Gühlen-Glienicke ist ein Ortsteil der Kreisstadt Neuruppin im Landkreis Ostprignitz-Ruppin im Land Brandenburg.
Zum Ortsteil gehören die Wohnplätze Binenwalde, Boltenmühle, Kunsterspring, Neuglienicke, Rheinsberg-Glienicke und Steinberge.
Geografie Der Ort liegt ca. 14 Kilometer nördlich der Kernstadt Neuruppin an der Landesstraße L 16. Weit westlich verlaufen die L 18 und die A 24 und östlich die B 122. Im südöstlichen Bereich der Gemarkung erstreckt sich der 55 ha große Kalksee und am südöstlichen Rand der 124 ha große Tornowsee. Im südlichen Bereich erstreckt sich, teilweise außerhalb der Gemarkung, das 100,6 ha große Naturschutzgebiet Kunsterspring. Gühlen-Glienicke grenzt im Westen an die Stadt Wittstock, im Norden und Osten an Rheinsberg und im Süden an die Gemarkung von Neuruppin sowie an die zum Amt Temnitz gehörenden Gemeinden Frankendorf-Storbeck und Temnitzquell.
Geschichte Als die bis dahin reichsunmittelbare Herrschaft Ruppin unter den Grafen von Lindow-Ruppin nach dem Aussterben derselben 1524 zur Mark Brandenburg kam, war das hier früher gelegene Dorf "Glinicke" bereits wüst. Es gehörte den v. Gladow zu Lüchfeld und Baumgarten. 1590 wurde sie von der Schäferei des Vorwerks Linow genutzt. 1610 wurde vom neuen Eigentümern des Gutes Lüchfeld, den Gänsen von Putlitz bzw., den v. Quitzow als Pfandinhabern, die halbe Feldmark an die Herrschaft Rheinsberg verkauft (Hier entstand später Rheinsberg-Glienicke). Nachdem 1726–1733 von Bülow diese halbe Feldmark besessen hatte, gelangte sie 1733 an v. Gühlen zu Lüchfeld. Dieser gründete Gühlen-Glienicke wahrscheinlich um 1760 als Vorwerk. Es bestand aus drei Wohnhäusern und hatte im Jahre 1798 38 Einwohner, die aus einem Büdner,drei Einliegern und einem Förster bestand, dessen besonders liegende Wohnung auch Greinert oder Greisert genannt wurde, das war der Ursprung des späteren Neuglienicke. Im Jahre 1793, am 16. März, war zuvor eine Büdnerwohnung durch einen Brand zerstört worden. 1799 wurden Rittergut und Vorwerk verselbstständigt.
Eingemeindungen Am 6. Dezember 1993 wurden die Gemeinden Buskow, Gnewikow, Gühlen-Glienicke, Karwe (Neuruppin), Krangen (Neuruppin), Lichtenberg (Neuruppin), Molchow, Nietwerder, Radensleben (Neuruppin), Stöffin, Wulkow (Neuruppin) und Wuthenow sowie die Stadt Alt Ruppin nach Neuruppin eingemeindet. Seither ist Gühlen-Glienicke ein Ortsteil der Stadt Neuruppin.
Bevölkerungsentwicklung Einwohnerentwicklung in Gühlen-Glienicke Jahr 1798 2017 Einwohner 38 304
Historische Landwirtschaft mini|Büdnergehöft Dorfstraße 17 Aussaat und Tierbestand Gühlen-Glienicke im Jahre 1798 Aussaat Roggen Gerste Hafer Erbsen Buchweizen Kartoffeln Menge 4 Winspel 20 Scheffel 12 Scheffel 2 Winspel 10 Scheffel 8 Scheffel 1 Winspel 12 Scheffel 2 Wispel Tierbestand Pferde Rinder Schafe Stück 4 24 370
Sehenswürdigkeiten mini|Gehöft Dorfstraße 18 mini|Gühlen-Glienicke Dorfstraße 21
Büdnergehöft aus Wohnhaus, Stallspeicher, Durchfahrtsscheune und Hofpflasterung (Dorfstraße 17) Gehöft, bestehend aus Wohnhaus, Stallscheune, Durchfahrtsscheune, Schmiede, Vorgarten mit Eisengitterzaun und Hofpflasterung (Dorfstraße 18) Wohnhaus (Dorfstraße 21) Förstereigehöft, bestehend aus Forsthaus und drei Wirtschaftsgebäuden (Dorfstraße 29)
7-stämmige Rotbuche (Forst, am Ortsausgang Richtung Zühlen)
Siedlung Bronzezeit, Befestigung Bronzezeit
Literatur Friedrich Wilhelm August Bratring: Die Grafschaft Ruppin in historischer, statistischer und geographischer Hinsicht ein Beitrag zur Kunde der Mark Brandenburg, Verlag Gottfried Hayn, Berlin 1799, S. 616. Digitalisat Lieselott Enders: Gühlen Glienicke, in: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil II Ruppin, Veröffentlichungen des Staatsarchivs Potsdam Bd. 7; Hermann Böhlaus Nachf., Weimar 1970 S. 73/74 Dietrich Zühlke (Bearb.) Ruppiner Land, Ergebnisse der heimatkundlichen Bestandsaufnahme = Werte der Heimat Bd. 37, Akademie-Verlag, Berlin 1981 S. 39/40
Weblinks
Historische Karte Mayers Ortslexikon Gühlen-Glienicke erkunden (bereitgestellt auf google (en) auf meyersgaz.org) Ortsteil Gühlen-Glienicke auf der Website der Stadt Neuruppin Neuruppin Gühlen-Glienicke – private Website
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Neuruppin) Kategorie:Ort im Landkreis Ostprignitz-Ruppin Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) Kategorie:Gemeindeauflösung 1993