Wolfgang Vulpius (* 27. November 1897 in Weimar; † 4. Juli 1978 ebenda) war ein deutscher Literaturwissenschaftler und Schriftsteller. mini|Grabstätte auf dem Historischen Friedhof Weimar

Leben Vulpius war Ururenkel des Schriftstellers und Bibliothekars Christian August Vulpius, dessen Schwester Christiane seit 1806 mit Johann Wolfgang von Goethe verheiratet war. Sein Vater war der Arzt Walther Vulpius (1860–1944).Eintrag im www.bundesarchiv.de

Wolfgang Vulpius machte sein Abitur am Friedrich-Schiller-Gymnasium Weimar. Erhard Naake, Helmut Wundke: Von der Realschule zum Friedrich-Schiller Gymnasium Weimar. Verein der Freunde und Förderer des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Weimar e.V. Weimar 2005. Er war zunächst nach seinem Studium Lehrer in Hildburghausen. Am 23. Juni 1937 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 4.556.124).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/46370093Olaf Kappelt: Braunbuch DDR. Berlin, 2. Auflage, 2009. S. 555 Nachdem er 1945 als Soldat aus dem Zweiten Weltkrieg nach Weimar zurückgekehrt war, wurde er Mitarbeiter der Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten der klassischen deutschen Literatur in Weimar.

Wirkung Wesentliche Verdienste erwarb er sich um die Vermittlung des klassischen Weimarer Humanismus.Gitta Günther, Wolfram Huschke, Walter Steiner (Hrsg.): Weimar. Lexikon zur Stadtgeschichte. Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1998, ISBN 978-3-7400-0807-9, S. 473. Ab 1949 verfasste Vulpius das Werk Christiane: Lebenskunst und Menschlichkeit in Goethes Ehe. Damit wurde auch Christiane von Goethe biographisch als eigenständige Person erschlossen. Die Stiftung Nationale Forschungs- und Gedenkstätten der Klassischen Deutschen Literatur (heute Klassikstiftung Weimar) widmete ihm 1957 anlässlich seines 60. Geburtstages eine Festschrift.Nationale Forschungs- und Gedenkstätten der Klassischen Deutschen Literatur (Hrsg.): Festschrift für Wolfgang Vulpius zu seinem 60. Geburtstag am 27. November 1957, Weimar 1957. Eine weitere Ehrung wurde Vulpius zusammen mit Harry Thürk 1962 zuteil, als ihm der Literatur- und Kunstpreis der Stadt Weimar verliehen wurde.Gitta Günther, Lothar Wallraf (Hrsg.): Geschichte der Stadt Weimar. 2., durchges. Aufl. Hrsg. im Auftr. des Rates der Stadt Weimar. Böhlau, Weimar 1976, 799.

Werke (Auswahl) Christiane: Lebenskunst und Menschlichkeit in Goethes Ehe, Weimar 1953. Goethe in Thüringen: Stätten seines Lebens und Wirkens, Rudolstadt 1955. Park um Weimar. Ein Buch von Dichtung und Gartenkunst. Text von Wolfgang Huschke und Wolfgang Vulpius. Bilder von Günther Beyer. Weimar 1955. Walther Wolfgang von Goethe und der Nachlaß seines Großvaters: aus archivalischen Quellen, Weimar 1963. Der Goethepark in Weimar, Weimar 1975.

Literatur Nationale Forschungs- und Gedenkstätten der Klassischen Deutschen Literatur (Hrsg.): Festschrift für Wolfgang Vulpius zu seinem 60. Geburtstag am 27. November 1957, Weimar 1957. Siegfried Seidel: Wolfgang Vulpius und seine Vorfahren. In: Wolfgang Vulpius: Goethe in Thüringen. Stätten seines Lebens und Wirkens. 2. Auflage (neue, verbesserte Ausgabe). Rudolstadt: Greifenverlag 1990, S. 252–257. ISBN 3-7352-0196-2

Einzelnachweise

Kategorie:Literaturwissenschaftler Kategorie:Autor Kategorie:Schriftsteller (Weimar) Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1897 Kategorie:Gestorben 1978 Kategorie:Mann