Thomas Naumann (* 15. Juni 1953 in Dresden) ist ein deutscher Experimentalphysiker.Biographische Angaben unter anderem aus dem Normdatensatz bei der Deutschen Nationalbibliothek.Biographische Angaben unter anderem aus: Elementary Particle Physics 2010 - 2014, Helmholtz-Programmantrag für Elementarteilchenphysik der Helmholtz-Gemeinschaft, 2009. mini|Prof. Dr. Thomas Naumann Er leitete bis zum Jahre 2020 die Gruppe Teilchenphysik am Deutschen Elektronen-Synchrotron DESY in Zeuthen und ist Mitglied des ATLAS-Experiments am Large Hadron Collider LHC des Europäischen Zentrums für Kernforschung CERN in Genf.Publikationen von Thomas Naumann auf der Online-Datenbank iNSPIRE HEP zur Hochenergiephysik, zuletzt abgerufen am 23. Mai 2020. Seit 1996 lehrte er gleichzeitig an der Universität Leipzig, von 2006 bis 2020 als Honorarprofessor.Siehe Website des Felix Bloch-Instituts der Universität Leipzig, zuletzt abgerufen am 23. Mai 2020.

Werdegang Thomas Naumann wurde 1953 als Sohn des deutsch-jüdischen Schriftstellers, Arztes und Kommunisten Friedrich Wolf und der Tanzpädagogin Irmgard SchaafBiografie von Irmgard Schaaf auf: Sächsische Biografie - das personengeschichtliche Lexikon zur Geschichte Sachsens, zuletzt abgerufen am 27. Mai 2020. in Dresden geboren. Sein Vater starb im Jahre seiner Geburt. Die Mutter heiratete im Jahre 1959 den Pianisten und späteren Professor der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden Karl-Heinz Naumann. Seine Halbbrüder Markus Wolf, Leiter des Auslandsgeheimdienstes der DDR von 1952 bis 1986, und Konrad Wolf, DEFA-Regisseur (Ich war neunzehn) und Präsident der Akademie der Künste der DDR von 1965 bis 1982, lernte Thomas Naumann erst in den 1980er Jahren persönlich kennen.Verzeiht, daß ich ein Mensch bin, Dokumentation der DEFA von Lew Hohmann aus dem Jahr 1988, ein Porträt des Schriftstellers Friedrich Wolf, das auf Gesprächen der engsten Familienangehörigen und Kinder basiert.

Nach dem Abitur an der Spezialklasse für Mathematik und Naturwissenschaften der Technischen Hochschule in Karl-Marx-Stadt, heute wieder Chemnitz, studierte er von 1971 bis 1975 an der Sektion Physik der Technischen Universität Dresden. Anschließend begann er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Hochenergiephysik in Zeuthen bei Berlin zu arbeiten, dem heutigen Zweitstandort des Deutschen Elektronen-Synchrotrons DESY. Naumann promovierte 1980 an der Humboldt-Universität zu Berlin über hochenergetische Reaktionen von Elementarteilchen und ist seit 1992 wissenschaftlicher Mitarbeiter des DESY. Am Elektron-Proton-Speicherring HERA des DESY arbeitete er ab 1987 im Rahmen des H1-Experiments in Hamburg an der Präzisionsmessung der Struktur des Protons und der Stärke der Kernkraft. Er war ab 2007 am Aufbau der Öffentlichkeitsarbeit für CERN und den LHC in Deutschland beteiligt.Die Weltmaschine, Website-Auftritt der deutschen Wissenschaftsgemeinschaft der Teilchenphysik, gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, zuletzt abgerufen am 27. Mai 2020. Im Jahre 2022 veröffentlichte er gemeinsam mit Ilja Bohnet ein Buch über fundamentale Fragen der modernen Wissenschaft.

Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit verfolgt Thomas Naumann breite philosophische und literarische Interessen. Er ist Vorsitzender der Friedrich-Wolf-Gesellschaft Friedrich-Wolf-Gesellschaft und Mitglied im Beirat des Einstein Forums Potsdam. Er hielt Vorträge auf internationalen Fachtagungen über Einsteins Dialog mit Gott, das Multiversum, das Anthropische Prinzip und die Feinabstimmung der Naturkonstanten, das Verhältnis von Wahrheit und Schönheit, die deutschen Hymnen sowie über Bertolt Brechts Verhältnis zur Bibel.Wie Brecht beeindruckt von Villon. In: Lausitzer Rundschau vom 8. März 2017, zuletzt abgerufen am 23. Mai 2020.Heldinnen der Bibel, Vortrag in der Urania Berlin am 8. März 2018. Zu letzterem Thema sowie der Rolle von Heilserwartungen in den totalitären Ideologien des 20. Jahrhunderts veröffentlichte er 2021 zwei Essays unter dem Titel Auf zum Letzten Gefecht. 2022 erschien in Zusammenarbeit mit dem Physiker und Autor Ilja Bohnet das populärwissenschaftliche Buch Das rätselhafte Universum zu fundamentalen Fragen der aktuellen Physik sowie ein Beitrag zur Rolle der Sprache in der Naturwissenschaft.

Thomas Naumann hat drei Söhne aus drei Ehen.

Weblinks

Friedrich-Wolf-Gesellschaft e.V. Einstein Forum Potsdam

Veröffentlichungen (Auswahl) Albert DeRoeck, Max Klein, Thomas Naumann, On the Asymptotic Behavior of F2 (x,Q2), Physics Letters B 385 (1996) 411-414. arXiv:hep-ph/9605276. H1 Collaboration, A Measurement of the Proton Structure Function F2 (x,Q2) at low x and low Q2 at HERA. Nuclear Physics B 497 (1997) 3-30. arXiv:hep-ex/9703012. Publikationen von Thomas Naumann auf der Online-Publikationsdatenbank der Teilchenphysik INSPIRE HEP. Thomas Naumann, Teilchen ohne Grenzen, in: Physik im Kalten Krieg, Hrsg. Christian Forstner und Dieter Hoffmann, Springer Spektrum, Berlin und Wiesbaden 2013, S. 57-66, ISBN 978-3-658-01050-8, https://doi.org/10.1007/978-3-658-01050-8_6.

Thomas Naumann: Auf zum Letzten Gefecht, Edition Buchhaus Loschwitz, Dresden 2021, ISBN 978-3-9822049-8-7, 264 Seiten. Ilja Bohnet & Thomas Naumann: Das rätselhafte Universum – Die fundamentalen Fragen der modernen Wissenschaft. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2022, ISBN 978-3-440-17346-6.

Einzelnachweise

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