Die Pazifische Taifunsaison 2020 ist ein spätstartendes Ereignis in dem jährlichen Zyklus der Bildung tropischer Wirbelstürme im westlichen Pazifischen Ozean. Die Saison läuft das ganze Jahr hindurch, doch die meisten tropischen Wirbelstürme entwickeln sich in diesem Becken zwischen Mai und Oktober. Der erste benannte Sturm der Saison, Vongfong, bildete sich am 10. Mai.
Im nordwestlichen Pazifik – dem Gebiet nördlich des Äquators zwischen 100° östlicher Länge und 180° östlicher Länge – gibt es zwei meteorologische Anstalten, die den tropischen Stürmen Namen geben, was dazu führt, dass manche Stürme zwei Namen haben. Die Japan Meteorological Agency (JMA) vergibt einen Namen, wenn ein Sturm irgendwo im westlichen Nordpazifik zehnminütige andauernde Windgeschwindigkeiten von mindestens 65 km/h erreicht. Die Philippine Atmospheric, Geophysical and Astronomical Services Administration (PAGASA) weist tropischen Tiefdruckgebieten oder Stürmen Namen zu, die sich zwischen 135° und 115° östlicher Länge sowie zwischen 5° und 25° nördlicher Breite entstehen oder dorthin wandern, auch dann, wenn die JMA bereits einen Namen vergeben hat. Außerdem wird das tropische Wettergeschehen vom Joint Typhoon Warning Center (JTWC) der Vereinigten Staaten überwacht. Deren Warnungen richten sich vor allem an militärische Einrichtungen der USA.
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Saisonvorhersagen TSR-PrognoseDatum TropischeStürme alleTaifun intensiveTaifun ACE Beleg AndereDatum Vorhersage-zentrum Periode Systeme Beleg 22. Januar 2020 PAGASA Januar–März 0–4 tropische Stürme 22. Januar 2020 PAGASA April–Juni 2–5 tropische Stürme Saison 2020 Vorhersage-zentrum TropischeTiefs TropischeStürme Taifune Belege tatsächlicheAktivität: JMA 1 1 1 JTWC 1 1 1 PAGASA 1 1 1 Während des Jahres sagen mehrere meteorologische Dienste und Institute voraus, wie viele tropische Stürme und Taifune sich während einer Saison bilden und/oder wie viele davon ein bestimmtes Land treffen. Unter ihnen sind das Tropical Storm Risk Consortium (TSR) des University College London, PAGASA und Taiwans Central Weather Bureau. Die erste Vorhersage des Jahres wurde von PAGASA am 22. Januar für die erste Jahreshälfte veröffentlicht. PAGASA sagte voraus, dass sich zwischen Januar und März 0 bis höchstens vier tropische Tiefdruckgebiete oder Stürme in deren Verantwortungsbereich bilden, fünf bis acht Systeme erwartete PAGASA zwischen April und Juli. PAGASA begründete dies mit neutralen Bedingungen der El Niño-Southern Oscillation, die bis zur Jahresmitte andauern.
Saisonüberblick
Systeme Taifun Vongfong (Ambo)
Am 9. Mai meldete zuerst das JTWC die Bildung eines Tiefdruckgebietes in Mikronesien, und tags darauf stellte die JMA fest, dass dieses sich östlich von Mindanao zu einer tropischen Depression entwickelt hat. Konvektion begann nach und nach das Zentrum zu verdecken. PAGASA gab dem System den lokalen Namen Ambo, da es als erstes System des Jahres deren Verantwortungsgebiet erreichte. Das System begann langsam westwärts zu driften und tat das auch die nächste Tage, wobei es sich stetig intensivierte, mit gelegentlichen konvektiven Ausbrüchen am Rande der leicht ausgewalzten Zirkulation. Am 12. Mai stufte auch das JTWC Ambo als tropische Depression ein ordnete die Bezeichnung 01W zu. Über den Tag hinweg intensivierte sich das System weiter und schlug eine nördlichere Richtung ein. Auf seiner nordwestlichen Seite bildete sich ein gut-definiertes Regenband. Zu diesem Zeitpunkt stufte die JMA die Depression zum tropischen Sturm hoch und vergab den ersten Namen der Namensliste, Vongfong. Wenig später stufte auch das JTWC das System zu einem tropischen Sturm hoch.
Aufgrund günstiger Bedingungen mit geringer Windscherung, Meeresoberflächentemperaturen von 29 bis 30 °C und einer exzellenten Ausströmung, begann Vongfong früh am 13. Mai mit einer rapiden Intensivierung. Kurz darauf stufte die JMA das System zu einem schweren tropischen Sturm und das JTWC zu einem Taifun äquivalent zur Kategorie 1 der Saffir-Simpson-Windskala hoch, mit andauernden einminütigen Windgeschwindigkeiten von 130 km/h. PAGASA und JMA stuften das System später am Tag zu einem Taifun hoch, während das JTWC das System in einem Kategorie-2-Taifun aufstufte, da das Auge deutlicher erkennbar würde. Einige Stunden später intensivierte sich Vongfong äquivalent zur Kategorie 3. Um 12:15 Uhr PST (04:15 UTC) am 14. Mai gelangte Vongfong in San Policarpo, Eastern Samar über Land. Nach dem Landfall auf Samar schwächte sich Vongfong ab, zog durch den Ticao Pass und näherte sich Sorsogon.
In Vorbereitung auf den Taifun wurde für ganz Eastern Samar und Teile von Northern Samar das Sturmsignal Nummer 3 gegeben. Zehntausende Bewohner der Insel waren gezwungen, Notunterkünfte aufzusuchen, die wegen der COVID-19-Pandemie in den Philippinen nur die Hälfte der sonst zugelassenen Zahl von Schutzsuchenden aufnahmen, die außerdem Gesichtsmasken tragen mussten.
JMA's Tropical Cyclone Information on Tropical Storm Vongfong (2001) JTWC's Tropical Cyclone Warning on Tropical Storm 01W (Vongfong) PAGASA's Severe Weather Bulletin on Tropical Storm "Ambo" (Vongfong)
Sturmnamen
Im nordwestlichen Pazifischen Ozean weisen sowohl die Japan Meteorological Agency (JMA) als auch die Philippine Atmospheric, Geophysical and Astronomical Services Administration (PAGASA) tropischen Wirbelstürmen in ihrem Verantwortungsbereich Namen zu, sodass einzelne Stürme zwei verschiedene Namen bekommen. Das RSMC Tokyo – Typhoon Center der JMA vergibt im Auftrag des Typhoon Committee der World Meteorological Organization die internationalen Namen, sofern es zur Auffassung kommt, dass die andauernden zehnminütigen Windgeschwindigkeiten 65 km/h erreicht hat. PAGASA vergibt allen tropischen Tiefdruckgebieten oder tropischen Stürmen Namen, die sich in deren Verantwortungsbereich zwischen 135° und 115° östlicher Länge sowie 5° und 25° nördlicher Breite bilden oder da hineinwandern, auch wenn das System bereits einen internationalen Namen hat. Sowohl die WMO als auch PAGASA streichen den Namen besonders folgenschwerer tropischer Wirbelstürme.
Internationale Namen Die JMA wählt den Namen eines Sturms aus einer Liste von insgesamt 140 Namen, von denen jeweils zehn durch die Staaten und Territorien vorgeschlagen wurden, aus denen sich das ECAP/WMO Typhoon Committee zusammensetzt. Allfällige Streichungen von Namen besonders folgenschwerer Wirbelstürme werden von der WMO 2021 bekanntgegeben; ihre Ersatznamen werden 2022 veröffentlicht. Die vor der Saison nächsten 28 Namen der Liste stehen nachfolgend; sie werden in Klammern durch die jeweilige vierstellige numerische Bezeichnung ergänzt, sobald ein Name verwendet wird. Vongfong, Nuri, Sinlaku, Hagupit, Jangmi, Mekkhala, Higos, Bavi, Maysak, Haishen, Noul, Dolphin, Kujira, Chan-hom, Linfa, Nangka, Saudel, Molave, Goni, Atsani
Philippinen Die 2020 verwendeten Namen sind von derselben Namensliste, die zuletzt 2016 verwendet wurde und die 2024 wiederverwendet werden wird. Diese Namen sind unverändert, mit Ausnahme der Namen Kristine, Leon und Nika, welche die gestrichenen Namen Karen, Lawin und Nina ersetzt haben. Die folgenden Namen wurden für benannte Stürme benutzt: Ambo, Butchoy, Carina, Dindo, Enteng, Ferdie, Gener, Helen, Igme, Julian, Kristine, Leon, Marce, Nika, Ofel, Pepito, Quinta, Rolly
Siehe auch
Atlantische Hurrikansaison 2020 Pazifische Hurrikansaison 2020 Zyklonsaison im Nordindik 2020 Zyklonsaisons im Südwestindik: 2019–20, 2020–21 Australische Zyklonsaisons: 2019–20, 2020–21 Südpazifische Zyklonsaisons: 2019–20, 2020–21
Belege
T2020 3Pazifische Taifunsaison