Richthofen ist ein Gemeindeteil der Stadt Velburg im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern. Richthofen liegt in der Gemarkung Prönsdorf.
Geographische Lage Der Weiler liegt im Oberpfälzer Jura der Fränkischen Alb auf ca. und ist umgeben von Erhebungen bis zu . Der Ort wird über die Gemeindeverbindungsstraßen von der Kreisstraße NM 1 und dem früheren Gemeindesitz Prönsdorf erreicht.
Ortsnamendeutung Richthofen, historisch „Rewthoffen“ (1372) und „Niedern Rewtt“ (um 1400, 1500) bedeutet Hof, der durch Rodungsarbeit entstanden ist (riute, reut = Reutung, Ried).L[eonhard] Graf: Helfenberg. Die Burg und Herrschaft am Faden der Geschichte der Oberpfalz. [Lengenfeld] 1875, S. 271
Geschichte Richthofen dürfte unter den Karolingern durch fränkische Kolonisatoren entstanden sein.Jehle, S. 5 Der Ort gehörte zur bayerischen Herrschaft Helfenberg, die von den Ehrenfelsern 1372/73 an den Pfalzgrafen Rupprecht abgetreten wurde.Jehle, S. 315, 317 1622 hatte die Herrschaft Helfenberg in Richthofen 2 Höfe, 2 Güter und 1 „Häuslein“, das Benediktinerkloster Kastl 1 Gut.Jehle, S. 339 Gegen Ende des Alten Reiches, um 1800, bestand Richthofen aus 5 Anwesen, den Höfen Scharl, Egenhardt und Friz, dem gemeindlichen Hirtenhaus und einem kastlischen Klosterhof.Jehle, S. 495
Im neuen Königreich Bayern (1806) wurden zunächst Steuerdistrikte aus jeweils mehreren Orten gebildet. Richthofen gehörte mit den Dörfern Prönsdorf und Albertshofen, dem Weiler Bernla und der Einöde (und Wallfahrt) Habsberg dem Steuerdistrikt Prönsdorf im Landgericht Parsberg (dem späteren Landkreis Parsberg) an.Jehle, S. 534 Mit dem zweiten Gemeindeedikt von 1818 wurde dieser Steuerdistrikt zur Ruralgemeinde Prönsdorf.Jehle, S. 544, 557 Hierbei blieb es bis zur Gebietsreform in Bayern, als die Gemeinde am 1. Januar 1972 in die Stadt Velburg eingemeindet wurde. Seitdem ist Richthofen ein Gemeindeteil von Velburg.
Die Kinder gingen spätestens seit dem 19. Jahrhundert 4,5 km in das Kirchdorf Umelsdorf zur Schule, um 1925 in die 1911 neu erbaute Prönsdorfer Schule.
Einwohner- und Gebäudezahl 1863: 38 Einwohner, 6 Häuser,Matrikel des Bisthums Regensburg. Regensburg 1863, S. 36 1861: 37 Einwohner, 14 Gebäude,Joseph Heyberger: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon, München 1867, Sp. 797 1871: 36 Einwohner, 18 Gebäude, im Jahr 1873 ein Großviehbestand von 44 Stück Rindvieh, 1900: 36 Einwohner, 6 Wohngebäude, 1925: 39 Einwohner, 6 Wohngebäude, 1950: 33 Einwohner, 6 Wohngebäude, 1987: 29 Einwohner, 7 Wohngebäude, 8 Wohnungen. Heute sind für 14 Anwesen Hausnummern vergeben.
Kirchliche Verhältnisse Richthofen gehört zur katholischen Pfarrei Utzenhofen im Bistum Regensburg.Graf, S. 270 f.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ortsteil von Velburg Kategorie:Weiler im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Kategorie:Ersterwähnung 1372