mini|Christliches und jüdisches Viertel von Damaskus 1958, Stadtmauer nicht eingezeichnet. Legende: Kirchen AaC: Armenische Apostolische Kathedrale Sankt Sarkis AcC: Armenisch-katholische Kathedrale der Königin des Universums, ehemalige Jesuitenkirche AcFc: ehemalige Armenisch-katholische Kirche CcTh: Chaldäisch-katholische Sankt-Theresia-Kirche EvDw: Evangelische Kirche (Dawamna-Straße) GoC: Griechisch-Orthodoxe Mariamitische Kathedrale GoJd: Griechisch-Orthodoxe Kirche des Heiligen Johannes von Damaskus GoP: Gebäudekomplex des Griechisch-Orthodoxen Patriarchats von Antiochien und dem gesamten Morgenland MkC: Melkitische Griechisch-katholische Kathedrale Unserer Frau al-Niah MkPa: Melkitische Griechisch-katholische Pauluskapelle MrC: Maronitische Antoniuskathedrale RcFr: Römisch-Katholisches Franziskanerkloster RcHa: Römisch-Katholische Kirche im Haus des Hananias RcLz: Römisch-Katholisches Lazaristenkloster ScC: Syrisch-Katholische Kathedrale Sankt Paul SoC: Syrisch-Orthodoxe Kathedrale Sankt Georg SoEf: Syrisch-Orthodoxe Kirche

Synagoge SyMn: Al-Menarscha-Synagoge SyRq: Al-Racqy-Synagoge SyFr: Al-Faranj-Synagoge

Moschee JAh: Rote Moschee (Jâmi al-'Ahmar) JOm: Omari-Moschee

Hammam HBa: Hammam Bakri HQm: Hammam al-Qaymariyya mini|Altstadt von Damaskus 1855, mit Stadttoren und Stadtmauer. Im Nordosten bei den Stadttoren Bab Tuma und Bab Sharky das christliche Viertel (Christian Quarter), südlich der Geraden Straße das jüdische. 1. armenisch-apostolische Kathedrale, 2. griechisch-katholische Kathedrale, 3. syrisch-katholische Kathedrale, 4. Haus des Ananias, 5. Lazaristenkloster (seit 1959 südlich davon syrisch-orthodoxe Kathedrale), 6. Lateinisches Kloster, 7. griechisch-orthodoxe Kathedrale, 8. Chan As'ad Pascha, 9. Haus des Judas, 10. Britisches Konsulat, 11. Zollhaus, 12. Grab des Sidi Bilāl, 13. Grab des Georg, 14. Bab Kisan (seit 1936 Paulus-Kapelle), 15. Ort der Bekehrung des Paulus, 16. Spital, Umayyaden-Moschee (Great Mosque) und Zitadelle (Castle) mini|Das Thomastor Bab Tuma steht am nördlichen Rand des Stadtviertels, hier im Hintergrund Kirche und Moschee.

Das Christliche Viertel von Damaskus () ist das vor allem von Christen bewohnte Viertel der Altstadt von Damaskus, das den Nordosten der Altstadt einnimmt und an die beiden historischen Stadttore Bāb Tūmā (das Thomastor im Nordosten) und Bāb Scharqī (das Osttor) grenzt. Nach diesen Toren werden Teile des Viertels auch Bāb Tūmā und Bāb Scharqī genannt. Die beiden anderen Stadtviertel sind das muslimische Viertel in der westlichen Hälfte und das ehemalige jüdische Viertel () im Südosten der Altstadt.

Name Das christliche Viertel der Altstadt von Damaskus ist nicht der einzige überwiegend von Christen bewohnte Stadtteil der Hauptstadt; so leben beispielsweise auch im südöstlich der Altstadt gelegenen Tabbaleh, das zudem als Ort der Bekehrung des Paulus angenommen wird, überwiegend Christen.Petrus Schüler: Syrien – Geschichte und Gegenwart. In: Im Land des Herrn. Franziskanische Zeitschrift für das Heilige Land, 73. Jg., 2/2019, S. 54–75, hier S. 66–69 (Die Gedächtnisstätte von Pauli Bekehrung). () Dennoch ist in Publikationen mit „Christenviertel von Damaskus“ das Viertel in der Altstadt gemeint.Diana Darke: Syria. Bradt Travel Guides, 2006. S. 91f. The Christian quarter.Siehe auch Christian Quarter auf der Landkarte: J. L. Porter: Map of Damascus. In: Five years in Damascus: Including an Account of the History, Topography, and Antiquities of That City; with Travels and Researches in Palmyra, Lebanon, and the Hauran, Five years in Damascus. J. Murray, London 1855. Auf vielen Stadtplänen sind im überwiegend christlichen Teil der Altstadt die beiden Viertel Bāb Tūmā und Bāb Scharqī verzeichnet, die nach den gleichnamigen Stadttoren benannt sind und sich beiderseits der nach ihnen benannten Hauptstraßen befinden, so beispielsweise auf einer US-amerikanischen Militärkarte von 1958, wo die nördliche Hälfte der christlichen Viertels Bâb Touma und die südliche Bâb Charqi heißt. Diese Benennung wechselt jedoch; so wird in einer Arbeit über Stadtentwicklung der Bereich am Bāb Charqi südlich der Wohngegend Bab Tuma als Harat al-Zeitoun (mit Eintrag nördlich der Geraden Straße) bezeichnet,Zara Lababedi: Map 11 – Damascus Old City. In: The Urban Development of Damascus: A study of its past, present and future. Thesis MSc, University College London, Faculty of The Built Environment, Bartlett School of Planning (ohne Jahreszahl), S. 62. wobei die Straße Ḥārat az-Zaitūn mit der al-Zeitoun-Kirche eine südlich von der Geraden Straße abgehende Sackgasse ist. In einer bauhistorischen Arbeit von 2008 wird die östliche Hälfte des christlichen Viertels Bāb Tūmā genannt,Dorothée Sack: . In: Jahrbuch MSD 2006-08, Berlin 2008, S. 82 (ganzes Heft als PDF-Datei herunterladen) während auf anderen Plänen das ganze Viertel so heißt.http://www.hot-map.com/de/damascus – Deutschsprachige Karte von Damaskus auf Hot-Map.com, abgerufen am 6. Mai 2020. Verwaltungsmäßig bilden die als Bāb Tūmā und Bāb Scharqī bezeichneten Wohnquartiere eine Einheit. Die Adressangabe Bab Touma für den Stadtteil wird häufig verwendet, nicht zuletzt von kirchlichen Einrichtungen wie etwa dem Franziskanerkloster,Damascus/Bab Touma – Saint Paul's Monastery. Custodia Terrae Sanctae, abgerufen am 14. Mai 2020. der syrisch-orthodoxen,Easter Sunday Holy Qurobo. Syrian Orthodox Patriarchate, 18. April 2020. der maronitischenSaint Anthony (Mar Antonios) Maronite Cathedral and Bishopric, Bab Touma district. Christians of Syria, Aid to the Church in Need, 8. Januar 2018. oder der armenisch-katholischen Kirche.Patriarchal Exarchate of Damas (Armenian). Catholic Hierarchy, abgerufen am 14. Mai 2020.

Ausdehnung In der Mitte der Geraden Straße (), die vom Bāb al-Dschābiya () im Westen bis zum Osttor Bāb Scharqī () verläuft, befindet sich ein römischer Triumphbogen. Dieser gilt als Grenze zwischen dem muslimischen Teil im Westen und dem christlichen und jüdischen Teil im Osten, wobei im Wesentlichen nördlich der Geraden Straße das christliche und südlich das einstige jüdische Stadtviertel liegt. Allerdings ist der Bereich südlich der Geraden Straße zwischen der Sackgasse Ḥārat az-Zaitūn () und dem Bāb Scharqī, der von drei Kathedralen und ihren Einrichtungen dominiert wird, ebenfalls dem christlichen Viertel zuzurechnen. Die Gerade Straße heißt östlich vom römischen Triumphbogen, also im Bereich des christlichen Viertels, offiziell Šāriʿ Bāb Šarqī (). Rund 300 m östlich vom Triumphbogen zweigt nach Norden die Straße Šāriʿ Bāb Tūmā () ab, die durch das christliche Viertel zum Thomastor (Bāb Tūmā) führt.

Straßen und Sehenswürdigkeiten Entlang der Bāb-Scharqī-Straße, der Osthälfte der Geraden Straße, stehen vier Kathedralen mit ihren zugehörigen Verwaltungsgebäuden. Direkt östlich vom Triumphbogen steht auf der Nordseite hinter einem Häuserblock, in dem sich die Räume des Griechisch-orthodoxen Patriarchats von Antiochien befinden, die griechisch-orthodoxe Kathedralbasilika, die Mariamitische Kathedrale von Damaskus, die um das Jahr 200 gebaut worden sein soll. Kurz vor dem Osttor Bāb Scharqi stehen südlich der Straße drei Kathedralen unterschiedlicher christlicher Kirchen: Etwa 100 m vor dem Osttor steht an der Südseite der Geraden Straße die Sankt-Paulus-Kathedrale der Syrisch-katholischen Kirche und davon südlich die auch als Al-Zeitoun-Kirche bekannte melkitische griechisch-katholische Kathedrale. Direkt beim Bāb Scharqi steht an der Südseite der Geraden Straße die Sankt-Sarkis-Kathedrale der Armenischen Apostolischen Kirche.

Auch die Richtung Norden, abschnittsweise Nordosten verlaufende Bāb-Tūmā-Straße ist von Kirchen gesäumt. Von der Bāb-Scharqī-Straße kommend sieht man nach 75 m auf der Ostseite den für Besucher nicht zugänglichen Palast Abdul Nur und nach weiteren etwa 25 m auf der rechten Seite den Sitz des Patriarchen der Syrisch-orthodoxen Kirche von Antiochien mit der Kathedrale Sankt Georg. Kurz dahinter, an der Ecke vor der nach rechts abgehenden al-Azaria-Straße (Lazarus-Straße, ), steht das Lazaristenkloster mit der angeschlossenen Schule al-Fajer () an seinem südlichen Ende. An der Westseite der Straße befindet sich der Palast ash-Shamiye (). Vor der nächsten östlich einmündenden Straße, der Klosterstraße (), steht östlich das Franziskanerkloster Damaskus und diesem nördlich gegenüber, östlich versetzt, die maronitische Kathedrale von Damaskus (Mar Antonios). Direkt an der nördlichen Ecke der Klosterstraße mit der Bāb-Tūmā-Straße steht allerdings eine kleine Moschee, die Omari-Moschee. Kaum 150 m nördlich dieser Straßenecke ist das Thomas-Tor, Bāb Tūmā, um das herum in den 1950er Jahren ein Kreisverkehr gebaut wurde, wofür Teile der Stadtmauer und Häuser abgerissen wurden.

Kurz südlich vom Kreisverkehr am Stadttor zweigt von der Bāb-Tūmā-Straße in Richtung Westen die „Feuerholz-Kanal-Straße“ () ab, an deren Nordseite etwa 100 m westlich in der Wohngegend al-Tal („der Hügel“, ) die armenisch-katholische, in den 1950er Jahren gebaute Kirche der Königin des Universums steht. Auf der Südseite der Straße steht gegenüber dem Luxushotel Beit al-Mamlouka westlich an der Ecke zur asch-Schawisch-Gasse (), die gegenüber der armenisch-katholischen Kathedrale südlich einmündet, der etwa 500 Jahre alte Hammam Bakri (), der von 10 bis 16 Uhr für Frauen und von 17 bis 22 Uhr für Männer geöffnet ist. 30 m östlich führt in Richtung Süden die Dawamneh-Straße (), an deren Ostseite etwa 100 m südlich sich wiederum die evangelische Kirche der Nationalen Evangelischen Kirche befindet. Weiter südlich ist an dieser Straße der kleine Dawamneh-Park (). Zwischen der Dawamneh-Straße, die hier in die al-Assieh-Gasse () übergeht, und der Bāb-Tūmā-Straße verläuft in West-Ost-Richtung die Johannes-von-Damaskus-Straße (), an deren westlichem Ende auf südlicher Seite, Ecke al-Assieh-Gasse, etwa 100 m nordöstlich der griechisch-orthodoxen mariamitischen Kathedrale, die gleichfalls griechisch-orthodoxe Kirche des Heiligen Johannes von Damaskus steht. Auf halber Strecke an der Nordseite der Johannes-von-Damaskus-Straße liegt der „Park unter dem Hügel“ Hadiqat Sefl El-Talleh ().

Südlich vom Franziskanerkloster führt von der Bāb-Tūmā-Straße in westliche Richtung eine Sackgasse, die „Stahlgasse“ (), an deren Südseite etwa 30 m westlich der Bāb-Tūmā-Straße die Sankt-Theresia-Kirche der chaldäisch-katholischen Kirche steht.

Ganz im Osten des Stadtviertels führt vom Bāb Scharqī zur al-Azarya-Straße in Nord-Süd-Richtung parallel zur Stadtmauer die nach Hananias von Damaskus benannte Hanania-Straße (), die in Höhe der al-Azarya-Straße einen Knick nach Westen macht und in diese übergeht. An der Straßenbiegung befindet sich das Haus des Hananias, das unterhalb der heutigen Straßenebene liegt und deshalb wie ein Kellergebäude wirkt und heute als Kirche der römisch-katholischen Kirche dient. Oberhalb des unterirdischen Gebäudes ist ein Eingangsbereich in Form einer Kapelle eingerichtet. Weiter südlich etwa auf halber Strecke steht an der Ostseite der Hanania-Straße eine weitere kleine Kirche, die syrisch-orthodoxe Sankt-Ephrem-Kirche, bei der auch die Entwicklungsorganisation der syrisch-orthodoxen Kirche angesiedelt ist.

Struktur der Wohnquartiere Wie in anderen alten arabischen Städten gibt es im christlichen Stadtviertel von Damaskus zahlreiche Sackgassen mit traditionellen, oft zweigeschossigen Innenhofhäusern, bei denen die Innenhöfe ganz von den Wohnhäusern umgeben sind. Durch die Zerstörung des Christenviertels 1860 gingen viele dieser alten Häuser verloren. Reformen von 1864 bis 1871 brachten beim Wiederaufbau erhebliche Veränderungen: Während das Hofhaus als Konzept blieb, wurden neue geradlinige Straßen angelegt, so dass die Höfe nun oft an einer Seite durch eine Mauer an eine Straße grenzten.

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