mini|Wohnhäuser auf der Ostseite der Kadiner Straße Die Kadiner Straße liegt im Berliner Ortsteil Friedrichshain (Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg). Sie beginnt nördlich an der Hildegard-Jadamowitz-Straße und mündet südlich in die Grünberger Straße.
Die östliche Straßenseite wird dominiert durch den Schule-Freizeit-Komplex zwischen Lasdehner und Kadiner Straße, zu dem die von der Lasdehner Straße aus erreichbaren Gebäude der Ludwig-Hoffmann- und der Temple-Grandin-Schule mit dem dazugehörigen Schulgelände gehören, aber auch die Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung Regenbogenhaus und der Treff für junge Frauen und Mädchen Phantalisa in der Kadiner Straße 9 mit dem dazugehörigen Freizeitgelände. Das Regenbogenhaus mit seiner in mehreren Ausstellungen und Publikationen gut dokumentierten Geschichte ist seit Jahrzehnten von Bedeutung für Kinder, Jugendliche und Familien nicht nur in der unmittelbaren Umgebung.10 Jahre Regenbogenhaus. Ausstellung der Stadtdetektive im Regenbogenhaus 2002Kiez-Klub im Regenbogenhaus – Einrichtung der Jugendförderung Friedrichshain-Kreuzberg: 1959–2009 Erlebt in der Kadiner Straße – 50 Jahre (REGENBOGEN)HAUS. Ausstellung der Stadtdetektive im Regenbogenhaus 2009.Kiez-Klub im Regenbogenhaus – Einrichtung von FiPP e. V.: 20 Jahre Regenbogenhaus im Spiegel des Kiez-Blatts. Ausstellung der Stadtdetektive im Regenbogenhaus und im Rathaus Friedrichshain-Kreuzberg 2012Förderverein des Regenbogenhauses e. V., Projektgruppe unter Leitung von Fritz Wollenberg (Hrsg.): Kadiner Straße 9 – Ein Haus für Kinder. Erlebnisse aus fast 50 Jahren. Berlin 2007.
Architektonische Akzente werden gesetzt mit den nördlichen Eckhäusern Kadiner Straße 23 (Wohn- und Praxishaus mit dem Diagnostisch-Therapeutischen Zentrum am Frankfurter Tor – DTZ Berlin) und Kadiner Straße 1 (Wohnhaus mit der Begegnungsstätte Lebensfreude im Parterre) sowie dem denkmalgeschützten Wohn- und Geschäftshaus Kadiner Straße 11,Landesdenkmalamt Berlin, Denkmaldatenbank. das mit seiner prachtvollen backsteingotischen Gestaltung an die Architektur der Lazaruskirche erinnert, die auch „Dom des Ostens“ genannt wurde. Sie stand 1907 bis 1949 südlich an der Ecke. Das dort 1955 errichtete Wohnhausensemble, zu dem auch das Haus Kadiner Straße 12 gehört, steht ebenfalls unter Denkmalschutz.Landesdenkmalamt Berlin, Denkmaldatenbank.
Die Ostseite der Straße wird durch Wohnhäuser geprägt, darunter restaurierte ehemalige Fabrikgebäude, deren Räume zu modernen Loftwohnungen umgebaut wurden. Alle kriegsbedingten Lücken wurden hier geschlossen.
Die Hausnummernzählung folgt dem Hufeisenprinzip, beginnend an der Nordwestecke mit der Nummer 1 und endend an der Nordostecke mit der Nummer 23.
Seit 1992 gilt in der Straße Tempo 30 und vor dem Regenbogenhaus Parkverbot.Kiez-Klub im Regenbogenhaus – Einrichtung der Jugendförderung Friedrichshain-Kreuzberg (Hrsg.): Demo in der Kadiner für Tempo 30, Parkverbot und Zebrastreifen. Kiezblatt vom Dezember 1992, S. 4–5.
Straßengeschichte mini|Blick vom Durchgang von der Karl-Marx-Allee zur Kadiner Straße geradezu rechts, 2019 Benannt wurde die Kadiner Straße (ursprünglich Cadiner Straße) am 11. Juni 1902 nach dem westpreußischen Ort Kadinen (auch Cadinen), dem heutigen Kadyny in Polen (Woiwodschaft Ermland-Masuren). Angelegt wurde sie als Straße 9a, Abt. XIV, des Bebauungsplans.
Der heutige östliche Bereich der Hildegard-Jadamowitz-Straße von der Nummer 24 bis zur Ecke Lasdehner Straße war ursprünglich die Fortführung der Boxhagener Straße westlich der Warschauer Straße bis zur Frankfurter Allee. Die Kadiner Straße traf östlich der gemeinsamen Einmündung von Boxhagener und Lasdehner Straße in die Frankfurter Allee auf die hier gekrümmt, wie der frühere Boxhagener Weg, verlaufende Boxhagener Straße.
Ein Foto von 1889 zeigt bereits die Anlage der Straßen, allerdings wenige zumeist niedrige Häuser auf den Grundstücken.Willi Gensch, Dr. Hans Liesigk, Hans Michaelis (Bearbeiter): Der Berliner Osten. Berliner Handelsdruckerei, Berlin 1930, S. 289, Abb. 116 Boxhagener Weg Ecke Frankfurter Allee 1889.
Schon 1906 war die Boxhagener Straße dicht bebaut, und die Nordostecke der Kadiner Straße zierte ein besonders repräsentatives fünfgeschossiges Wohnhaus mit Balkons an der Fassade der abschrägten Ecke, überdacht von einem hohen Turmhelm mit Laterne.Heike Naumann: Historische Ansichten aus Friedrichshain. Heimatmuseum Friedrichshain 1994, S. 24, Foto: Boxhagener Str. / Ecke Kadiner Str. um 1906.
Bis zum Zeitpunkt der Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wird das Bild der Kadiner Straße bestimmt durch fünfgeschossige Wohnhäuser aus der Zeit nach 1900, Restaurants und Geschäfte. Auf den Hinterhöfen befanden sich Werkstätten und auf der Ostseite zur Warschauer Straße hin einige Fabrikgebäude. Am südwestlichen Ende der Straße ragte die Kuppel der Lazaruskirche am Ende der Häuserzeile hoch empor.Heike Naumann: Historische Ansichten aus Friedrichshain. Heimatmuseum Friedrichshain 1994, S. 24, Foto: Kadiner Straße.um 1925.
Nach dem Krieg gehörte die Straße zum Planungsbereich der Wohnzelle Friedrichshain. Dadurch wurden die Ruinen auf dem Terrain zwischen Kadiner und Lasdehner Straße großflächig beräumt. An der Lasdehner Straße blieb nur der Hoffmann’sche Schulbau stehen, in der Kadiner Straße die Wohnhäuser Nummer 3 und 11.Johann Friedrich Geist, Klaus Kürvers: Das Berliner Mietshaus 1945–1989. Prestel-Verlag, München 1989, S. 304.
Die Fertigstellung von Wochenkrippe und Kindergarten 1952 leitete die Nutzung eines großen Teils dieses Geländes durch Kindereinrichtungen ein und veränderte den Charakter der Kadiner Straße. Mit den Bau-, Sanierungs- und Umgestaltungsmaßnahmen im Rahmen des Programms „Stadtumbau Ost“ ab 2002 wurde das verstetigt und auf ein neues Niveau gehoben. Die Sanierung des historischen Schulgebäudes in der Lasdehner Straße 2002–2012, die Errichtung des Erweiterungsbaus für die Ludwig-Hoffmann-Grundschule 2010–2012, die Gestaltung der 2011 eingeweihten Grünanlage südlich dieses Baus,Öffentliche Grünanlage zwischen Kadiner und Lasdehner Straße. Stadtumbau Ostkreuz Friedrichshain. das 2008 zum Horthaus mit angrenzendem Spielbereich umgebaute Gebäude Lasdehner Straße 17, die Sanierung und Umgestaltung des Gebäudes Kadiner Straße 9 (Regenbogenhaus und Phantalisa) mit dem angrenzenden Spiel- und Freizeitgelände (2005–2009) und die Eröffnung des neuen Bolzplatzes für die Schulen und das Regenbogenhaus (2008) sind wichtige Elemente dieser Entwicklung.Neue Freiflächen für den Bildungs- und Freizeitstandort rund um die Ludwig-Hoffmann-Schule. Stadtumbau Ostkreuz Friedrichshain.
Auf der Ostseite der Kadiner Straße etablierten sich nach dem Krieg vor allem in den alten Fabrikgebäuden kleine Werkstätten und Unternehmen, die sich zum Teil bis Anfang der 2000er Jahre hielten. Vor allem In den 1990er Jahren siedelten sich hier auch Vereine und soziale Projekte an. Sie mussten ausziehen, als die Sanierung der Fabrikgebäude und die Schließung der Lücken durch Gebäude mit hochwertigem Wohnraum begann.
Einige Gebäude, Anlagen und Einrichtungen
Wohnhäuser Kadiner Straße 1–2 Die erst 1998 bezogenen Wohnhäuser Kadiner Straße 1–2 gehören zu einem U-förmigen Wohnblock, der auch die Häuser Hildegard-Jadamowitz-Straße 18 und Lasdehner Straße 1, 3, 5 und 7 umfasst. Sie schließen nördlich an das in diesem Bereich einzige nach dem Krieg erhaltene Haus Kadiner Straße 3 an.
Dort standen vorher 2 Baracken parallel zur Kadiner Straße, wohl die letzten Bauarbeiterbaracken der ehemaligen Stalinallee. Die fensterlose Rückseite war der Kadiner Straße zugewandt, der Eingang von der Lasdehner Straße aus.
Begegnungsstätte Lebensfreude (Kadiner Straße 1) mini|Das Haus Kadiner Straße 1 mit dem Klub Lebensfreude im Parterre 2019. Das Wohnhaus Kadiner Straße 1 tritt an der Ecke mit seiner nördlichen Schmalseite aus der Straßenfront der Hildegard-Jadamowitz-Straße hervor und kragt ab dem 1. Obergeschoss über das Halbrund einer Fassade von umrahmten Glasflächen mit der Eingangstür zur Begegnungsstätte „Lebensfreude“ aus, hinter der sich ein gemütlicher Raum auftut. Die daran anschließenden Veranstaltungs- und Funktionsräume waren beim Bau den Bedürfnissen des Seniorenclubs entsprechend gestaltet worden. Ein Schallschutz fehlte und wurde später eingebaut. Der 1992 Im Parterre des Wohnhauses Lasdehner Straße 30 anstelle eines Wohngebietsklubs entstandene Klub des Sozialverbands VdK zog 1998 in die neuen Räume ein, die am 20. November 1998 festlich eröffnet wurden. Seit Oktober 2011 sind die Räumlichkeiten eine kommunale Begegnungsstätte.
Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung Regenbogenhaus (Kadiner Straße 9) mini|Ost und Nordfassade des Regenbogenhauses 2013 mini|links|Ost und Südfassade des Regenbogenhauses 2008 Das von der Straßenfront zurückgesetzte zweigeschossige farbenprächtige Haus mit dem Giebel zur Straße grenzt westlich unmittelbar an den Nordflügel des Hoffmann’schen Schulgebäudes in der Lasdehner Straße. Im Rahmen der Sanierung und Umgestaltung des Regenbogenhauses 2005 bis 2009 wurde 2006 die Fassade neu bemalt. Beginnend mit Rot am westlichen Ende der Nordfassade und endend mit Blau am westlichen Ende der Südfassade wurden umlaufend die Regenbogenfarben großflächig aufgetragen.
Das Regenbogenhaus ist eine Einrichtung von FiPP e. V. (Fortbildungsinstitut für die pädagogische Praxis)Website von FiPP e. V. – Fortbildungsinstitut für die pädagogische Praxis und wird finanziert durch die Kinder- und Jugendförderung des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg. Im Regenbogenhaus stehen Freizeitaktivitäten für Mädchen und Jungen ab Schuleintritt bis 14 Jahren im Mittelpunkt. Im offenen Bereich, im Rahmen von regelmäßigen Angeboten sowie auf dem Außengelände können Kinder und Jugendliche selbstbestimmt ihre Freizeit verbringen und mitgestalten.
Phantalisa – Raum für Mädchen und junge Frauen (Kadiner Straße 9) mini|Zu Phantalisa kommt man über diese Treppe an der Südfassade des Hauses Kadiner Straße 9 Phantalisa ist eine Einrichtung für Mädchen ab 6 Jahre und junge Frauen bis 21 Jahre. Phantalisa weist auf seiner Webseite darauf hin, dass hinter den Kategorien „Mädchen“ und „Frau“ vielfältige Identitäten stehen und es sich als ein Ort für alle betrachtet, die sich als Mädchen* oder Frau* verstehen, es nicht mehr sein wollen oder es gerne sein möchten. Es geht darum sie in ihren Stärken und in ihrer selbstbestimmten Lebensgestaltung zu unterstützen. Die Einrichtung befindet sich im Obergeschoss des Hauses Kadiner Straße 9 und ist über eine Außentreppe an der Südseite des Gebäudes zu erreichen. Phantalisa entstand 1991 und zog 2001 aus dem Parterre eines Wohnhauses in der Bänschstraße am Forckenbeckplatz um in das Haus Kadiner Straße 9.
Wohn- und Geschäftshaus Kadiner Straße 11 mini|Wohn- und Geschäftshaus Kadiner Straße 11, 2005 Das Wohn- und Geschäftshaus Kadiner Straße 11 im Stil der märkischen Backsteingotik wurde 1903/04 nach Entwürfen des Architekten H. Heinig unter Leitung des Architekten Johannes Ernst für den Malermeister Wilhelm Lohmann errichtet.
Mittig dominiert ein halbrunder Erker die symmetrisch gestaltete Fassade, über deren Mittelteil sich ein Giebel erhebt mit einer Fensterrosette im Dachgeschoss. An beiden Seiten finden sich in allen Obergeschossen Loggien.
Von dem ursprünglichen Komplex mit Seitenflügeln und Quergebäude ist nur das Vorderhaus und ein Teil des Seitenflügels erhalten. Die Fassaden auch an den Seiten und zum Hof sind aufwendig gearbeitet. Im Jahr 2000 wurde das Gebäude modernisiert und instand gesetzt.