mini|Wappenscheibe f. Frey-Herr Johann Friedrich von Loeben, verheiratet m. Anna Maria von Rechenberg. In: St. Nikolai-Spandau. Johann Friedrich von Loeben, seit 1642 Freiherr, (* 27. Februar 1595 in Lagow; † 16. Mai 1667 in BerlinGothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. 1905. Sechster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1904, S. 460.Leopold von Zedlitz-Neukirch: Neues Preussisches Adels-Lexicon. Band 3, Verlag Gebrüder Reichenbach, Leipzig 1837, S. 287.) war ein brandenburgischer Staatsmann.

Leben Herkunft und Familie Johann Friedrich war Angehöriger der märkischen Linie des Adelsgeschlechts von Loeben. Seine Eltern waren nach dem Genealogischen Handbuch des Adels von 1960Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Walter von Hueck et al.: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser A (Uradel). 1960. Band IV, Band 22 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1960, S. 474 f. der Erbherr auf Krieschow, Merzdorf und Schönfeld, Friedrich von Loeben (1571–1617) und Margarete, geborene von Schönaich aus dem Hause Hasel († 1628). Der brandenburgische Kanzler Johann von Löben (1561–1636) und Ehefrau Margarete von Winterfeld (1583–1662) waren entfernte Verwandte.

Johann Friedrich heiratete am 10. März 1620 Anna Maria von Rechenberg (* 28. August 1605; † 15. Dezember 1664), eine Tochter des Landeshauptmanns von Schweidnitz Caspar von Rechenberg.Johann Sinapius: Schlesische Curiositäten, Band 1, Fleischer-Selbstverlag, Leipzig 1720, S. 117. Sein Bruder Adam heiratete 1622 ihre Schwester Magdalene. Das ab 1620 vermählte Paar wurde Stammeltern des 1775 erlöschenden freiherrlichen Astes Schönfeld und hatte 4 Söhne und 5 Töchter, darunter:

Adolph Maximilian von Loeben (1631–1682), Johanniter-Komtur zu Lagow ⚭ Louise Hedwig von Burgsdorf (1641–1669), Eltern des späteren Generalleutnants Kurt Hildebrand von Loeben.Karl Friedrich Pauli: Leben grosser Helden des gegenwärtigen Krieges. Band 9, Christoph Peter Francken (Franckesche Stiftungen), Halle 8. Mai 1764, S. 181 ff. Ursula Brigitte ⚭ 1656 Freiherr Johann Wolfgang von RechenbergJohann Heinrich Zedler: Grosses vollständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste, Band 18, Selbstverlag, Halle/Leipzig 1738, S. 151. (Mit anderen Eltern).

Werdegang Loeben trat nach juristischen und staatswissenschaftlichen an der Brandenburgischen Universität Frankfurt, der Universität Jena und der Universität Straßburg, einer sich anschließenden, mehrjährigen Grand Tour durch den Westen Europas, 1623 in kursächsische Dienste. Er war zunächst Oberamtsverweser der Niederlausitz und seit 1630 Landrichter ebd.

Seinem Vater nachfolgend trat Loeben 1632 in den Dienst des Kurfürsten Georg Wilhelm von Brandenburg (1595–1640) über. Hier wurde ihm als Oberhauptmann zuerst die Verweserschaft des Herzogtums Crossen mit Züllichau aufgetragen. Unter der Regierung Kurfürst Friedrich Wilhelms von Brandenburg (1620–1688) avancierte er 1639 zum Legationsrat und wurde zuerst auf den kurfürstlichen Kollegialtag nach Nürnberg entsandt. In den Folgejahren wurden er alljährlich mit diplomatischen Missionen beauftragt, wobei er zunehmend eine leitende Stellung unter den Vertretern Kurbrandenburgs erst in Nürnberg, dann in Regensburg, dann in Kopenhagen, schließlich in Osnabrück einnahm. Auch die diplomatischen Unterhandlungen Brandenburgs mit dem kaiserlichen Hof der Jahre 1640 bis 1661 wurden in erster Reihe durch Loeben geführt. 1642 empfing er im Namen des Kurfürsten das brandenburgische Reichslehen und wurde aus diesem Anlass vom Kaiser in den Reichsfreiherrenstand erhoben, vom Kurfürsten zum Wirklichen Geheimen Rat und Mitglied des Geheimen Staatsrates ernannt. 1644 erhielt er die Hauptmannschaft über die Grafschaft Ruppin und das Land Bellin. Er nahm auch an den westfälischen Friedensverhandlungen teil. mini|Sonnenburg (Mittelalter). 1652 war er Kommissar bei der Wahl eines neuen Herrenmeisters auf dem Ordensschloss Sonnenburg und wurde zu diesem Anlass zum Johanniterritter geschlagen. Im Jahre 1660 wurde er auch mit der Johanniterkomturei Lagow ausgestattet, wurde somit zum Kommendator. Mit der Würde eines Reichsfreiherren war auch die Wappenbesserung verbunden.Konrad Blažek: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch. Neuauflage, Band 6/-8 Abtl.: Der Abgestorbene Adel der Preussischen Provinz Schlesien. Zweiter Teil, Bauer und Raspe E. Küster, Nürnberg 1890, S. 77. u. Tafel 14.

Seinen Lebensabend verbrachte er auf seinen Landgütern. Er war Erbherr auf Brodtkowitz, Groß Besten und Klein Besten, Körbiskrug, Krummensee, Pätz und Schenkendorf oder auf Merzdorf, Schönfeld und Schiedlow, nach dem Genealogischen Handbuch des Adels von 1960 von Schönfeld, Schmachtenhagen, Schiedlow, Merzdorf, Petersdorf, Schenkendorf „usw.“ Sein Erbsohn fügte noch mit Paserin und Uckro zwei Güter in der Niederlausitz hinzu.

Sein Epitaph befand sich noch lange in der Kirche von Schönfeld und wurde später in das Märkische Museum nach Berlin gebracht.Wilhelm Jung: Die Kunstdenkmäler des Kreises Crossen. In: Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg. Band 6-6, Hrsg. Brandenburgischer Provinzialverband-Gesamt-Schriftleitung Erich Blunck, Meissenbach Riffarth & Co.-Komm. Buchhandlung Voss, Berlin 1921, S. 152. Sein Wappenschild befandRainer Paasch, Peter Lietzke, Sabine Müller: Zum Gedächtnis-Museum. 17: Wappenschild für Johann Friedrich von Loeben, 1595 - 1667. Standort: Rechts neben dem Eingang, an der Westwand unter der Orgelempore. 2010. Hrsg. Kirchengemeinde St. Nikolai-Spandau. Mittwoch 15. Februar 2023. sich bis etwa 1989 in St. Nikolai-Berlin, nun befindet sich diese bis heute in St. Nikolai zu Spandau.

Literatur Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1905. Sechster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1904, S. 460 f.

Christian August Ludwig Klaproth, Immanuel Karl Wilhelm Cosmar: Der königlich preußische und kurfürstlich brandenburgische wirkliche geheime Staatsrat an seinem 200jährigen Stiftungstage den 5. Januar 1805. Berlin 1805, S. 348–349.

Einzelnachweise

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