Polstermühle ist ein Gemeindeteil der Stadt Parsberg im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern. Polstermühle liegt in der Gemarkung Rudenshofen.
Geographie Die Einöde liegt rund vier Kilometer nordwestlich des Stadtzentrums von Parsberg im Oberpfälzer Jura der Fränkischen Alb im Tal der Schwarzen Laber. Südwestlich befindet sich die Burgruine Adelburg.
Die Polstermühle ist verkehrsmäßig erschlossen durch eine Gemeindeverbindungsstraße, die nordwestlich der Mühle von der Staatsstraße 2251 abzweigt und nach der Mühle in südöstlicher Richtung im Tal der Schwarzen Laber weiter zum Parsberger Gemeindeteil Klapfenberg führt. Rund 1 km östlich der Mühle führt die Bundesautobahn 3 vorbei; die nächsten Anschlussstellen sind die AS 93 Velburg und die AS 94 Parsberg.
Geschichte Um 1600 ist das Mühlenanwesen als „Kuefußmuhl/Kuefuesmuhl“ in der Karte von Christoph Vogel eingetragen. Günter Frank und Georg Paulus: Die pfalz-neuburgische Landesaufnahme unter Pfalzgraf Philipp Ludwig (Regensburger Beiträge zur Heimatforschung, 6). Kollersried 2016, S. 408, 418 Die später sogenannte Polstermühle, wohl nach einer Besitzerfamilie so benannt, unterstand dem pfalz-neuburgischen Pflegamt Velburg. Gegen Ende des Alten Reiches, um 1800, saß auf dem Anwesen als Untertan der Müller Schaller, der hier eine Mahl- und Sägemühle betrieb; 1723 hatte Adam Schaller von der Schallermühle die Witwe Walburga Seitz von der Polstermühle geheiratet.Jehle, S. 483Kurt Romstöck (Text) und Alfons Dürr (Zeichnungen): Die Mühlen im Landkreis Neumarkt i. d. Opf. , Neumarkt i. d. Opf. 2004, S. 311
Im Königreich Bayern (1806) wurde die Polstermühle dem Steuerdistrikt Klapfenberg im Landgericht Parsberg zugegeben.Jehle, S. 533 Mit dem zweiten Gemeindeedikt von 1818 wurde die Ruralgemeinde Klapfenberg gebildet, die nur aus dem Dorf Klapfenberg und der Einöde Polstermühle bestand.Jehle, S. 543 Diese Gemeinde wurde mit der Gemeinde Ronsolden zur neuen Gemeinde Ronsolden im Landkreis Parsberg vereinigt. Als diese im Zuge der Gebietsreform in Bayern aufgelöst wurde, kamen Teile davon am 1. Januar 1972 in die nunmehr dem Landkreis Neumarkt i.d.OPf. zugehörende Stadt Parsberg, darunter auch die Polstermühle.Jehle, S. 564
Einwohner- und Gebäudezahl 1861: 16 Einwohner, 11 Gebäude, „Palstermühle“ (Gemeinde Ronsolden),Joseph Heyberger: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon, München 1867, Sp. 798 1871: 14 Einwohner, 7 Gebäude; Großviehbestand 1873: 6 Pferde, 18 Stück Rindvieh, 1900: 12 Einwohner, 2 Wohngebäude, 1938: 12 Einwohner (Katholiken),Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt. II. Band, Eichstätt: Brönner & Däntler, 1938, S. 50 1950: 15 Einwohner, 2 Wohngebäude, 1987: 4 Einwohner, 1 Wohngebäude, 1 Wohnung.
Um 1870 besaß Johann Schaller, um 1925 Max Schaller, die Mühle, die unter ihm in den 1940er Jahren mittels Walzenstühle zur Kunstmühle modernisiert wurde. 1972 wurde der Mühlenbetrieb und 1987 der Betrieb des Sägewerks eingestellt, die Stromerzeugung mittels Turbinen wurde beibehalten.Romstöck/Dürr, S. 311 Das erhalten gebliebene historische Mühlengehöft, eine geschlossene Vierseitanlage des 18. Jahrhunderts, gilt als Baudenkmal.Sixtus Lampl und Otto Braasch: Denkmäler in Bayern, Band III: Oberpfalz. Ensembles, Baudenkmäler, Archäologische Geländedenkmäler, München: R. Oldenbourg Verlag, 1986, S. 155 Siehe auch Liste der Baudenkmäler in Parsberg#Polstermühle.
Kirchliche Verhältnisse Polstermühle gehört seit altersher zum Sprengel der katholischen Pfarrei Klapfenberg im Bistum Eichstätt; die Pfarrei war von 1554 bis 1618 unter Pfalz-Neuburg lutherisch.Buchner II, S. 48 Nach Klapfenberg, 2,5 km von der Mühle entfernt, gingen die Müllerskinder auch zur Schule.
Persönlichkeiten Johann Schaller (* 4. Januar 1840 in der Polstermühle; † 9. August 1923 ebenda), Abgeordneter im Bayerischen Landtag 1899–1907Geschichte des Bayerischen Parlaments seit 1819
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Einzelsiedlung im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Kategorie:Ortsteil von Parsberg