mini|Konstruktivistische Skulptur von Detlef Birgfeld in Hamburg-Reinbek (an der Hamburger Straße neben der Holländerbrücke), enthüllt am 6. Mai 1967. mini|Plastik von Detlef Birgfeld, Laufgraben, Hamburg-Rotherbaum (1969) mini|Brunnen von Detlef Birgfeld in den Collonaden, Hamburg (1978) mini|Brunnen von Detlef Birgfeld auf dem Ottensener Marktplatz (1982) mini|Skulptur von Detlef Birgfeld Gedankenflug vor der Staatsbibliothek Hamburg (1983)
Detlef Birgfeld (* 10. Oktober 1937 in Rostock; † 31. Januar 2026 in Berlin) war ein deutscher Bildender Künstler. Nationale und internationale Anerkennung für sein künstlerisches Werk erfuhr Birgfeld vor allem von den 1960er Jahren bis in die frühen 1990er Jahre.
Leben und Werk Detlef Birgfeld war ein Neffe zweiten Grades von Eduard Birgfeld; sein Vater Gunter Birgfeld (1901–1963) und Eduard Birgfeld (1887–1939) waren Cousins. Detlef Birgfeld war verheiratet, hatte zwei Söhne und lebte zuletzt in Berlin.
Er war das dritte von fünf Kindern des Zahnarztes Gunter Birgfeld und der Hausfrau Charlotte Birgfeld. Er wuchs in seiner Geburtsstadt Rostock auf. 1950 siedelte Detlef Birgfeld mit seiner Schwester zu dem aus der Kriegsgefangenschaft nach Hamburg gezogenen Vater über,Ursula Willer: Viele Gedanken, viele Erinnerungen... Unsere Familien von 1629–2002. Selbstverlag, Hamburg 2002, S. 62. die übrige Familie folgte bis 1951. Hier studierte er nach dem Abitur (1957) von 1957 bis 1959 auf Wunsch des Vaters an der Universität Hamburg Medizin und RomanistikHeidi Birgfeld: Detlef Birgfeld – ein Leben für die Kunst. In: Katharinenhof Magazin. No. 12, Oktober – November – Dezember 2017, S. 22–23, hier S. 22, https://katharinenhof.net › sites › default › files › kth_magazin_4-2017 und begann 1958 parallel ein Studium an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg (HfbK) in der Bildhauerklasse u. a. bei Hans Martin Ruwoldt und Gustav Seitz.Rolf-Gunter Dienst: Detlef Birgfeld. In: ders.: Deutsche Kunst: eine neue Generation. Verlag M. DuMont Schauberg, Köln 1970, unpaginiert. Einflussreich in seiner künstlerischen Entwicklung wurde die Begegnung mit Eduardo Paolozzi. Birgfeld studierte bei ihm, als Paolozzi 1961/1962 für zwei Semester Gastdozent an der HfbK war, besuchte ihn im Sommer 1961 für zwei Monate in London und blieb ebendort von 1963 bis 1964 erneut elf Monate lang, in denen er Paolozzis persönlicher Assistent wurde.Dietrich Helms: Detlef Birgfeld. In: Junge Künstler 67/68. 5 Monographien deutscher Künstler der Gegenwart. Hg. im Auftrag des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. von Hermann Reusch, Max Paul Meier, Ernst Schneider, Bernhard Sprengel und Ferdinand Ziersch, bearb. von Gustav Stein und Eduard Trier. Verlag M. DuMont Schauberg, Köln 1967, S. 101–124, hier S. 104–106.
1967–1968 lehrte Birgfeld an der Werkkunstschule und Meisterschule für Mode in Hamburg.Vgl. Rolf-Gunter Dienst: Detlef Birgfeld. In: ders.: Deutsche Kunst: eine neue Generation. Verlag M. DuMont Schauberg, Köln 1970, unpaginiert; sowie Detlef Birgfeld: Plastiken Collagen Zeichnungen 1961–1974. 24.4.-16.6. und 4.8.-13.9. 1975. Galerie Hauptmann, Hamburg 36, Colonnaden 96. Galerie Hauptmann, Hamburg 1975, S. 3. Von 1969 bis 1983 war Birgfeld Assistent an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg; von 1983 bis zu seiner Pensionierung 1998 lehrte er als Professor für Zeichnen an der Hochschule Pforzheim in der Fakultät für Gestaltung.Heidi Birgfeld: Detlef Birgfeld – ein Leben für die Kunst. In: Katharinenhof Magazin. No. 12, Oktober – November – Dezember 2017, S. 22–23, hier S. 22, https://katharinenhof.net › sites › default › files › kth_magazin_4-2017
Birgfeld hielt sich auf der Suche nach künstlerischen Anregungen häufig im Ausland auf, u. a. auf Stromboli (1958, 1959), in London (1961, 1963/1964), Griechenland (1962), der Türkei (1962), Paris (1967, 1968/1969), auf den Kykladen (1970er), ab den späten 1970er Jahren v. a. in New York, Chicago und Boston.Heidi Birgfeld: Detlef Birgfeld – ein Leben für die Kunst. In: Katharinenhof Magazin. No. 12, Oktober – November – Dezember 2017, S. 22–23, hier S. 23; https://katharinenhof.net › sites › default › files › kth_magazin_4-2017 Obgleich ausgebildeter Bildhauer, entwickelte sich Birgfeld in den 1960er und 1970er Jahren zum Montage- und Collage-KünstlerAnonymus: Detlef Birgfeld. In: Zeichner in Hamburg. Interversa: 100. Ausstellung. In Zusammenarbeit mit der Hamburger Kunsthalle. Foyer Esplanade 39 (2. Juni – 26. August 1983). Interversa, Hamburg 1983, unpaginiert Vergleichbar skizziert im Mai 1975 Birgfeld selbst seine Entwicklung:
Neben mehreren Arbeiten für den öffentlichen Raum, die Birgfeld v. a. in Hamburg ausgeführt hat, wo sie noch zu sehen sind, ist Das Profilierungskarussell die Arbeit, die am meisten Aufmerksamkeit erfahren hat. Sie entstand etwa ab 1975 bis zu ihrer ersten Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle 1981. Ausgangspunkt sind Fundstücke, „von der Reisetasche zum Motorrad, vom chinesischen Flugdrachen zum Färberstoff aus Manhattan“, die Birgfeld „nicht erst für dieses Werk, sondern zunächst um ihrer selbst willen seit beinahe 20 Jahren gesammelt“ hatte.Hanna Hohl: Das Profilierungskarussell. In: Detlef Birgfeld: Das Profilierungskarussell. Hamburger Kunsthalle, 28.06.–03.08.1980; Wilhelm-Lehmbruck-Museum der Stadt Duisburg, 24.08.–28.09.1980; Württembergischer Kunstverein Stuttgart, 12.02.–15.03.1981. Hamburger Kunsthalle, Hamburg 1980, S. 6–10, hier S. 6 Zur Einordnung der Installation gab Birgfeld 1978 an:
1980 ergänzte Birgfeld, es handle sich um „eine Parodie auf den Kunstbetrieb“.Zitiert nach: Gisela Schütte: Das Preiskarussell. In: Die Welt v. 29. November 1980. Entsprechend formulierte Peter Matthäus: „Fundsachen vom Sperrmüll sollen die Jagd nach dem Glück und den Jahrmarkt der Eitelkeiten symbolisieren.“Peter Matthäus: Ein Haufen Sperrmüll. Die Hamburger sollen ihn als Kunstwerk kaufen – für 100000 Mark. In: BILD Hamburg v. 23. Juli 1980. 1980 wurde über einen möglichen Ankauf des Kunstwerks für 100.000 D-Mark durch die Stadt Hamburg diskutiert.Peter Matthäus: Ein Haufen Sperrmüll. Die Hamburger sollen ihn als Kunstwerk kaufen – für 100000 Mark. In: BILD Hamburg v. 23. Juli 1980. Birgfelds 1978 in der Hamburger Innenstadt am heutigen Gustav-Mahler-Platz aufgestellte Brunnenskulpturhttp://www.kulturkarte.de/hamburg/27035brunnen kombiniert abstrakte geometrische Formen mit einer naturalistisch gestalteten sitzenden Frauenfigur, die den Gipfelpunkt des Brunnens markiert und eine Haube trägt, die an das 19. Jahrhundert erinnert. Dieser Brunnen sei in seiner Gestaltung, so Birgfeld, „eine Konzession an den Betrachter“.Zitiert nach: Gisela Schütte: Das Preiskarussell. In: Die Welt v. 29. November 1980.
1991 berichtete Der Spiegel von einem gescheiterten Kunsthandel zwischen Birgfeld und der Stadt Buchholz in der Nordheide. Danach habe die Stadt für einen neuen Saalbau von Birgfeld eine Plastik zum Preis von 130.000 DM erwerben wollen, „in der ‚Erfahrungen aus jahrelangen Auseinandersetzungen mit Material und Form‘ in Kunst umgesetzt seien“.Anonymus: Nachrichten. In: Der Spiegel 25/1991 v. 17. Juni 1991, S. 223. Nachdem im Nordheider Wochenblatt ein Modell der Skulptur abgebildet worden war, erkannte ein Leser, dass es sich „bei dem Modell um ein Puzzle handelte, das für zehn Mark im Spielwarenhandel erhältlich“ war.Anonymus: Nachrichten. In: Der Spiegel 25/1991 v. 17. Juni 1991, S. 223 Die Stadt habe daraufhin den Kunstkauf annulliert.Anonymus: Nachrichten. In: Der Spiegel 25/1991 v. 17. Juni 1991, S. 223
Auszeichnungen 1960: 1. Preis im Wettbewerb um eine monumentale Doppelplastik für den Innenhof eines Studentenheims auf Helgoland (Auftrag zur Ausführung 1962, Abschluss 1963)Rolf-Gunter Dienst: Detlef Birgfeld. In: ders.: Deutsche Kunst: eine neue Generation. Verlag M. DuMont Schauberg, Köln 1970, unpaginiert; Dietrich Helms: Detlef Birgfeld. In: Junge Künstler 67/68. 5 Monographien deutscher Künstler der Gegenwart. Hg. im Auftrage des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. von Hermann Reusch, Max Paul Meier, Ernst Schneider, Bernhard Sprengel und Ferdinand Ziersch, bearbeitet von Gustav Stein und Eduard Trier. Verlag M. DuMont Schauberg, Köln 1967, S. 101–124, hier S. 103. 1961ff.: Stipendium der Studienstiftung des deutschen VolkesDietrich Helms: Detlef Birgfeld. In: Junge Künstler 67/68. 5 Monographien deutscher Künstler der Gegenwart. Hg. im Auftrage des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. von Hermann Reusch, Max Paul Meier, Ernst Schneider, Bernhard Sprengel und Ferdinand Ziersch, bearbeitet von Gustav Stein und Eduard Trier. Verlag M. DuMont Schauberg, Köln 1967, S. 101–124, hier S. 103. 1964: Stipendium des Lichtwark-Preises des Senats der Hansestadt Hamburg (zusammen mit dem Maler Manfred Großmann) in Höhe von 5.000 DMAnonymus: Kulturpreise der Städte. In: Der Städtetag. Neue Folge. H. 2, Jg. 17, Februar 1964, S. 73. 1966: Auftrag für eine monumentale Plastik für ein Einkaufszentrum in Reinbek bei HamburgDietrich Helms, Detlef Birgfeld. In: Junge Künstler 67/68. 5 Monographien deutscher Künstler der Gegenwart. Hg. im Auftrage des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. von Hermann Reusch, Max Paul Meier, Ernst Schneider, Bernhard Sprengel und Ferdinand Ziersch, bearbeitet von Gustav Stein und Eduard Trier. Verlag M. DuMont Schauberg, Köln 1967, S. 101–124, hier S. 110. 1967: Stipendium für einen dreimonatigen Arbeitsaufenthalt in Paris in Höhe von 1200 Francs, verliehen von der Französischen Jury der Fünften Biennale von Paris 1967 im Fach Skulptur für ausländische KünstlerFrench News. Theatre and Arts. No. 37, Autumn 1967. Published by the Cultural Services of the French Embassy, S. 4. 1968–1969: Aufenthalt in der Cité Internationale des Arts, ParisDetlef Birgfeld: Plastiken Collagen Zeichnungen 1961–1974. 24.4.–16.6. und 4.8.–13.9. 1975. Galerie Hauptmann, Hamburg 36, Colonnaden 96. Galerie Hauptmann 1975, Hamburg S. 3; vgl. auch Heidi Birgfeld: Detlef Birgfeld – ein Leben für die Kunst. In: Katharinenhof Magazin. No. 12, Oktober – November – Dezember 2017, S. 22–23, hier S. 22, https://katharinenhof.net › sites › default › files › kth_magazin_4-2017 1972–1973: Förderung durch den Kulturkreis im Bundesverband der Deutschen Industrie im Rahmen der ars viva 73: Künstler arbeiten in Industriebetrieben. Zusammenarbeit mit Fried. Krupp GmbHVgl. ars viva 73. Künstler arbeiten in Industriebetrieben. Eine Ausstellung des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. Kestner-Gesellschaft, Hannover, Warmbüchenstr. 16, 13.10.–04.11.1973. Kunsthalle Nürnberg, Am Marientor, 16.02.–31.03.1974. Redaktion: Bettina Schwerdtfeger und Volker Neuhaus. Hg. v. Kulturkreis im Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. (kein Verlag), Köln 1973, S. 18–23. 1974: Aufenthaltsstipendium der Akademie der Künste Berlin in der Villa Serpentara in Olevano Romano, ItalienDetlef Birgfeld: Plastiken Collagen Zeichnungen 1961–1974. 24.4.–16.6. und 4.8.–13.9. 1975. Galerie Hauptmann, Hamburg 36, Colonnaden 96. Galerie Hauptmann, Hamburg 1975, S. 3. 1980: Edwin-Scharff-Preis der Hansestadt Hamburg, dotiert mit 15.000 DMGisela Schütte: Das Preiskarussell. In: Die Welt v. 29. November 1980. 1981: Werkstipendium Kunstfonds e. V. BonnBerner, Bernd / Detlef Birgfeld / Hetum Gruber / Klaus Heider / Peter Jacobi. Kunst- und Kunstgewerbeverein Pforzheim, 12.04.–10.05.1987. Kunst- und Kunstgewerbeverein Pforzheim, Pforzheim 1987, S. 30. 1983: Künstlerhaus Bethanien, BerlinBerner, Bernd / Detlef Birgfeld / Hetum Gruber / Klaus Heider / Peter Jacobi. Kunst- und Kunstgewerbeverein Pforzheim, 12.04.–10.05.1987. Kunst- und Kunstgewerbeverein Pforzheim, Pforzheim 1987, S. 30.
Kunstwerke im öffentlichen Raum 1963: Zwei lebensgroße Bronzefiguren, Standort: Helgoland