Federhof ist ein Gemeindeteil der Stadt Velburg im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern. Federhof liegt in der Gemarkung Günching.

Geographische Lage Das Anwesen liegt ca. 1,7 km nordöstlich des ehemaligen Gemeindesitzes Günching im Oberpfälzer Jura der Frankischen Alb auf circa vor dem mäßigen Talabfall zur Schwarzen Laber hin.

Verkehr Nur ca. 100 m von der Autobahn A 3 entfernt, ist die nächste Auffahrt die AS 92 b (Neumarkt Ost). Von Krondorf, Ollertshof und Weikenhammer aus führen Ortsverbindungsstraßen zum Federhof.

Ortsnamendeutung Federhof dürfte mit Vöderhof, d. i. der vordere Hof (gegen das Tal zu oder im Gegensatz zum Hennenhof im Sinne vom hinteren Hof), gleichzusetzen sein.Sammelblatt des Historischen Vereins Eichstätt 38 (1923), S. 22

Geschichte Der Federhof ist erstmals um 1500 in einem Salbuch der Herrschaft Helfenberg aufgeführt, die vom Hof den Zehent bezog.Jehle, S. 325 Der Hof gehörte mindestens seit 1588 dem Kloster Kastl.Jehle, S. 335 Dies blieb so bis zum Ende des Alten Reiches: Um 1800 saß darauf der Untertan Planckl.Jehle, S. 493

Im Königreich Bayern wurden nach einer Verordnung vom 13. Mai 1808 Steuerdistrikte gebildet, darunter der Steuerdistrikt Günching im Landgericht Parsberg, dem die Orte Günching, Krondorf, Dürn, Federhof, Hennenhof und Ollertshof zugeteilt waren. Mit dem zweiten Gemeindeedikt von 1818 entstand daraus mit unverändertem Ortsbestand die Ruralgemeinde Günching; die Kinder gingen zur Schule nach Dietkirchen, wo der Lehrer gleichzeitig Mesner war. Dort war schon 1643 eine Schule vorhanden (um 1880 neu gebaut).Jehle, S. 533, 550; Buchner I, S. 169 f.

Die Gemeinde Günching und damit auch der Federhof wurden am 1. Mai 1978 nach Velburg eingemeindet. Auf dem Federhof, heute ein großer Legehennenbetrieb in Bodenhaltung, wird ein Hofladen geführt.

Einwohnerzahlen Der Hof hatte 1836 15 Einwohner, 2 Häuser,Th. D. Popp (Hg.): Matrikel des Bissthumes Eichstätt, Eichstätt: Ph. Brönner, 1836, S. 50 1861 16 Einwohner, 3 Gebäude,Joseph Heyberger: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon, München 1867, Sp. 795 1871 10 Einwohner, 3 Gebäude, im Jahr 1873 einen Großviehbestand von 4 Pferden und 10 Stück Rindvieh, 1900 12 Einwohner, 2 Wohngebäude, 1925 13 Einwohner, 1 Wohngebäude, 1937 16 Einwohner,Buchner I, S. 171 1950 11 Einwohner, 1 Wohngebäude, 1987 7 Einwohner, 1 Wohngebäude.

Kirchliche Verhältnisse Die Einöde gehört seit altersher zur katholischen Pfarrei Dietkirchen im Bistum Eichstätt. Unter Pfalz-Neuburg wurde die Pfarrei 1540 der Reformation unterworfen; die Rekatholisierung erfolgte im November 1626. Den jeweiligen Glaubenswechsel mussten alle Untertanen, auch der Hintersasse auf dem Federhof, vollziehen. – Ein Flurkreuz beim Federhof ist 1937 genannt.Buchner I, S. 169, 171, 173

Federhoflinde mini|230px|Die Linde im März (2021) Beim Federhof steht eine etwa 300 Jahre alte Sommerlinde von über 8 m Stammumfang. Ihr gedrungener Grundstamm verzweigt sich in geringer Höhe in zwei mächtige Stämmlinge, die sich schon bald in eine Vielzahl schlanker Einzeläste weiter verzweigen. Diese streben steil nach oben und bilden eine trichterförmige Krone. Der mächtige Baumveteran erreicht eine Höhe von 20 m. Die Altersangaben für die Linde variieren, je nach Quelle, zwischen 250 und 350 Jahren.„Linde beim Federhof bei Velburg“ in „Monumentale Eichen“ (andere Baumarten) von Rainer Lippert, bei www.monumentale-eichen.de„Fraulinde am Federhof bei Krondorf/Velburg“ im Baumregister, bei www.baumkunde.de

Sage Ein Pfund Federn soll der Preis gewesen sein, für den der Hof nach den Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges einen neuen Besitzer fand.L[eonhard] Graf: Helfenberg. Die Burg und Herrschaft am Faden der Geschichte der Oberpfalz. [Lengenfeld] 1875, S. 135

Literatur

Weblinks

Website des Federhofes Die Sommerlinde am Federhof

Einzelnachweise

Kategorie:Einzelsiedlung im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Kategorie:Ortsteil von Velburg Kategorie:Ersterwähnung 1500