Tokyo Verdy (jap. , Tōkyō Verudi) ist ein Fußballverein mit der Präfektur Tokio als Heimatort, der seit 2024 in der höchsten japanischen Profifußballliga, der J1 League, spielt.

Der Verein, der 1991 aus dem sehr erfolgreichen Yomiuri Football Club hervorgegangen war und 1999 aus Kawasaki (Präfektur Kanagawa) in die Präfektur Tokio zog, konnte bereits mehrere nationale Titel gewinnen, zuletzt 2004 den begehrten Kaiserpokal. Der Verein spielt wie auch der rivalisierende FC Tokyo im Ajinomoto-Stadion der Stadt Chōfu. Der Trainingsplatz des Vereins befindet sich in Kodaira.

Dem allgemeinen Trend folgend besitzt der Verein den „westlich klingenden“ Kunstnamen Verdy, der an die grüne Vereinsfarbe erinnern soll (ital. verdi = grüne) und gleichzeitig einen englischen Klang hat.

Geschichte Gründung und der Aufstieg ins Oberhaus (1969–1979) Nach dem unerwarteten Erfolg der japanischen Nationalmannschaft während der Olympischen Sommerspiele 1968 in Mexiko-Stadt stieg das landesweite Interesse am Fußball. Um die Begeisterung für den Sport aufrechtzuerhalten, wandte sich der damalige Präsident der Japan Football Association Ken Nozu mit Matsutaro Shorioki, seines Zeichens Vorsitzenden der Yomiuri Giants, mit der Bitte an das Verlagshaus Yomiuri Shimbun-sha, einen eigenen Profiklub zu gründen. Shorioku erklärte sich einverstanden und realisierte kurz vor seinem Tod diesen Plan.

Somit gründete 1969, als Japans Fußball von Werksmannschaften dominiert wurde, das einflussreiche Verlagshaus, dem neben der Yomiuri Shimbun (der auflagenstärksten Zeitung der Welt) und diversen Radio- und Fernsehsendern bereits die überaus erfolgreiche Baseballmannschaft der Yomiuri Giants gehörte, den Yomiuri Soccer Club mit Sitz in Kawasaki vor den Toren Tokios. Der Verein startete in der damals fünftklassigen Tokyo Local League B, erreichte 1971 bereits die Kantō Soccer League und spielte 1972 das erste Mal in zweiten Klasse der Japan Soccer League. Nach Etablierung in der Liga gelang 1978 der Aufstieg in die Division 1 und der erste Titelgewinn im Japan Soccer League Cup 1979. Aufgrund der Dominanz gab sich der Verein den Beinamen FC Nippon (FC Japan) und stand kurz vor seinem Höhenflug.

Goldene Ära (1979–1994) Bekannter Trainer war zwischen 1982 und 1984 Rudi Gutendorf.

Das Ziel der Vereinsleitung war die Etablierung des Yomiuri F.C. als eine mit Stars gespickten Topmannschaft und einer landesweiten Fanbasis – so wie man es auch schon mit der Baseballmannschaft Yomiura Giants hielt. Dem Titelgewinn 1983 folgten bis 1992 noch vier weitere Meisterschaften sowie drei Pokalsiege und als Krönung den Asienpokal der Landesmeister 1987, sodass Yomiuri zusammen mit Nissan (den späteren Yokohama Marinos) als stärkste Mannschaft des Landes galt.

Mit der Gründung der J. League Division 1 Anfang der 1990er Jahre, investierte Yomiuri in den Kauf von Stars und unterhielt Nationalspieler wie Kazuyoshi Miura, Ruy Ramos und Tsuyoshi Kitazawa. Der Verein behielt seine Vormachtstellung und unterstrich dies mit den vier aufeinander folgenden Titeln: 1990/91 und 1991/92 als Yomiuri Nippon Soccer Club sowie 1993 und 1994 in der neu gegründeten J. League. Dies gelang zuvor nur in den 1960er Jahren der Werksmannschaft von Toyo Industrial. Ab 1992 wurde der Verein auch Verdy Kawasaki genannt, aufgrund der geplanten Trennung des Vereins von Yomiuri, blieb aber bis zur Übernahme durch Nippon Television Network (die Rundfunksparte Yomiuris) im Jahr 1997 in dessen Besitz.

Ausbleibender Erfolg und Unterstützung (1995–2000) Verdy war Mitte der 1990er-Jahre auf dem Höhepunkt seines Erfolges angelangt, doch es zeigte sich, dass die Strategie von Yomiuri nicht aufging: Der Verlag hatte bereits seine Giants zur landesweit beliebtesten Baseballmannschaft gemacht und vermarktete den Verein über seine Zeitungen und Fernsehsender erfolgreich. Dies ließ sich bei Verdy trotz des sportlichen Erfolges nicht wiederholen, da die Fans eher kleine, in ihren Heimatregionen verwurzelte Clubs bevorzugten, als die japanweite Marke FC Nippon; die noch dazu mit einem Maskottchen auftrat, das sehr an einen Geier erinnert.

Als ab 1996 die Erfolge rarer wurden (lediglich der Gewinn des Emperor’s Cup in diesem Jahr kann als letztes Aufbäumen gesehen werden) und sich die Anhänger vom Verein abwandten, brach Verdy die finanzielle Grundlage für den Erfolg weg. Die alternden Stars konnte nicht durch teure Spieler ersetzt werden, womit nur der siebte Platz möglich wurde. Bereits 1998 beendete man die Saison nicht nur auf dem vorletzten Tabellenplatz der Liga, sondern stand zudem am Rande des finanziellen Ruins. 1999 erfolgte die Umbenennung in FC Nippon.

Neuanfang in Tokyo (2001–2005) Der Neuanfang gelang 2001, nachdem sich der Verein von fast allen teuren Stars trennte und Kawasaki – welches inzwischen von Kawasaki Frontale, den Yokohama Marinos und Yokohama Flügels dominiert wurde – in Richtung Tokio verließ. Mit dem Umzug nach Chōfu, Tokyo nannte sich der Verein auch Tokyo Verdy 1969, was jedoch erst 2009 zum offiziellen Namen wurde. Einerseits sollte dieser der neuen Heimatstadt gerecht werden und anderseits die Wurzeln des Yomiuri F.C. lebendig halten. Dort konnte mit sparsamem Einsatz von ausländischen Stars (beispielsweise dem Brasilianer Edmundo „o animal“ oder dem Kameruner Patrick M’Boma) und Talenten aus der eigenen Jugendarbeit eine neue Fanbasis aufgebaut werden. Als zugezogener Verein musste Verdy sich im Schatten des Platzhirsches FC Tokyo präsentieren. Die Zuschauerzahlen stiegen zwar, erreichten aber lange nicht das Niveau des im Jahr 2000 ins Oberhaus aufgestiegenen Stadtrivalen.

Auch sportlich überholte der FC Tokyo den ehemaligen FC Nippon, der sich meist nur mit Mühe in der J. League Division 1 halten kann. Erst am Neujahrstag 2005 gewann Verdy die 2004er Ausgabe des Emperor’s Cup und damit seinen bisher letzten Titel. Trotz des Erfolges zum Jahresbeginn wurde die Saison 2005 zur schlechtesten der Vereinsgeschichte. Unter anderem wegen der drei Kantersiege der Gegner im Juli (2. Juli: 0:7 gegen Gamba Osaka; 6. Juli: 0:7 gegen die Urawa Red Diamonds; 17. Juli: 0:6 gegen Júbilo Iwata) entließ der Verein seinen Trainer Osvaldo Ardiles, unter dem Verdy in den letzten 5 Spielen 23 Tore kassierte und seit 9 Spielen in Folge nicht mehr gewinnen konnte. Am 26. Juli 2005 gelang Verdy aber ein unerwartetes Glanzlicht in einer bisher unbefriedigenden Saison: als Tabellenvorletzter besiegten sie in einem Freundschaftsspiel Real Madrid sensationell mit 3:0. Dies blieb aber der einzige Erfolg der Saison. Auf dem 17. Tabellenplatz beendete Verdy die Saison und stieg das erste Mal nach 28 Jahren im Oberhaus ab.

Zweite Liga und neues Sponsoring (2006 bis heute) Trotz des Abstiegs spielte Verdy dank des Pokalerfolgs 2005 als Zweitligist im Jahr 2006 im Asienpokal der Landesmeister. Viele erfahrene Spieler mussten verkauft werden, wodurch der Verein mit der eigenen Jugend arbeiten musste. Erwähnenswert ist Takayuki Morimoto, der 2004 als damals 15-jähriger der jüngste Torschütze der J.-League-Geschichte wurde. Die Saison lief nicht zufriedenstellend. Umso mehr überraschte der 5:0-Sieg gegen Thespa Kusatsu am ersten Spieltag der Spielzeit 2007 und der Aufstieg in die J. League Division 1 zur Saison 2008 als Tabellenzweiter. Der Zusatz 1969 wurde aus dem Vereinsnamen entfernt, blieb dem Management aber erhalten.

Am 17. September 2009 kündigte NTV an, es würde seine Anteile des Clubs abstoßen und eine neue Tokyo Verdy Holdings gründen. Damit endete das 40-jährige Sponsoring der Yomiuri/NTV für Verdy. Unter der Bedingung, dass Tokyo Verdy bis 16. November einen neuen Sponsor findet, erklärte sich die Ligaleitung mit der Entscheidung einverstanden – ansonsten würde der Verein die Zulassung zur Spielzeit 2010 in der J. League verlieren.

Im Oktober 2010 unterzeichnete Tokyo Verdy einen Fünfjahresvertrag mit dem Einzelhändler für Sportartikel Xebio. Seitdem befindet sich das Logo der Firma auf dem Trikot, die Namensrechte für zwei Heimspiele der Saison stehen ihr zu und die hauseigene Sportmarke „Ennerre“ produziert die Trikotsätze des Teams.

Erfolge National Japan Soccer League: 5 1983, 1984, 1986/87, 1990/91, 1991/92 Japan Soccer League Cup: 3 1979, 1985, 1991 J. League Division 1: 2 1993, 1994 J.League Cup: 3 1992, 1993, 1994 Kaiserpokal: 5 1984, 1986, 1987, 1996, 2004 Xerox Super Cup: 3 1994, 1995, 2005

Kontinental AFC Club Championship: 1 1987–88

Stadion Der Verein trägt seine Heimspiele im Ajinomoto-Stadion in Chōfu in der Präfektur Tokio aus. Das Stadion, dessen Eigentümer die Präfektur Tokio ist, hat ein Fassungsvermögen von 49.970 Zuschauern. mini|Ajinomoto-Stadion

Koordinaten:

Aktueller Kader Stand: März 2025

Trainer Stand: 28. Oktober 2025 TrainerNationvonbisJujiro Narita 1. Februar 197030. Juni 1973Frans van Balkom 1. Februar 197331. Januar 1976Shoichi Nishimura 1. Februar 197631. Januar 1981Ryoichi Aikawa 1. Februar 198130. Juni 1983Susumu Chiba 1. Juli 198331. Januar 1984Rudi Gutendorf 1. Januar 198430. Juni 1986George Yonashiro 1. Juli 198630. Juni 1989Carlos Alberto Silva 1. Juli 199030. Juni 1991José Macia „Pepe“ 1. Januar 199131. Dezember 1992Yasutarō Matsuki 1. Februar 199331. Januar 1995Nelsinho Baptista 1. Februar 199525. April 1996Yasuyuki Kishino 26. April 19969. Mai 1996Émerson Leão 10. Mai 199631. Januar 1997Hisashi Katō 1. Februar 19971. Juni 1997Valdir Espinosa 2. Juni 199730. Oktober 1997Ryōichi Kawakatsu 1. November 199731. Januar 1998Nicanor 1. Februar 19987. September 1998Ryōichi Kawakatsu 8. September 199831. Januar 1999Hideki Matsunaga 1. Februar 199931. Januar 2000Chang Woe-ryong 1. Februar 20001. Januar 2001Yasutarō Matsuki 1. Februar 200116. Juli 2001Yukitaka Omi 17. Juli 20019. April 2002Lori Sandri 1. Januar 200230. Juni 2003Osvaldo Ardiles 16. Mai 200318. Juli 2005Nobuhiro Ishizaki 19. Juli 200531. Juli 2005Vadão 1. August 200514. Dezember 2005Ruy Ramos 1. Februar 200631. Januar 2008Tetsuji Hashiratani 1. Februar 200831. Januar 2009Takuya Takagi 1. Februar 200914. Oktober 2009Takeo Matsuda 14. Oktober 200931. Januar 2010Ryōichi Kawakatsu 1. Februar 20106. September 2012Shin’ichirō Takahashi 6. September 201231. Januar 2013Yasutoshi Miura 1. Februar 201315. September 2014Kōichi Togashi 1. September 201431. Dezember 2016Miguel Ángel Lotina 1. Februar 201731. Januar 2019Gary White 1. Februar 201917. Juli 2019Michael Boris 1. Februar 201931. Mai 2019Hideki Nagai 17. Juli 20191. September 2021Takafumi Hori 2. September 202113. Juni 2022Hiroshi Jōfuku 13. Juni 2022heute

Saisonplatzierung