Edgars Liepiņš (* 17. Dezember 1929 in Zeltiņi, Bezirk Alūksne, Lettland; † 13. September 1995 in Skulte, Lettland) war ein sowjetischer bzw. lettischer Theater- und Film-Schauspieler sowie Unterhaltungskünstler.Biografie von Edgars Liepiņš auf kino-teatr.ru (russisch), abgerufen am 19. Mai 2020

Leben und Leistungen Der aus dem Nordosten Lettlands stammende Liepiņš absolvierte die 1. Rigaer Sekundarschule und anschließend das Rigaer Theaterinstitut. Nach seinem Abschluss im Jahr 1951 erhielt er ein Engagement am Jugendtheater, aus dem das Staatliche Jugendtheater der Lettischen SSR hervorging. Liepiņš blieb diesem Haus bis 1989 verbunden und trat in zahlreichen populären Werken auf, z. B. Das Königreich der krummen Spiegel (1952) nach Witali Gubarew, Emil und die Detektive (1957) nach Erich Kästner, einer Adaption von Charles de Costers Die Legende und die heldenhaften, fröhlichen und ruhmreichen Abenteuer von Ulenspiegel und Lamme Goedzak (1966), Peter Pan (1976) nach James Matthew Barrie, Ibsens Peer Gynt und Ostrowskis Der Wald (beide 1979).

Sehr präsent war Liepiņš einem breiten Publikum in den 1970er und 80er Jahren durch seine Musikprogramme und Fernsehauftritte, er trug dabei u. a. Stücke von Raimonds Pauls und Mārtiņš Brauns vor.Profil von Edgars Liepiņš und Filmausschnitt aus Красные дипкурьеры auf cultin.ru (russisch), abgerufen am 19. Mai 2020 Der dunkelhaarige Mime trat von 1971 bis 1973 auch als Verkörperung der Zeichenfigur Hugo Diegs von Mirdza Ramane auf.Profil von Mirdza Ramane auf literatura.lv (lettisch), abgerufen am 19. Mai 2020.

mini|Liepiņš' Grab im Jahr 2000 Sein Filmdebüt gab Liepiņš 1957 in Сын рыбака (Syn rybaka), einer Adaption von Vilis Lācis’ Roman Der Fischersohn.Filmdaten zu Сын рыбака auf kino-teatr.ru (russisch), abgerufen am 19. Mai 2020Der Fischersohn im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek, abgerufen am 19. Mai 2020 Bis 1991 folgten noch 27 weitere Projekte, die überwiegend in der Lettischen SSR produziert wurden. Liepiņš gab v. a. positiv belegte Rollen, die von Aufrichtigkeit, Humor und Romantik geprägt waren. Zu seinem Schaffen gehören auch die Literaturverfilmungen Amerikoniškoji tragedija nach Theodore Dreisers Eine amerikanische TragödieFilmdaten zu Amerikoniškoji tragedija auf kino-teatr.ru (russisch), abgerufen am 19. Mai 2020, Märchen in der Nacht erzählt, das auf Motiven aus Wilhelm Hauffs Das Wirtshaus im Spessart basiert,Filmdaten zu Märchen in der Nacht erzählt auf kino-teatr.ru (russisch), abgerufen am 19. Mai 2020 und Victoria nach Knut Hamsuns gleichnamigem Roman.Filmdaten zu Victoria auf kino-teatr.ru (russisch), abgerufen am 19. Mai 2020Filmografie von Edgars Liepiņš' auf kino-teatr.ru (russisch), abgerufen am 19. Mai 2020

Sein jüngerer Bruder Pēteris Liepiņš (1943–2022) war gleichfalls Schauspieler. Er trat seit 1966 beim Daile-Theater in Riga auf auf der Website des Daile-Theaters (lettisch), abgerufen am 19. Mai 2020 und war darüber hinaus als Filmdarsteller tätig. Beide Brüder waren in dem Zeichentrickfilm Ness un Nesija: pêc Vika pasakas motiviem (1991) als Sprecher zu hören.

Liepiņš war dreimal verheiratet, seine Ehefrauen Binuta Esernieza, Velga Vīlipa (1940–2018)Biografie von Velga Vīlipa auf kino-teatr.ru (russisch), abgerufen am 19. Mai 2020 und Elita Krastiņa (1954–2013)Biografie von Elita Krastiņa auf kino-teatr.ru (russisch), abgerufen am 19. Mai 2020 waren ebenfalls Schauspielerinnen. Vīlipa trat wie ihr Ehemann am Staatlichen Jugendtheater auf. Liepiņš starb rund 3 Monate vor seinem 66. Geburtstag in Skulte und wurde auf dem dortigen Friedhof beigesetzt. Seit 1999 wird sein Grab von einer Skulptur des Bildhauers Uldis Kurzemnieks verziert.

Im Jahr 2000 erschien ein Sammelband mit Liepiņš' Tagebuchaufzeichnungen.

Ehrungen Liepiņš wurde 1978 zum Volkskünstler der Lettischen SSR ernannt.

Seit Mai 1996 findet jährlich ein Abendveranstaltung zum Gedenken an ihn statt, die auch mit einer Preisverleihung verbunden ist.

Filmografie (Auswahl) 1969: 24–25 kehrt nicht zurück (24–25 ne woswraschtschajetsja) 1980–81: Amerikoniškoji tragedija 1981: Märchen in der Nacht erzählt (Skaska, rasskasannaja notschu) 1987: Wenn wir das alles ertragen (Ja mēs visu to pārcietīsim) 1988: Victoria (Wiktorija)

Weblinks

Edgars Liepiņš auf der Website der Zentralbibliothek von Ogre (lettisch)

Einzelnachweise

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