Die Saison 2020/21 der Division 1 Féminine war die 47. Ausspielung der französischen Frauenfußballmeisterschaft seit der offiziellen Anerkennung des Frauenfußballs im Jahr 1970 durch die FFF, den Fußballverband Frankreichs, und der ersten Austragung in der Saison 1974/75. Die Division 1 Féminine genannte Spielklasse wird im reinen Ligamodus in einer aus einer einzigen Gruppe bestehenden, zwölf Teams umfassenden, landesweiten höchsten Liga ausgetragen; in diesem Modus ist es die 29. Meisterschaft. Titelverteidigerinnen waren die Frauen von Olympique Lyon, die diesmal nach einer ununterbrochenen Folge von 14 Meisterschaften dem Paris Saint-Germain FC den Vortritt lassen mussten.Namenssponsor der Liga ist seit 2019 das Chemieunternehmen Arkema, das mit der FFF einen Vertrag mit dreijähriger Laufzeit abgeschlossen hat.Artikel „Ein Naming für die Meisterschaft“ vom 21. Juni 2019 bei footofeminin.fr. Zudem hat die D1F nun auch eine eigene Hymne, die vor jeder Begegnung abgespielt wird; in einer Online-Publikumsabstimmung setzte sich eine Let’s run betitelte Melodie durch.Artikel „Die Hymne der D1 Arkema steht fest“ vom 2. September 2020 bei fff.fr.
Nachdem in der vorigen Saison der gesamte nationale Spielbetrieb aufgrund der Viruspandemie im März 2020 zunächst eingestellt und Mitte Mai dann endgültig abgebrochen worden war, begann diese neue Spielzeit – wie geplant –Terminplan der Meisterschaft 2020/21 vom 24. Juni 2020 bei footofeminin.fr. am 5. September 2020 und soll am 5. Juni 2021 enden. Vorgesehen ist eine Winterpause ab 14. Dezember bis 15. Januar. Hauptspieltag bleibt weiterhin der Sonnabend, wie es der Bezahlfernsehsender Canal+ wünscht, der erneut beabsichtigt, sämtliche 132 Punktspiele zu übertragen – überwiegend auf seinem Spartenkanal Foot+. Hinzugekommen ist in dieser Saison ein Sendetermin am Freitagabend.Artikel „Der mögliche Fall ‚Freitag um 18.30 Uhr‘ taucht auf“ vom 29. Juli 2020 bei footofeminin.fr. Außerdem hat die FFF Übertragungsrechte mit mehreren ausländischen TV-Sendern (ESPN, DAZN, BT Sport, Fanatiz und Ata Football) vereinbart, bei denen in den kommenden drei Jahren in den USA, Großbritannien, Irland, Deutschland und Italien jeweils bis zu 19 Spiele der D1F zu sehen sein werden.Verlautbarung der FFF („Einigung über die internationalen TV-Rechte“) vom 8. Oktober 2020 bei fff.fr.
In dieser Spielzeit vollzieht die FFF einen Schritt auf dem Weg zur Professionalisierung der Schiedsrichterinnen. Vier Schieds- (Savina Elbour sowie die FIFA-Referees Alexandra Collin, Victoria Beyer und Maïka Vanderstichel) und vier Linienrichterinnen werden finanziell so ausgestattet, dass sie sich im Wesentlichen auf ihre sportliche Tätigkeit konzentrieren können.Artikel „Die Professionalisierung des weiblichen Schiedsrichterwesens auf den Weg gebracht“ vom 10. Juli 2020 bei footofeminin.fr.
Erstmals in dieser Saison wird zudem von der FFF mit Unterstützung des Sponsors eine „Spielerin des Monats“ ausgezeichnet; dazu schlägt ein Gremium von acht Fachjournalisten jeweils drei Spielerinnen vor, die Wahl erfolgt durch Fans und Interessierte auf der offiziellen Liga-Seite bei Facebook, Twitter und Instagram.
Qualifikation und Austragungsmodus Für die Teilnahmeberechtigung wird ausschließlich das Abschneiden der Frauschaften in der Vorsaison berücksichtigt; qualifiziert sind die zehn dabei bestplatzierten Teams sowie zwei Aufsteiger, die jeweils ihre Gruppe der Division 2 Féminine als Tabellenerste beendet hatten. Somit starten folgende zwölf Teilnehmer in diese Saison: aus dem Norden: FC Fleury, die beiden Aufsteiger FF Issy (umbenannt zu GPSO Issy) und Le Havre AC, Paris FC, Paris Saint-Germain FC, Stade Reims aus dem Westen: Girondins Bordeaux, EA Guingamp, ASJ Soyaux aus dem Südosten: FCO Dijon, Titelverteidiger Olympique Lyon, HSC Montpellier Für Le Havre, das erst 2018 in die zweite Liga aufgestiegen war, stellt die Teilnahme eine Premiere dar. Für Soyaux und Issy, die beiden einzigen reinen Frauenvereine, hat die zuständige Verbandskommission DNCG (Direction Nationale du Contrôle de Gestion) jeweils eine Obergrenze für deren Personalausgaben festgesetzt.Artikel „DNCG: Begrenzung der Personalkosten bei Soyaux und Issy“ vom 30. Juni 2020 bei footofeminin.fr.
Die Meisterschaft wird in einer doppelten Punkterunde ausgespielt, in der jeder Teilnehmer in Heim- und Auswärtsspiel gegen jeden anderen antritt. Es gilt die übliche „Drei-Punkte-Regel“ mit drei Punkten für einen Sieg, einem für ein Unentschieden und keinem für eine Niederlage; bei Punktgleichheit gibt zunächst der direkte Vergleich und bei Erforderlichkeit anschließend die bessere Gesamt-Tordifferenz, falls auch dann noch Gleichheit besteht, gegebenenfalls die höhere Zahl erzielter Treffer den Ausschlag. Am Ende der Saison müssen die zwei Tabellenletzten absteigen, die für die kommende Spielzeit durch zwei Aufsteiger – die Siegerinnen der beiden Gruppen der zweiten Division – ersetzt werden.
Aufgrund einer Ausweitung der Teilnehmerzahl qualifizieren sich erstmals außer den französischen Meisterinnen sowie den Zweitplatzierten auch noch die Dritten der Division 1 Féminine für den Frauen-Europapokalwettbewerb der folgenden Spielzeit.Artikel „Ein neues Format ab 2021/22“ vom 6. Dezember 2019 bei footofeminin.fr sowie Details vom 2. Februar 2021 bei uefa.com.
Vereinswechsel Im Gegensatz zum sportlichen Stillstand waren viele Vereine auf dem Transfermarkt schon bis Mitte Juli sehr aktiv gewesen.Nach „Die Transfers während der Sommerpause“ vom 7. Juli 2020 bei footofeminin.fr, dort fortlaufend aktualisiert. Zu den namhaftesten Vereinswechseln – wobei die Rückkehr von nur ausgeliehenen Spielerinnen hier nicht weiter erwähnt wird – gehörten bei Lyon die Abgänge von Lucy Bronze, Alex Greenwood, Shanice van de Sanden, Lisa Weiß und Emelyne Laurent – die erneut ausgeliehen und den Dress von Atlético Madrid tragen wird – sowie die Neuverpflichtung von Sakina Karchaoui aus Montpellier, Dolores Gallardo (Atlético Madrid), Sara Björk Gunnarsdóttir (VfL Wolfsburg), Ellie Carpenter (Portland Thorns) sowie auf Leihbasis Jodie Taylor und Célia Jimenez von Lyons amerikanischem „Schwesterklub“ OL Reign. Neu bei Paris Saint-Germain sind Ramona Bachmann und Torfrau Charlotte Voll (bisher SC Sand); sie sollen insbesondere Ève Périsset (zu Bordeaux), Karina Sævik und Katarzyna Kiedrzynek (beide nach Wolfsburg) ersetzen. Außerdem wurde Aminata Diallo für die Herbstserie der US-Liga NWSL an Utah Royals FC und nach ihrer Rückkehr für den Rest der Saison an Atlético Madrid ausgeliehen. Montpellier muss neben dem Abgang von Karchaoui auch noch diejenigen von Sandie Toletti zu UD Levante und Valérie Gauvin zum FC Everton verkraften, verzeichnet dafür als Zugänge unter anderem Dominika Škorvánková aus München und Leonie Pankratz (TSG 1899 Hoffenheim) neu im Kader. Bordeaux verlassen Erin Nayler und Viviane Asseyi, die zukünftig den Dress von Bayern München trägt;Artikel „‚Viel internationale Erfahrung‘: Bayern verpflichtet Asseyi“ vom 23. Juni 2020 bei kicker.de. dafür unterschrieben Elena Linari und die Torjägerin Katja Snoeijs von PSV Eindhoven neu bei den Girondines.
PFC, der zweite Hauptstadtklub, meldet die Zugänge von Evelyne Viens und Kaleigh Riehl (beide ausgeliehen vom Sky Blue FC) sowie Daphné Corboz aus Fleury, das zudem Julie Machart-Rabanne (zu Aufsteiger Issy), Stine Larsen, Rikke Sevecke und Kelly Gadéa verliert, aber mit Anja Sønstevold und Julia Spetsmark seine „skandinavische Abteilung“ auffüllt und mit Ex-Nationalspielerin Léa Le Garrec eine Rückkehrerin aus England verpflichtet. Dijon, wo Élise Bussaglia ihre Karriere beendet hat, hat sich mit Salma Amani aus Issy, Desire Oparanozie aus Guingamp und Léa Khelifi von PSG verstärkt. Bei Guingamp unterzeichnete die australische Nationalspielerin Laura Alleway-Brock einen Vertrag. Neuling Le Havre verzeichnet als Zugänge die beiden Isländerinnen Anna Björk Kristjánsdóttir, Berglind Björg Þorvaldsdóttir sowie vom Absteiger FC Metz Melike Pekel. Bei Issy kehrt mit der zu Saisonbeginn 35½-jährigen Nonna Debonne eine Spielerin in die Division 1 zurück, die in Frankreichs fußballerischem Oberhaus bereits 18 Jahre zuvor ihr Debüt gegeben hatte.
In der Transferperiode zum Jahreswechsel bekam Svava Rós Guðmundsdóttir von Kristianstads DFF einen 18-Monate-Vertrag bei Bordeaux; Le Havre holte mit Andrea Rán Snæfeld Hauksdóttir auf Leihbasis noch eine weitere Isländerin. Soyaux setzt darauf, dass Marie-Charlotte Léger und die Spanienrückkehrerin Kelly Gadéa den Verein in der Rückrunde beim Kampf gegen den Abstieg unterstützen können, und Lyon verpflichtete Catarina Macário, eine höchst torgefährliche Nachwuchsspielerin aus den USA. Bordeaux wieder verlassen hat die dort kaum zum Einsatz gekommene Elena Linari (zur AS Rom). Außerdem wechselt Torfrau Laëtitia Philippe für ein halbes Jahr von Fleury zu Issy.nach „D1 Vereinswechsel im Januar“ vom 30. Januar 2021 bei footofeminin.fr
Bei den Trainern vertrauten zu Saisonbeginn erneut lediglich zwei Erstdivisionäre – der Paris FC mit Sandrine Soubeyrand und Stade Reims mit Amandine Miquel – weiterhin einer Frau den Chefsessel an. Wenige Spieltage vor dem Ende kam nach der vorzeitigen Entlassung Jean-Luc Vasseurs in Lyon mit Sonia Bompastor eine dritte hinzu. (Stand: 27. April 2021)
Ergebnisse, Tabelle und Saisonverlauf Schlussstand: 5. Juni 2021
Gir.Bor FCODij FCFle EAGui GPSIss ACLeH OlyLyo HSCMon FCPar SGPar StaRei ASJSoy Girondins Bordeaux 5:1 6:1 1:0 1:0 6:0 0:1 2:0 2:3 0:0 7:1 2:1 FCO Dijon 0:2 3:1 2:1 3:1 2:1 0:3 1:0 0:1 0:3 0:0 3:2 FC Fleury 1:2 2:0 0:2 3:1 1:0 0:3 0:0 1:1 0:5 1:2 0:0 EA Guingamp 4:2 1:2 0:1 2:0 2:1 0:5 4:1 1:1 0:5 0:0 3:0 GPSO Issy 3:1 1:0 0:1 1:6 0:4 0:4 0:3 0:4 0:14 1:2 0:1 Le Havre AC 0:2 0:2 1:3 0:1 0:0 1:3 1:4 1:0 0:2 0:1 0:1 Olympique Lyon 2:1 2:0 8:0 4:0 9:0 5:1 2:1 4:0 0:0 3:0 5:1 HSC Montpellier 0:1 1:1 0:0 2:0 3:1 3:1 0:5 2:1 0:3 0:4 2:1 Paris FC 0:1 3:2 2:0 0:0 5:0 1:1 0:5 2:0 2:3 3:1 2:0 Paris Saint-Germain FC 1:0 3:0 4:0 4:1 4:0 5:0 1:0 4:0 4:1 4:0 7:0 Stade Reims 4:4 2:1 1:2 0:1 7:1 2:1 0:3 0:1 1:4 0:4 4:0 ASJ Soyaux 0:2 2:1 1:0 0:0 0:1 3:0 0:2 1:4 0:3 0:3 1:2
Pl. Frauschaft Sp G U V Tore Diff. Pkte. Ab-zug 1. Paris Saint-Germain 22 20 2 0 83:4 62 2. Olympique Lyon (M) 22 20 1 1 78:6 61 3. Girondins Bordeaux 22 14 2 6 50:23 44 4. Paris FC 22 11 4 7 39:29 37 5. EA Guingamp 22 9 4 9 29:32 31 6. Stade Reims 22 9 3 10 34:42 –8* 30 7. HSC Montpellier 22 9 3 10 27:35 –8* 30 8. FCO Dijon 22 8 2 12 24:37 26 9. FC Fleury 22 7 4 11 18:42 25 10. ASJ Soyaux 22 5 2 15 15:46 17 11. GPSO Issy (N) 22 3 1 18 11:77 10 12. Le Havre AC (N) 22 2 2 18 14:49 8
Die jeweilige Farbmarkierung bedeutet, dass der diesen Rang bei Saisonabschluss einnehmende Verein …
* Platzierung aufgrund des direkten Vergleiches