an der Yale Law School zu finanzieren. Er bewirbt sich zusammen mit seiner Freundin Usha für ein Sommerpraktikum in Washington, D.C. Kurz vor einem entscheidenden Vorstellungsgespräch erfährt er, dass Bev eine Überdosis Heroin genommen hat. Vance reist nach Middletown, um eine Entzugsklinik für seine Mutter zu finden, kann sie jedoch nicht überzeugen, sich behandeln zu lassen. Nachdem ihr Freund sie aus der Wohnung geworfen hat, bringt Vance sie in einem Motel unter. Dort findet er sie beim Heroinkonsum vor, entreißt ihr die Nadel und fleht sie an, nicht aufzugeben. Schließlich überlässt er sie der Obhut von Lindsay und kehrt nach New Haven zurück. Am Morgen trifft er rechtzeitig zu seinem Bewerbungsgespräch ein.
Ein Epilog informiert darüber, dass Vance sein Studium in Yale abgeschlossen und seine Memoiren veröffentlicht hat. Er heiratete Usha, mit der er Kinder bekam, und zog nach Ohio, um in der Nähe seiner Familie zu leben. Seine Mutter Bev sei inzwischen seit sechs Jahren drogenfrei.
Autobiografische Vorlage
Der Film basiert auf dem autobiografischen Buch von JD Vance mit dem Titel Hillbilly Elegy: A Memoir of a Family and Culture in Crisis, das im Juni 2016 bei Harper & Row veröffentlicht wurdeJames Barber: Marine Vet J.D. Vance’s ‘Hillbilly Elegy’ Movie Will Star Amy Adams and Glenn Close. In: military.com, 11. April 2019. und im selben Jahr in der Top 10 der Nonfiction Books of 2016 der Time landete.Sarah Begley: The Top 10 Nonfiction Books. In: Time, 22. November 2016. archiviert vom Original am 31. Dezember 2016; abgerufen am 26. Juli 2024 (englisch). Auf Deutsch erschien das Buch 2017 unter dem Titel Hillbilly-Elegie: Die Geschichte meiner Familie und einer Gesellschaft in der Krise beim Ullstein Verlag. mini|JD Vance, der Autor von Hillbilly Elegy
Produktion mini|hochkant=0.8|Regie führte Ron Howard Vance autobiografisches Werk wurde von Vanessa Taylor für den Film adaptiert, die für ihre Arbeit an Shape of Water eine Oscar-Nominierung erhalten hatte.Jordan Moreau: ‘Hillbilly Elegy’: Amy Adams, Glenn Close Star in First Trailer for Ron Howard’s Oscars Contender. In: Variety, 14. Oktober 2020. Abgerufen am 28. Juli 2024 Oscar-Preisträger Ron Howard führte Regie.
Owen Asztalos spielt den jungen JD Vance, der als Erwachsener von Gabriel Basso gespielt wird, der vor allem durch seine Rolle von Martin in Super 8 bekannt wurde. Amy Adams übernahm die Rolle von Vances Mutter Bev, Glenn Close spielt Mamaw, die ihn großgezogen hat.Annemarie Havran: Glenn Close ist nicht wiederzuerkennen im deutschen Trailer zum Netflix-Oscarkandidaten „Hillbilly-Elegie“. In: filmstarts.de, 14. Oktober 2020. Als jüngere Frau wird Mamaw von Sunny Mabrey gespielt. Bo Hopkins spielt Papaw. In weiteren Rollen sind Haley Bennett als Lindsay, Freida Pinto als Usha, Chase Anderson als Brett und Jesse C. Boyd als Matt zu sehen.
Die Dreharbeiten fanden in Ohio und in Georgia statt, so unter anderem Mitte Juni 2019 im Clayton County und in North Druid Hills.Matt Walljasper: What’s filming in Atlanta now? Lovecraft Country, The Conjuring 3, Waldo, Hillbilly Elegy, and more. In: atlantamagazine.com, 27. Juni 2019. Abgerufen am 28. Juli 2024 Außenaufnahmen entstanden in Macon und in Middletown, wo Vance aufgewachsen ist. Als Kamerafrau fungierte die Französin Maryse Alberti.
Die Filmmusik komponierten David Fleming und Hans Zimmer, mit dem Howard zuletzt für Inferno zusammengearbeitet hatte.Hans Zimmer to Reteam with Ron Howard on ‘Hillbilly Elegy’. In: filmmusicreporter.com, 10. März 2020. Das Soundtrack-Album mit elf Musikstücken wurde am 20. November 2020 von Milan Records als Download veröffentlicht und erschien Anfang Dezember 2020 auch in physischer Form.‘Hillbilly Elegy’ Soundtrack Album Details. In: filmmusicreporter.com, 4. November 2020. Abgerufen am 28. Juli 2024
Mitte Oktober 2020 wurde der erste Trailer vorgestellt. Der Film kam am 11. November 2020 in die US-Kinos und wurde am 24. November 2020 in das Programm von Netflix aufgenommen.
Rezeption Altersfreigabe In den USA erhielt der Film von der MPAA ein R-Rating, was bedeutet, dass unter 17-jährige das Kino nur in Begleitung eines Erwachsenen besuchen durften. In Deutschland wurde der Film von der FSK ab 16 Jahren freigegeben.
Kritiken Von den bei Rotten Tomatoes aufgeführten Kritiken sind 25 Prozent positiv. Vom Publikum wurde Hillbilly-Elegie mit 82 Prozent weitaus besser bewertet. Laut Metacritic, das auf der Grundlage von 43 Kritikern eine gewichtete Durchschnittsbewertung von 38 von 100 berechnete, erhielt der Film „allgemein unvorteilhafte Kritiken“.Hillbilly Elegy Reviews. In: Metacritic. Abgerufen am 28. Juli 2024
The Independent berichtete, dass der Film weithin dafür kritisiert wurde, „Stereotypen über die Armen aufrechtzuerhalten“.Ellie Harrison: "Hillbilly Elegy: Amy Adams responds to bad reviews of 'sickeningly irresponsible' film". In: The Independent. 29. November 2020, abgerufen am 28. Juli 2024. Katie Rife von The A.V. Club nannte es „Potenzporno aus dem Nichts“ und sagte, dass es „die Stereotypen verstärkt, die es eigentlich beleuchten soll.“Katie Rife: "May Hillbilly Elegy mark the end of Trump-era myth-making about the white working class". In: The A.V. Club. 10. September 2020, abgerufen am 28. Juli 2024 (englisch).
Owen Gleiberman von Variety schrieb: „Solange Close eine preiswürdige Leistung zeigt (ihre Darstellung ist tatsächlich ziemlich akribisch), ist Hillbilly Elegy immer lebendig. Amy Adams liefert einige Vorzeigeschauspielerleistungen ab, aber so geschickt ihre Darstellung auch ist, sie bringt uns nie dazu, Bev mit Mitleid und Schrecken anzusehen.“Owen Gleiberman: 'Hillbilly Elegy' Review: Amy Adams and Glenn Close Act with Down-Home Flamboyance in Ron Howard's Otherwise Overly Safe Adaptation. In: Variety, 10. November 2020. Abgerufen am 28. Juli 2024 Für IndieWire gab David Ehrlich dem Film ein „C−“ und schrieb: „Hillbilly Elegy hängt von Mamaws Hoffnung ab, dass sie ihre Familie besser zurücklässt, als sie sie vorgefunden hat, und es ist klar, dass Vances Geschichte diesen Wunsch fast schon erfüllt, sobald der Film beginnt. Aber der Prozess, ihm dabei zuzusehen, wie er seine Verluste hinter sich lässt und sich wieder seinem eigenen Erfolg widmet, wird auf eine Weise dargestellt, die nicht nur dramaturgisch extrem unbefriedigend ist, sondern auch auf der an der Grenze zum Soziopathischen.“David Ehrlich: 'Hillbilly Elegy' Review: Ron Howard Adapts J.D. Vance's Controversial Memoir into a Forgettable Netflix Biopic. In: IndieWire, 10. November 2020. Abgerufen am 28. Juli 2024
Peter Travers von Good Morning America findet Closes Leistung „sensationell“, schloss jedoch: „Mit einer stärkeren Betonung der Einfachheit statt Hollywood-Angeberei wäre Hillbilly Elegy vielleicht mehr als eine verpasste Gelegenheit gewesen.“Peter Travers: Review: 'Hillbilly Elegy' is a 'missed opportunity'; Glenn Close is 'sensational'. In: Good Morning America, 20. November 2020 (abgerufen am 28. Juli 2024) In ihrer positiven Kritik lobte Sandra Hall von The Sydney Morning Herald Howards „High-End-Marke des kommerziellen Filmemachens“ und meinte, er verdiene „Beifall allein dafür, dass er Close mit ihrem Reichtum an Vorstellungskraft und Technik eingeladen hat, uns alles zu geben, was sie hat“.Sandra Hall: Is Hillbilly Elegy poverty porn or a masterclass by Ron Howard?, In: The Sydney Morning Herald, 18. November 2020 (abgerufen am 28. Juli 2024) Richard Roeper von der Chicago Sun-Times gab dem Film vier von vier Sternen und lobte die „außergewöhnliche Arbeit“ von Adams und Close, wobei er Adams als „Tour de Force“ und Close als „meisterhaft, leinwandbeherrschend, absolut perfekt“ beschrieb.Richard Roeper: Review: 'Hillbilly Elegy' a sure bet for Oscar love, and deservedly so. In: Chicago Sun-Times, 10. November 2020 . Abgerufen am 28. Juli 2024
Brian Viner von Daily Mail schreibt, auch wenn die ersten Kritiken überwiegend negativ waren und Ron Howard der Geschichte JD Vance’ womöglich ein wenig zu viel Hollywood-Glanz verpasst habe, seien die beiden Stars Glenn Close und Amy Adams gut besetzt. Insgesamt beschreibt er Hillbilly-Elegie: „Dieser Film ist wie Die Waltons auf Crack.“Brian Viner: It was touted as the first mainstream gay Christmas comedy: Brian Viner reviews Happiest Season. In: dailymail.co.uk, 27. November 2020. Abgerufen am 9. März 2024
Vance äußerte sich positiv zur Verfilmung seiner Autobiografie. Er lobte insbesondere Regisseur Ron Howard sowie die schauspielerische Leistung von Amy Adams und Glenn Close und erwähnte, dass seine Familienmitglieder besonders erfreut waren, wie originalgetreu Glenn Close Mamaw porträtiert hat.Josh Shepherd: ‘Hillbilly Elegy’ Author J.D. Vance Responds To Critics Of The Netflix Film. In: thefederalist.com, 4. Dezember 2020, abgerufen am 15. Juli 2024, amerikanisches EnglischRon Howard, J.D. Vance discuss new film “Hillbilly Elegy,” relevance in current climate, CBS Mornings bei YouTube (Video), 1. Dezember 2020. Abgerufen am 15. Juli 2024
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