Die NTT IndyCar Series 2020 war die 25. Saison der IndyCar Series und die 99. Meisterschaftssaison im US-amerikanischen Monoposto-Sport. Sie sollte ursprünglich am 15. März in St. Petersburg beginnen und am 20. September in Monterey enden. Der Saisonstart wurde jedoch am 13. März aufgrund der COVID-19-Pandemie verschoben und fand am 6. Juni in Fort Worth statt. Ganassi-Pilot Scott Dixon wurde zum sechsten Mal Meister. Er startete die Saison mit drei Siegen. Mit einem vierten Sieg nach acht Rennen hatte er 117 Punkte Vorsprung auf den Titelverteidiger Josef Newgarden. Danach verkürzte Newgarden den Rückstand auf Dixon kontinuierlich und lag am Ende 16 Punkte hinter ihm. Rinus VeeKay wurde Rookie of the Year.

Änderungen Sportliche Änderungen Wegen des kürzeren Kalenders wurden beim Saisonfinale keine doppelten Punkte vergeben.

Fahrer, die mehr als vier Motoren brauchten, wurden in der Startaufstellung wieder strafversetzt. Für jeden neuen Motor über den vierten hinaus wurde ein Fahrer auf Straßen- und Stadtkursen sechs Plätze und auf Ovalen neun Plätze zurückversetzt. Eine Ausnahme bildete das Indy 500. Strafversetzungen, die dort hätten stattfinden sollen, wurden auf das darauffolgende Rennen übertragen. Strafversetzungen für Motorenwechsel gab es bereits 2012 und 2013. Im Gegensatz zu damals durften die Motorenhersteller selber entscheiden, wie die 10.000 Meilen Mindestlaufzeit auf die vier Motoren aufgeteilt wird. Strafen wurden damit erst gegen Ende der Saison erwartet.

Die verbleibende Push-to-Pass Zeit wurde nur noch beim Überfahren der Start-Ziel-Linie aktualisiert und nicht mehr in Echtzeit angezeigt. Die Teams hatten diese Information genutzt, um ihre Fahrer über die Nutzung des Systems durch unmittelbar hinter oder vor ihn fahrenden Fahrzeugen zu warnen. Das sollte verhindern, dass verteidigende Fahrer versuchen einen Überholversuch durch Push-to-pass zu verhindern.

Bei Boxenstopps darf eine weitere Person am Fahrzeug arbeiten. Sie darf nur die Abreißfolien der Schutzscheibe entfernen. Die Anzahl der Personen, die bei einem Boxenstopp am Fahrzeug arbeiten dürfen erhöhte sich damit auf sieben. Die Maximalgeschwindigkeit wurde auf kurzen Ovalen und Stadt- und Straßenkursen von 50 auf 45 Meilen pro Stunde gesenkt. Auf den restlichen Ovalen blieb das Limit von 60 Meilen pro Stunde bestehen.

Technische Änderungen mini|In dieser Saison wurde der Aeroscreen eingeführt. Hier am Fahrzeug von Max Chilton. Am 24. Mai 2019 gab IndyCar bekannt, dass die Fahrzeuge ab der Saison 2020 mit dem Aeroscreen, einem neuen Cockpitschutz, ausgestattet werden. Dies in Zusammenarbeit mit Red Bull Advanced Technologies und Dallara entwickelte Schutzsystem löst den im Vorjahr eingeführten Advanced Frontal Protection, kurz AFP, ab. Der Cockpitschutz, welcher den Fahrer vor umherfliegenden Trümmerteilen schützt, ist eine Kombination aus einer Polycarbonat-Schutzscheibe und einem Titanrahmen, der an drei Punkten mit dem Monocoque verbunden ist.

Serieneigentümer Die Penske Entertainment Corp, eine Tochtergesellschaft der Penske Corporation von Teamchef Roger Penske, kaufte die Serie und den Indianapolis Motor Speedway vom bisherigen Inhaber Hulman & Company. Am 4. November 2019 wurde der Verkauf bekanntgegeben und im Januar 2020 abgeschlossen.

Teams und Fahrer 23 Fahrzeuge und 19 Fahrer nahmen an allen Rennen teil.

Alle Teams benutzten das Chassis Dallara DW12 mit dem IR-18-Aerokit und Reifen von Firestone. Die von Chevrolet und Honda bereitgestellten Motoren sind 2,2 Liter V6-Twinturbos. Team Nr. Fahrer Motor Veranstaltung 4 Chevrolet 1–14 14 1, 5, 6, 9–11 2–4, 7, 8 12, 13, 14 41 9, 12, 13 26 Honda 1–11 12–14 27 1–14 28 1–14 29 1, 2, 9 88 1–14 98 1–14 5 Chevrolet 1–14 7 1–11, 14 12, 13 66 9 Carlin hatte geplant ein zweites Fahrzeug mit der Nummer 31 einzusetzen. Sérgio Sette Câmara und Felipe Nasr hatten sich das Fahrzeug beim Vorsaisonstest geteilt und Nasr wäre beim ursprünglichen Saisonauftakt in St. Petersburg gestartet. 59 Chevrolet 2–4, 7–9, 12–14 1, 5, 6, 10, 11 8 Honda 1–14 9 1–14 10 1–14 with Vasser-Sullivan 18 Honda 1–14 with Rick Ware Racing and Byrd Belardi 51 9 with Team Goh 55 1–14 81 Chevrolet 9 24 Chevrolet 2, 9, 12, 13 67 9 20 Chevrolet 2–4, 7, 8 12–14 1, 5, 6, 9–11 21 1–14 47 9 60 Honda 1–14 15 Honda 1–14 30 1–14 with Citrone/Buhl Autosport 45 2, 9 1 Chevrolet 1–14 3 9 14 12 1–14 22 1–14

Änderungen bei den Teams Am 9. August 2019 bestätigte McLaren Racing, dass das Team in Zusammenarbeit mit Schmidt Peterson Motorsports starten werde. Der neue Name des Teams ist „Arrow McLaren SP“. Wegen der schlechten Beziehungen zwischen McLaren und Honda wechselte das Team zu Chevrolet-Motoren. Ursprünglich wollte Mclaren wie bereits 2017 beim Indy 500 mit Andretti Autosport zusammenarbeiten. Weil Honda aber nicht Rossi, Hunter-Reay und Herta verlieren wollte, kam es nicht zur Zusammenarbeit.

Meyer Shank Racing bestritt die Saison mit Unterstützung von Andretti Technologies. In den letzten zwei Jahren ist das Team von Schmidt Peterson Motorsports unterstützt worden. Weil das Team von Michael Shank und Jim Meyer weiter Motoren von Honda nutzen wollte, musste es sich einen neuen Partner suchen.

Harding Steinbrenner Racing wurde wegen finanzieller Schwierigkeiten von Andretti Autosport übernommen. Das Team trat in dieser Saison als Andretti Harding Steinbrenner Racing an.

Dale Coyne Racing brachte einen Wagen in Zusammenarbeit mit dem japanischen Team Goh an den Start. Fahrer war Alex Palou, der in der vergangenen Saison bereits in der Super-GT-Serie für das Team Goh gefahren ist.

Citrone/Buhl Autosport setzte zusammen mit Rahal Letterman Lanigan Racing beim GMR Grand Prix und dem Indy 500 einen Wagen ein.

Das neu gegründete Team Top Gun Racing gab am 24. April bekannt, dass es beim Indy 500 einen Wagen an den Start bringen will. Am 29. Juni wurde bekannt, dass das Team nicht mehr antritt. Geplant sei ein Start 2021 beim Indy 500.

Änderungen bei den Fahrern Debütanten Oliver Askew (aus der Indy Lights Serie) Dalton Kellet (aus der Indy Lights Serie) Alex Palou (fuhr im letzten Jahr in der Super GT und Super Formula) Rinus Veekay (aus der Indy Lights Serie)

Wechsel

James Hinchcliffe wurde nach der Partnerschaft von Schmidt Peterson Motorsports mit McLaren trotz eines gültigen Vertrags nicht übernommen. Er startet bei drei Rennen im vierten Wagen von Andretti Autosport. Marcus Ericsson verließ Schmidt Peterson Motorsports ebenfalls und wechselte zu Chip Ganassi Racing. Er wird im Fahrzeug mit der Nummer 8 starten.

Conor Daly ersetzte bei Ed Carpenter Racing Ed Jones. Weil Daly sich das Cockpit mit Teambesitzer Ed Carpenter teilt, der wie in den letzten Jahren nur die Ovalrennen fährt, startet er bei den verbleibenden Ovalrennen für Carlin. Er übernimmt dort das Fahrzeug von Max Chilton, der seit letzter Saison außer beim Indy 500 nicht mehr bei Ovalrennen startet. Das zweite Cockpit bei Ed Carpenter Racing übernimmt Rookie Rinus VeeKay von Spencer Pigot. Pigot wird bei zwei Rennen für Rahal Letterman Lanigan Racing with Citrone/Buhl Autosport starten.

Charlie Kimball, der letztes Jahr Teilzeitpilot bei Carlin war, übernimmt bei A.J. Foyt das Fahrzeug von Matheus Leist. Tony Kanaan bestreitet seine letzte Saison und wird nur noch bei den Ovalrennen starten. Sébastien Bourdais’ Vertrag bei Dale Coyne Racing wurde nicht verlängert. Bourdais und Dalton Kellet teilen sich die Renneinsätze bei A.J. Foyt auf den Straßen- und Stadtkursen. Dale Coynes Fahrzeug mit der Nummer 18 wird von Santino Ferrucci übernommen.

V8 Supercars-Fahrer Scott McLaughlin sollte ursprünglich das vierte Penske-Fahrzeug beim GMR Grand Prix fahren. Wegen der Terminänderungen startete er aber nicht mehr. Felipe Nasr und Ben Hanley sollten für Carlin bzw. für DragonSpeed beim Saisonauftakt in St. Petersburg starten.

Rennkalender Der ursprüngliche Rennkalender der IndyCar Series wurde am 1. September 2019 vorgestellt und umfasste 17 Rennen auf 16 Rennstrecken. Im Vergleich zum Vorjahr wurde das ABC Supply 500 auf dem Pocono Raceway durch das Indy Richmond 300 auf dem Richmond Raceway ersetzt. Der Richmond Raceway war zuletzt 2009 im Rennkalender.

Nr. Datum Veranstaltung(Rennstrecke) 1. 15. März (Saint Petersburg) (T) 2. 5. April (Birmingham) (P) 3. 19. April (Long Beach) (T) 4. 26. April (Austin) (P) 5. 9. Mai (Indianapolis) (P) 6. 24. Mai (Indianapolis) (O) 7. 30. Mai (Detroit) (T) 8. 31. Mai 9. 6. Juni (Fort Worth) (O) 10. 21. Juni (Elkhart Lake) (P) 11. 27. Juni (Richmond Raceway) (O) 12. 12. Juli (Toronto) (T) 13. 18. Juli (Newton) (O) 14. 16. August (Lexington) (P) 15. 22. August (Madison) (O) 16. 6. September (Portland International Raceway) (P) 17. 20. September (Monterey) (P)

Wegen der COVID-19-Pandemie wurden mehrere Rennen abgesagt und verschoben. Drei Tage vor dem ersten Rennen wurde bekanntgegeben, dass der Grand Prix of St. Petersburg ohne Zuschauer stattfinden werde. Einen Tag später am 13. März wurden von IndyCar alle Veranstaltungen für März und April abgesagt. Dies wurde noch vor Beginn des ersten Trainings bekanntgegeben. Damit wäre die Saison mit dem Month of May gestartet.

Am 26. März folgte die Verschiebung der Rennen in Indianapolis. Der Grand Prix of Indianapolis wurde auf den Unabhängigkeitstag verschoben. Das Rennen findet einen Tag vor dem Brickyard 400 statt. Damit veranstalten IndyCar und NASCAR erstmals ein gemeinsames Wochenende. Das Indianapolis 500 findet am 23. August und damit zum ersten Mal nicht im Mai statt.

Am 6. April gab IndyCar einen neuen Kalender für de Saison bekannt. Die beiden Rennen in Detroit wurden abgesagt und drei Rennen hinzugefügt. Am 3. Oktober findet ein weiteres Rennen auf dem Infield-Kurs in Indianapolis statt. An den Wochenenden in Newton und Monterey finden jeweils zwei Rennen statt. Einen Monat später wurde bekannt gegeben, dass der Saisonstart in Fort Worth ohne Zuschauer und an einem Tag stattfinden soll. Zudem wird die Renndistanz von 248 auf 200 Runden verkürzt. Am 13. Mai wurde bestätigt, dass das Saisonfinale am 25. Oktober in St. Petersburg stattfinden soll.

Am 21. Mai wurden die Rennen in Richmond und Toronto abgesagt. Das Veranstaltung in Elkhart Lake wurde daraufhin vom 21. Juni mit einem zusätzlichen Rennen am Samstag auf das Toronto-Wochenende verlegt.

Am 27. Juli wurden noch die Rennen in Portland und Monterey abgesagt. Wegen steigender Infektionszahlen an der US-amerikanischen Westküste werden stattdessen in Lexington, Madison und Indianapolis jeweils zwei Rennen pro Wochenende gefahren.

Der aktuelle Rennkalender umfasst 14 Rennen auf 8 Rennstrecken.2020 schedule