Prönsdorf ist ein Gemeindeteil der Stadt Velburg im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern und eine Gemarkung.
Geographie Lage Das Kirchdorf liegt im Oberpfälzer Jura der Fränkischen Alb auf in einer Talsenke. Östlich erhebt sich der Atzenberg mit südwestlich der Kühberg mit . Der Ort liegt an der Staatsstraße 2240 südwestlich des Velburger Gemeindeteils Bernla und nordöstlich der Kreuzung der Staatsstraße mit der Kreisstraße NM 1.
Gemarkung Die Gemarkung Prönsdorf hat eine Fläche von 13,325 km². Sie ist in 1090 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 12224,57 m² haben. In der Gemarkung liegen die Gemeindeteile Albertshofen, Bernla, Prönsdorf und Richthofen.
Geschichte In der Waldung „Raißling“ sind vorgeschichtliche Grabhügel nachgewiesen.
Für Prönsdorf sind mehrere Schreibweisen bekannt, darunter Prunicheristorf, Preuenstorf, Pruennerstorf, Poumerstorf, Priesnstorf, Prämertstorft.Graf, S. 268 Die Anwesen des Dorfes gehörten zwei Herrschaften an, das untere Dorf dem Amt Pfaffenhofen und das obere Dorf der Herrschaft Helfenberg; die Grenze ging mitten durch das Hirtenhaus; ein Markstein stand früher im Hausflur.Buchner II, S. 307 1034 wurde dem Regensburger Kloster St. Emmeram eine Hube zu „Prunichistorf“ geschenkt.Graf, S. 268 1305 kam der Ort mit der Hirschberger Erbschaft an Bayern. 1372 veräußerte Ulrich Schenck von Reicheneck 5 Güter zu „Prunerstorf“, die er von den Ehrenfelsern zu Helfenberg erworben hatte, an Pfalzgraf Ruprecht, 1374 ein weiteres Gut.Jehle, S. 315, 318 1399 gingen auch ein Hof und ein Gut des Klosters Kastl zu „Prunersdorf“ an den Pfalzgrafen über; das Kloster besaß jedoch noch ein Gut im Dorf, wie 1583 erwähnt ist.Graf, S. 269Jehle, S. 318 Gegen Ende des Alten Reiches, um 1800, bestand Prönsdorf aus 14 Anwesen der Herrschaft Helfenberg, einem Halbhof der Hofmark Pilsach, einem Achtelhof (der „Kienzlhof“) der Landalmosenstiftung Nürnberg und einem Halbhof, der zum Pflegamt Velburg zinste.Jehle, S. 495
Im Königreich Bayern (1806) wurden zunächst Steuerdistrikte aus jeweils mehreren Orten gebildet. Dem Steuerdistrikt Prönsdorf im Landgericht Parsberg (dem späteren Landkreis Parsberg), gehörten die beiden Dörfer Prönsdorf und Albertshofen, die Weiler Bernla und Richthofen sowie die Einöde (und Wallfahrt) Habsberg an.Jehle, S. 534 Mit dem zweiten Gemeindeedikt von 1818 wurde dieser Steuerdistrikt die Ruralgemeinde Prönsdorf, wobei die Einöde Habsberg nicht mehr genannt ist.Jehle, S. 544, 557 Hierbei blieb es bis zur Gebietsreform in Bayern, als die Gemeinde am 1. Januar 1972 in die Stadt Velburg eingemeindet wurde. Seitdem ist Prönsdorf ein amtlich benannter Gemeindeteil von Velburg.
Die Kinder aus der gesamten Gemeinde Prönsdorf gingen spätestens seit dem 19. Jahrhundert in das Kirchdorf Prönsdorf zur Schule. Dort war 1911 ein neues Schulhaus errichtet worden.Buchner II, S. 308
Einwohner- und Gebäudezahl des Ortes Prönsdorf 1836: 96 Einwohner, 11 Häuser,Popp, Th. D. (Hg.): Matrikel des Bissthumes Eichstätt, Eichstätt: Ph. Brönner, 1836, S. 162 1861: 82 Einwohner, 30 Gebäude,Joseph Heyberger: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon, München 1867, Sp. 797 1871: 101 Einwohner, 49 Gebäude, im Jahr 1873 einen Großviehbestand von 8 Pferden und 101 Stück Rindvieh, 1900: 92 Einwohner, 15 Wohngebäude, 1925: 90 Einwohner, 15 Wohngebäude, 1938: 66 Einwohner (Katholiken),Buchner II, S. 309 1950: 89 Einwohner, 14 Wohngebäude, 1987: 93 Einwohner, 20 Wohngebäude, 21 Wohnungen. Heute sind insgesamt 34 Hausnummern, darunter zwei unbesetzte, vergeben.
Einwohner- und Gebäudezahl der Gemeinde Prönsdorf (4 Orte) 1861: 247 Einwohner, 85 Gebäude,Heyberger, Sp. 797 1871: 259 Einwohner, 129 Gebäude, 45 Wohngebäude, im Jahr 1873 ein Großviehbestand von 14 Pferden und 282 Stück Rindvieh, 1900: 246 Einwohner, 41 Wohngebäude, 1925: 252 Einwohner, 41 Wohngebäude, 1950: 244 Einwohner, 40 Wohngebäude.
Kirchliche Verhältnisse mini|Die Dorfkapelle „Mariä Opferung“ Kirchlich war das Dorf geteilt: Es gehörte mit den 4 Anwesen des Amtes Pfaffenhofen zur Pfarrei St. Vitus in Utzenhofen im Bistum Regensburg (1836 waren dies 28 „Seelen“)Popp, S. 162 und mit 12 Anwesen der Herrschaft Helfenberg zur Pfarrei St. Willibald in (Ober-)Wiesenacker im Bistum Eichstätt.Buchner II, S. 309 Die Kapelle „Mariä Opferung“ in Prönsdorf wurde 1866 erbaut und gilt als Baudenkmal.Graf, S. 268Buchner II, S. 307 Siehe auch Liste der Baudenkmäler in Velburg#Prönsdorf. Seit 1966 gehört das Dorf zur Gänze zum Bistum Eichstätt.
Literatur L[eonhard] Graf: Helfenberg. Die Burg und Herrschaft am Faden der Geschichte der Oberpfalz. [Lengenfeld] 1875
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ortsteil von Velburg Kategorie:Ort im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz