Richterhof (oder ursprünglich Grünthal) ist ein Gemeindeteil der Stadt Velburg im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern. Richterhof liegt in der Gemarkung Reichertswinn.
Geographische Lage Die Einöde liegt ca. 2 km nordöstlich der Kernstadt Velburgs im Oberpfälzer Jura der Frankischen Alb auf ca. in einer Senke zwischen den Erhebungen Kohlberg () im Nordwesten und Osterberg () der Colomanner Höhe im Osten.
Verkehr Die Ansiedelung liegt an einer Ortsverbindungsstraße zwischen Velburg im Süden und der Einmündung in die Kreisstraße NM 36 im Norden. Auch von der Kreisstraße NM 1. gelangt man über eine Verbindungsstraße nach Richterhof. Die Entfernung bis zum Truppenübungsplatz Hohenfels beträgt etwa 2 km.
Geschichte „Grintal“ ist im ersten Urbar des Amtes Velburg, angelegt zwischen 1231 und 1237, genannt; es bestand aus einem Hof und 3 Lehen, 1285 aus einem Hof und fünf Lehen. 1288 ist urkundlich festgehalten, dass sich die Ehrenfelser mit dem Bayernherzog Ludwig wegen einiger ihren Vorfahren verpfändeten Gütern verglichen und dem Herzog u. a. Güter in Grüntal zurückgaben. Das Velburger Salbuch von 1326 führt wiederum einen Hof und fünf Lehen auf.Jehle, S. 157, 234 Im 17. Jahrhundert war der Hof zu Grüntal ein Landsassensitz derer von Langenau, darnach wieder ein gewöhnlicher Bauernhof. Am Ende des Alten Reiches, um 1800, bestand Richterhof, weiterhin unter dem Pflegamt Velburg stehend, aus zwei Anwesen, auf denen die Untertanen Ulrich Eichenseer und Georg Eichenseer saßen.Jehle, S. 484
Im Königreich Bayern (1806) wurden nach einer Verordnung vom 13. Mai 1808 Steuerdistrikte gebildet, darunter der Steuerdistrikt Sankt Wolfgang im Landgericht Parsberg, dem die Orte Sankt Wolfgang, Sankt Colomann, Helmsricht, Richterhof/Grünthal und Sommertshof zugeteilt waren.Jehle, S. 535 Mit dem zweiten Gemeindeedikt von 1818 entstand daraus die Ruralgemeinde Sankt Wolfgang, aber bereits 1830 wurde diese Gemeinde mit der Gemeinde Reichertswinn vereinigt.Jehle, S. 544, 558 Die Kinder gingen zur Schule in den Pfarrort Velburg, wo sie – so 1836 – von zwei Lehrern unterrichtet wurden.Popp, S. 155
Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Reichertswinn und damit auch die Einöde Richterhof am 1. April 1971 nach Velburg eingemeindet.
Einwohnerzahlen Richterhof hatte 1836 21 Einwohner, 2 Häuser in „Richterhöfe“,Popp, S. 154 161 16 Einwohner, 5 Gebäude in „Grünthal (Richterhof)“,Joseph Heyberger: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon, München 1867, Sp. 798 1871 13 Einwohner, 7 Gebäude in „Richterhof (Grünthal)“, im Jahr 1873 einen Großviehbestand von 16 Stück Rindvieh, 1900 16 Einwohner, 2 Wohngebäude in „Richterhof (Grünthal)“, 1925 14 Einwohner, 2 Wohngebäude in „Richterhof (Grünthal)“, 1938 13 Einwohner (nur Katholiken) in „Richterhof (Grünthal)“,Buchner II, S. 698 1950 15 Einwohner, 2 Wohngebäude in „Richterhof (Grünthal)“, 1987 7 Einwohner, 2 Wohngebäude, 2 Wohnungen in "Richterhof". Heute besteht Richterhof aus drei Wohngebäuden.
Kirchliche Verhältnisse Grünthal oder Richterhof gehört seit altersher zur katholischen Pfarrei Velburg im Bistum Eichstätt.Buchner II, S. 698 Eine Marienkapelle im Nordosten von Richterhof, errichtet in der Mitte des 19. Jahrhunderts, gilt als Baudenkmal.Sixtus Lampl und Otto Braasch: Denkmäler in Bayern, Band III: Oberpfalz. Ensembles, Baudenkmäler, Archäologische Geländedenkmäler, München: R. Oldenbourg Verlag, 1986, S. 163
Literatur
Th. D. Popp (Hg.): Matrikel des Bissthumes Eichstätt, Eichstätt: Ph. Brönner, 1836
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ortsteil von Velburg Kategorie:Ersterwähnung 1231 Kategorie:Einzelsiedlung im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz