Ollertshof ist ein Gemeindeteil der Stadt Velburg im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern. Ollertshof liegt in der Gemarkung Günching.
Geographische Lage Die Einöde liegt ca. 2 km nördlich des ehemaligen Gemeindesitzes Günching im Oberpfälzer Jura der Frankischen Alb auf ca. am rechten Talrand der Schwarzen Laber bzw. an einem kleinen Laber-Zufluss. Im Talgrund dehnt sich das Deusmauer Moor aus.
Verkehr Etwa 100 m von der Bundesautobahn 3 entfernt, ist die nächste Auffahrt die AS 92 b (Neumarkt Ost). Von Hennenhof jenseits der Autobahn, von Federhof und von der Staatsstraße 2240 aus führen Gemeindeverbindungsstraßen nach Ollertshof.
Ortsnamendeutung Für den Ollertshof gibt es historisch auch die Bezeichnungen Allershofen/Allertshof, d. i. Hof des Adelhart.L[eonhard] Graf: Helfenberg. Die Burg und Herrschaft am Faden der Geschichte der Oberpfalz. [Lengenfeld] 1875, S. 126
Geschichte 1370 verkaufte Hans von Ehrenfels, Herr der bayerischen (ab 1505 kurpfälzischen) Herrschaft Helfenberg, das Gut zu „Allershofen“ an den Neumarkter Bürger Berthold Vogler. 1583 besaß das Kloster Kastl ein Gut zu „Alletshof“.Graf, S. 126
Nach Auflösung des kurfürstlichen Landgerichts Helfenberg im Jahr 1804 kam die Einöde, bestehend aus einem ganzen und einem Achtelhof, zum Landgericht Pfaffenhofen, das 1807 größtenteils (auch der Ollertshof) dem Landgericht Parsberg im Rentamt Velburg zugeschlagen wurde.Graf, S. 76, 126; Jehle, S. 495
Im Königreich Bayern wurden nach einer Verordnung vom 13. Mai 1808 Steuerdistrikte gebildet, darunter der Steuerdistrikt Günching im Landgericht Parsberg, dem die Orte Günching, Krondorf, Dürn, Federhof, Hennenhof und Ollertshof zugeteilt waren. Mit dem zweiten Gemeindeedikt von 1818 entstand daraus mit unverändertem Ortsbestand die Ruralgemeinde Günching.Jehle, S. 533, 550 Dabei blieb es bis zur Gebietsreform in Bayern, als die Gemeinde und damit auch die Einöde Ollertshof am 1. Mai 1978 nach Velburg eingemeindet wurden.
Einwohnerzahlen Die Einöde hatte 1836 15 Einwohner, 2 Häuser,Th. D. Popp (Hg.): Matrikel des Bissthumes Eichstätt, Eichstätt: Ph. Brönner, 1836, S. 50 1861 25 Einwohner, 4 Gebäude,Joseph Heyberger: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon, München 1867, Sp. 795 1871 17 Einwohner, 5 Gebäude, im Jahr 1873 einen Großviehbestand von 6 Pferden und 15 Stück Rindvieh, 1900 18 Einwohner, 3 Wohngebäude, 1925 8 Einwohner, 1 Wohngebäude, 1937 9 Einwohner (nur Katholiken),Buchner I, S. 171 1950 7 Einwohner, 2 Wohngebäude, 1987 4 Einwohner, 1 Wohngebäude. Auch heute gibt es hier nur 1 Wohngebäude. Der landwirtschaftliche Betrieb wird als Biohof geführt.
Kirchliche Verhältnisse Ollertshof gehörte seit altersher zur katholischen Pfarrei Dietkirchen im Bistum Eichstätt, wohin die Kinder auch zur Schule gingen. Unter Pfalz-Neuburg wurde die Pfarrei 1540 der Reformation unterworfen; die Rekatholisierung erfolgte 1626. Den jeweiligen Glaubenswechsel mussten alle Untertanen, auch die Bewohner vom Ollertshof, vollziehen. Das Ollertshofener Hofkreuz ist 1937 erwähnt.Buchner I, S. 169, 174
Baudenkmal Das Haus Nr. 1, ein Wohnstallhaus mit Fachwerkgiebel, errichtet im 18. Jahrhundert, galt um 1985 als Baudenkmal.Sixtus Lampl und Otto Braasch: Denkmäler in Bayern, Band III: Oberpfalz. Ensembles, Baudenkmäler, Archäologische Geländedenkmäler, München: R. Oldenbourg Verlag, 1986, S. 163
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Einzelsiedlung im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Kategorie:Ortsteil von Velburg Kategorie:Ersterwähnung 1370