mini|Die Johannissteine mini|Johannissteine in Lage (Lippe) mini|Johannissteine in Lage (Lippe) mini|Johannissteine in Lage (Lippe) Die Johannissteine sind eine Gruppe von Findlingen im Gebiet der lippischen Stadt Lage.
Die mächtigen erratischen Granitblöcke wurden von Gletschern der Saale-Eiszeit vor 200.000 bis 125.000 Jahren an ihren jetzigen Ort geschoben und sind als überregional bedeutendes Geotop unter der Nummer 2.3-16 in die „Liste der Naturdenkmäler in Lage“ eingetragen.
Lage Die Johannissteine befinden sich rund anderthalb Kilometer südöstlich der Lagenser Stadtmitte, südlich der „Detmolder Straße“ (Bundesstraße 239) Richtung Orbke/Detmold.
Beschreibung Der größte der drei eigentlichen Johannissteine, „Stein 1“, ist 6,20 Meter lang, 5,50 Meter breit und hat bei einem Volumen von etwa 39 Kubikmetern ein geschätztes Gewicht von rund 104 Tonnen.Karl-Heinz Otto: Wie die Findlinge nach Westfalen kamen bei www.lwl.org, abgerufen am 11. Mai 2020. Er liegt exakt in Nord-Süd-Richtung.
„Stein 2“ (5,2 × 3,0 × 2,3 m) liegt rechtwinklig zu „Stein 1“, „Stein 3“ (4,0 × 2,7 × 2,1 m) liegt südwestlich der beiden großen Steine; im weiteren Bereich liegen kleine Findlinge und Bruchstücke.Lagekarte der Johannissteine bei www.johannissteinforschung-lage.de, abgerufen am 10. Mai 2020.
Im Jahr 1990 wurden die Johannissteine zum Bodendenkmal erklärt.
Herkunft Mit großer Wahrscheinlichkeit stammen die Johannissteine aus dem Bereich der Åland-Inseln in der nördlichen Ostsee, zwischen Schweden im Westen und dem finnischen Festland im Osten. Bereits 1926 wurde die Herkunft durch sogenannte Dünnschliffuntersuchungen an den Universitäten Greifswald und Münster sowie der schwedischen Universität Uppsala festgestellt.
Vorgeschichtliche Kalender-Anlage An allen drei großen Steinen sind insgesamt 15 Einmeißelungen (Symbole wie Herz, Pentagramm, Kerben, Kreise) sowie 13 Bohrlöcher und -kanäle vorhanden.
Drei exakte Fünfkantlöcher im „Stein 1“ erlauben unter Einsatz von Stäben die präzise Lokalisierung der Wintersonnenwende. Alle anderen jahreszeitlichen Wendepunkte lassen sich von den Johannissteinen aus mittels markanter Bergspitzen bestimmen, zum Beispiel dem Windelstein im Lemgoer Wald, über dem, von den Steinen aus gesehen, zur Sommerwende die Sonne aufgeht.
Die Johannissteine wurden für die Landwirtschaft als Schaltjahr-Ersatz benötigt. Für die Landwirte war es wichtig zu wissen, wann genau Frühlingsanfang ist und ab wann man nicht mehr mit Frost rechen musste.
Die Löcher könnten im Zeitraum 500 bis 100 vor Christus entstanden sein.Erich Neumann und Wolfgang Lippek: Johannissteine bei Lage eine frühgeschichtliche Kultstätte? . In: Heimatland Lippe, Februar 1981, S. 44ff, abgerufen am 10. Mai 2020.Johannissteine – eine frühgeschichtliche Kultstätte?, Flyer der Touristinformation Lage, Lage, Juni 2001, abgerufen am 10. Mai 2020.
Siehe auch Liste der Bodendenkmäler in Lage (Lippe) Liste der Naturdenkmäler in Lage (Lippe)
Literatur Johannissteine – eine frühgeschichtliche Kultstätte?, Flyer der Touristinformation Lage, Lage, Juni 2001. Johannissteine – eine (vor)frühgeschichtliche Kalenderanlage?, Flyer der Touristinformation Lage, Lage, Juni 2001.
Weblinks
Wie die Findlinge nach Westfalen kamen, Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Münster Johannissteinforschung
Einzelnachweise
Kategorie:Findling in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Geographie (Lage, Lippe) Kategorie:Bodendenkmal im Kreis Lippe