Die Gliederung des Heeres der Bundeswehr in der Heeresstruktur 5 beschreibt die Truppenteile des Heeres in der Heeresstruktur 5. Die Heeresstruktur 5 bezeichnete im engeren Sinne die geplante Gliederung des Heeres der er-Jahre. Die Heeresstruktur 5 wurde jedoch nur in Ansätzen eingenommen. Bereits ab etwa wurde aufgrund der geänderten geopolitischen Lage die Einnahme der Heeresstruktur 5 abgebrochen und mit der Einnahme der deutlich abweichenden „nachgesteuerten“ Heeresstruktur 5 (N) begonnen. Auffälligster Unterschied zwischen der geplanten Heeresstruktur 5 und 4 war die geplante Verschmelzung der Führungsstäbe des Feldheeres mit den entsprechenden Führungsstäben des Territorialheeres. Mit der Indienststellung der Deutsch-Französischen Brigade begann der Prozess der Aufstellung multinationaler Truppenteile.

Vorbemerkungen Stand der Umsetzung der Heeresstruktur 5 Die Heeresstruktur 5 wurde analog zum Vorgehen bei früheren Heeresstrukturen vor unter den Rahmenbedingungen des Kalten Krieges geplant und erprobt und sollte die Grundlage der Heeresstruktur für das beginnende Jahrzehnt bilden. Die Heeresstruktur 5 wurde jedoch nur in Ansätzen eingenommen. Zwischen Ende und wurde anders als bei der Einnahme der früheren Heeresstrukturen die Umgliederung nicht zügig binnen weniger Monate umgesetzt. Bereits ab etwa wurde aufgrund der geänderten geopolitischen Lage nach Ende des Ost-West-Konflikts die Einnahme der Heeresstruktur 5 vollständig abgebrochen. Die Heeresstruktur 5 musste „nachgesteuert“ werden,

um die Aufstellung der Bundeswehr in den neu hinzugekommenen Landesteilen abzubilden, um die Truppenstärke und andere die Streitkräfte betreffende Bedingungen des Zwei-plus-Vier-Vertrages zu berücksichtigen, um dem allgemeinen Trend zur Abrüstung einhergehend mit der militärischen Entspannung zwischen der NATO und dem Warschauer Pakt Rechnung zu tragen, um der damit einhergehenden Verkürzung des Wehrdienstes Rechnung zu tragen, um die zukünftig vermehrt erwartbaren „friedenserhaltenden“ und „friedenssichernden“ Einsätze des Heeres organisatorisch zu erleichtern, um der Lockerung der integrierten NATO-Befehlsstrukturen mit der Aufstellung nationaler Führungsstäbe zu begegnen und um als Reaktion darauf neue multinationale Großverbände (beispielsweise binationale Korpsstäbe) auszuplanen, die die Zusammenarbeit mit den verbündeten Streitkräfte festigen sollten.

Die „nachgesteuerte“ Heeresstruktur wurde als Heeresstruktur 5 (N) bezeichnet (N für „nachgesteuert“). Die überarbeitete Heeresstruktur 5 N übernahm nur einzelne Elemente der aufgegebenen Heeresstruktur 5. Im Kern handelte es sich – trotz der ähnlichen Bezeichnung – um eine grundlegende Neuplanung.

Aufbau der Liste Die unten aufgezählte Gliederung des Heeres in Truppenteile berücksichtigt im Wesentlichen die gemäß Heeresstruktur 5 in Westdeutschland geplante Grobstruktur, auch wenn diese nicht realisiert wurde. In Ostdeutschland berücksichtigt die Liste die in Ostdeutschland geplante Struktur. Nach 1990 wurden die Gliederungsprinzipien der Heeresstruktur 5 kurzfristig auf die Aufstellung der Bundeswehr in Ostdeutschland übertragen. Insgesamt ist festzustellen, dass die Prinzipien der Heeresstruktur 5 in Ostdeutschland konsequenter als in Westdeutschland verwirklicht wurden. Wo möglich sind Angaben zur konkreten Realisierung der Planung zwischen und ergänzt. Wo z. B. eine geplante Gliederung in dieser Form nicht (oder erst nach 1993) eingenommen wurde, ist ein entsprechender Hinweis eingefügt. Die nach 1990 eingeleitete Truppenreduzierung bedeutete für viele Truppenteile, dass sie in den frühen 1990er Jahren zwar noch kurz weiterbestanden, die Umgliederung in die neue Struktur, die für sie in den Planungen zur Heeresstruktur 5 vorgesehen war, aber nicht mehr realisierten. Diese Truppenteile sollen in einem separaten Abschnitt aufgezählt werden und nicht dort, wo sie in der Heeresstruktur 5 ursprünglich vorgesehen waren. Insgesamt ist der Artikel daher weder eine Darstellung der ursprünglichen Planung der Heeresstruktur 5 noch eine Darstellung einer jemals tatsächlich eingenommenen Struktur.

Umfang des Heeres Die Planungen zum Umfang des Heeres der Heeresstruktur 5 sahen aufgrund der Demographie der Bundesrepublik Deutschland keine nennenswerten Änderungen im Vergleich zur Heeresstruktur 4 vor. Ende der 1989 wurde sogar eine Verlängerung des Wehrdienstes als notwendig angesehen um die Truppenstärke zu halten. Erst durch den Beitritt Gesamt-Berlins und der wiedererrichteten Länder auf dem Gebiet der untergegangenen Deutschen Demokratischen Republik zur Bundesrepublik wuchs der Umfang des Heeres (kurzfristig) über das ursprünglich in der Heeresstruktur 5 geplante Soll an. Mit insgesamt 14 aufgestellten Divisionen erreichte das Feldheer seinen historischen Höchststand. Nach diesem kurzzeitigen Höchststand wurde die Truppenstärke reduziert und der Wehrdienst konnte verkürzt werden. Bereits Ende 1993 war das gesamtdeutsche Heer kleiner als zum Ende des Kalten Krieges Ende der 1980er Jahre.

Übergeordnete Führung Die drei deutschen Korps und die nachgeordneten Truppenteile sollten im Verteidigungsfall durch Kommandostäbe der NATO geführt werden. In der NATO-Kommandostruktur war der Einsatz für LANDJUT, NORTHAG und CENTAG vorgesehen. Die dem Inspekteur des Heeres nachgeordneten Truppenteile auf Ebene der obersten Heeresführung sowie die den drei Territorialkommandos nachgeordneten Truppenteile blieben (auch im Verteidigungsfall) unter nationaler Führung – blieben also dem Bundeskanzler bzw. Bundesministerium der Verteidigung bzw. dem Führungsstab der Streitkräfte und dem Führungsstab des Heeres nachgeordnet. Dieser Bereich war also nicht in die NATO-Kommandostruktur integriert.

Bis spätestens 1993 wurde jedoch klar, dass nach dem Ende des Ost-West-Konflikts die integrierte NATO-Struktur in Westeuropa gelockert werden sollte und die nationalen Landstreitkräfte durch nationale Führungsstäbe geführt werden sollte. In der Heeresstruktur 5 (N) wurde dazu im deutschen Heer das Heeresführungskommando ausgeplant, das fortan das Heer als oberster Führungsstab führen sollte.

Das Territorialheer in der Heeresstruktur 5 Das Territorialheer blieb als Teilbereich des Heeres in der Heeresstruktur 5 bestehen. Das Territorialheer sollte im Verteidigungsfall anders als das Feldheer durch nationale Führungsstäbe geführt werden. Allerdings war geplant in der Friedensgliederung der Heeresstruktur 5 die organisatorische Eigenständigkeit des Territorialheeres de-facto aufzugeben. Dazu war geplant, die Führungsstäbe des Territorialheeres im Frieden mit den entsprechenden Führungsstäben des Feldheeres fusioniert werden sollten. Dies sollte mindestens alle Führungsebenen bis hinunter zu den Verteidigungsbezirkskommandos betreffen. Letztlich kam die geplante Fusion – insbesondere in Westdeutschland – jedoch nicht über Ansätze hinaus, die noch am konsequentesten in der Verschmelzung der Wehrbereichskommandos mit den Divisionen umgesetzt wurde; diese Fusionen sollten auch über das Ende der Heeresstruktur 5 zunächst in der Heeresstruktur 5 (N) weiterbestehen. Erst zwischen 1994 und 1996 – also eigentlich bereits nach dem Aus für die Heeresstruktur 5 – kam es dann doch noch wie ursprünglich geplant zur (nur kurzfristigen) Verschmelzung einzelner Verteidigungsbezirkskommandos mit Brigaden. Die ostdeutschen Truppenteile waren formell bis zum Abzug der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland gemäß Zwei-plus-Vier-Vertrag ohnehin formell Teil des Territorialheeres. In Ostdeutschland wurde also zwischen 1990 und 1993 eine den Prinzipien der Heeresstruktur 5 folgende Aufstellung fusionierter Truppenteile weitgehend realisiert, ohne dass es sich jedoch formell um Truppenteile des Feldheeres handelte.

Oberste Heeresführung 25px|kein internes Verbandsabzeichen Inspekteur des Heeres / Führungsstab des Heeres, Bonn 25px|Verbandsabzeichen Heeresamt, Köln Schulen und Zentren des Heeres

Korps/Territorialkommando Nord Hinweis: die Aufstellung des fusionierten Korps/Territorialkommando Nord wurde nicht vollzogen. Stattdessen bestanden das I. Korps, LANDJUT, das Territorialkommando Nord und das Territorialkommando Schleswig-Holstein/Wehrbereichskommando I weitgehend eigenständig fort. Die Fusionierung der fortbestehenden Wehrbereichskommandos im Territorialkommando Nord und Schleswig-Holstein und der fortbestehenden Divisionen im Bereich des I. Korps/LANDJUT wurde bis etwa Mitte realisiert.

Stab Korps/Territorialkommando Nord Wehrbereichskommando I/6. Panzergrenadierdivision Panzergrenadierbrigade 7 (Hinweis: die Panzergrenadierbrigade 7 wechselte erst zur 6. Panzergrenadierdivision und unterstand bis zunächst weiter der 3. Panzerdivision, die nach zunächst ähnlich wie in der Heeresstruktur 4 fortbestand.) Panzerbrigade 16 (Hinweis: die geplante Umgliederung der Panzergrenadierbrigade 16 in eine Panzerbrigade 16 wurde nicht realisiert.) Panzerbrigade 18 (Hinweis: die Panzerbrigade 18 war in den er-Jahren teilaktiv) Verteidigungsbezirkskommando 10 Verteidigungsbezirkskommando 11 (Hinweis: die geplante Neuaufstellung des Verteidigungsbezirkskommandos 11 wurde erst realisiert) Verteidigungsbezirkskommando 12 (Hinweis: die geplante Neuaufstellung des Verteidigungsbezirkskommandos 12 wurde erst realisiert) Wehrbereichskommando II/1. Panzerdivision Panzergrenadierbrigade 1 Panzergrenadierbrigade 19 (Hinweis: die Panzergrenadierbrigade 19 wechselte erst zur 1. Panzerdivision und unterstand bis zunächst weiter der 7. Panzerdivision. erfolgte die Rücküberstellung zur 7. Panzerdivision.) Panzergrenadierbrigade 32 (Hinweis: die Panzergrenadierbrigade 32 wechselte erst zur 1. Panzerdivision und unterstand bis zunächst weiter der 11. Panzergrenadierdivision, die nach zunächst ähnlich wie in der Heeresstruktur 4 fortbestand.) Verteidigungsbezirkskommando 20 Verteidigungsbezirkskommando 22 Verteidigungsbezirkskommando 23 Verteidigungsbezirkskommando 24 Verteidigungsbezirkskommando 25 Wehrbereichskommando III/7. Panzerdivision Panzerlehrbrigade 9 (Hinweis: Die Panzerlehrbrigade 9 wechselte erst zur 7. Panzerdivision und unterstand bis der 3. Panzerdivision, die nach zunächst ähnlich wie in der Heerestruktur 4 fortbestand.) Panzerbrigade 21 Verteidigungsbezirkskommando 31 Verteidigungsbezirkskommando 32 Verteidigungsbezirkskommando 33 Verteidigungsbezirkskommando 34 Verteidigungsbezirkskommando 35

Weitere Truppenteile in Norddeutschland Folgende norddeutsche Truppenteile wurden nicht konsequent entsprechend der Gliederungsprinzipien der Heeresstruktur 5 umgegliedert, werden daher oben nicht aufgezählt, und bestanden im Wesentlichen ähnlich – bei allerdings meist reduzierter Truppenstärke – wie in der Heeresstruktur 4 neben den oben aufgezählten Verbänden etwa bis zum Start der Umgliederung zur Heeresstruktur 5 (N) als nicht fusionierte Verbände fort. Ob und in welcher Ausprägung in den ursprünglichen Plänen zur Heeresstruktur 5 für diese Verbände auch eine Unterstellung unter ein fusioniertes Korps/Territorialkommando bzw. unter ein fusioniertes Divisions–/Wehrbereichskommando vorgesehen war, ist nicht belegbar:

Im Bereich des bisherigen Territorialkommandos Schleswig-Holstein: Stab Territorialkommando Schleswig-Holstein (Hinweis: Gleichzeitig Stab des Wehrbereichskommandos 1. Das Territorialkommando Schleswig-Holstein wird aufgelöst.) Verfügungstruppenkommando 41 (Hinweis: aufgelöst.) Heimatschutzbrigade 61 (Hinweis: aufgelöst.) Im Bereich des bisherigen Territorialkommandos Nord: Heimatschutzbrigade 52 (Hinweis: aufgelöst.) Heimatschutzbrigade 53 (Hinweis: aufgelöst.) Heimatschutzbrigade 62 (Hinweis: aufgelöst.) Heimatschutzbrigade 63 (Hinweis: aufgelöst.) Im Bereich des bisherigen I. Korps: 3. Panzerdivision (Hinweis: aufgelöst.) Panzerbrigade 8 (Hinweis: nicht aktiv gestellt. Bis zur Deaktivierung Teil der 3. Panzerdivision.)