Tobias Schramm (* 9. Oktober 1701 in Schandau; † 14. Oktober 1771 in DresdenPape: Lexikon norddeutscher Orgelbauer. Band 2. 2012, S. 352.) war ein deutscher Instrumenten- und Orgelbauer.Ernst Ludwig Gerber: Schramm, Tobias (Orgelbauer).Gustav Schilling: Schramm, Tobias.
Leben und Werk Wo Tobias Schramm den Orgelbau gelernt hat und wer seine Lehrmeister waren, ist unbekannt. Gesichert ist nur, dass er kein Schüler von Gottfried Silbermann war. Schramm wuchs in Schandau auf, wo er 1701 als Sohn eines Elbeschiffers geboren worden war,Ernst Flade: Gottfried Silbermann. Ein Beitrag zur Geschichte des deutschen Orgel- und Klavierbaus im Zeitalter Bachs. 2. Auflage. Breitkopf & Härtel, Leipzig 1953, S. 207. Wolfgang Hanke; Johannes Dette: Gott loben ist unser Amt: die Forster Orgeln, ihre Erbauer und ihre Organisten in Geschichte und Gegenwart. Evangelische Kirchengemeinde Forst (Lausitz), 2005, S. 9. und erhielt am 10. Mai 1742 das Bürgerrecht von Dresden, wo er zeitlebens wohnen blieb. In Dresden ist er ab 1749 als Stadtorgel- und ab 1766 als Hoforgelbauer nachweisbar.
Schramm baute die 1749 geweihte Orgel der Schlosskirche Hubertusburg ursprünglich für die Kaiserkapelle in Dresden-Neustadt. Das Instrument wurde von der Kurfürstin Maria Josepha gestiftet und zu einem unbekannten Zeitpunkt umgesetzt. Die vergoldeten Verzierungen im Stil des Rokoko schuf wahrscheinlich der Hofbildhauer Johann Benjamin Thomae. Die Orgel verfügt über 10 Register, die auf einem Manual und Pedal verteilt sind. Für eine katholische Kirche vollkommen ungewöhnlich steht diese Orgel hoch über dem Altar.
Unter Verwendung von Orgelteilen der wegen Baufälligkeit abgebrochenen alten Dresdener Frauenkirche baute Schramm eine neue Orgel mit wenigen Stimmen in der Auferstehungskirche im Dresdener Stadtteil Plauen. Diese wurde im Mai 1746 geweiht. 1813 wurde das Instrument bei der Schlacht um Dresden in Mitleidenschaft gezogen und geplündert.
Tobias Schramm war der Vater des preußischen Hofcembalisten Johann Christian Schramm († 9. April 1796), dem Nachfolger von Carl Philipp Emanuel Bach. Ein weiterer Sohn mit Namen Johann August Schramm wurde im Jahr 1772 Hoforgelstimmer in Dresden und ist in dieser Tätigkeit bis 1780 nachweisbar. Sein Bruder Johann Gottlieb Schramm war Berliner Instrumentenbauer, dessen Werkstatt von seinem Sohn Carl Ludwig Schramm übernommen wurde.
Werkliste Jahr Ort Gebäude Bild Manuale Register Bemerkungen 1733, 1739, 1768 Dresden Sophienkirche 160x160px II/P 30 Reparaturen der Orgel von Gottfried Silbermann (1718–1720); nicht erhalten 1742 Dresden Frauenkirche zentriert|160x160px III/P 43 Reparatur der Orgel von Gottfried Silbermann (1732–1736); nicht erhalten 1746 Plauen (Dresden) Auferstehungskirche (Dresden) I/P 11 Umbau einer Orgel des 17. Jahrhunderts; nicht erhalten 1749 Hubertusburg Schlosskapelle Hubertusburg 160x160px I/P 10 Neubau; Gehäuse erhalten; Werk 2001 durch Hermann Eule Orgelbau Bautzen rekonstruiert → Orgel 1755 Forst (Lausitz) Nikolaikirche II/P 22 Neubau; Gehäuse erhalten; Werk 1920 ersetzt vor 1768 Forst (Lausitz) St. Marien II/P 19 Neubau; nicht erhalten
Literatur Schramm, Tobias (Orgelbauer). In: Schramm, Tobias. In:
Einzelnachweise
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