Wolfgang Kleinsteuber (* 1944 in Benshausen; † 2012 in Berlin) war ein deutscher Maler und Holz-Bildhauer. Er war auch unter seinem Künstlernamen Wolf van Roy bekannt.Van Roy – Objekte, Kunst. Mit Illustrationen von Wolfgang Friedrich R. Kleinsteuber. Berlin 1984.

Leben und Werk mini|Sitzgruppe Liebespaare auf dem U-Bahnhof Dahlem mini|hochkant|Das von Kleinsteuber bewohnte Haus Holbeinstr. 11 (Berlin-Lichterfelde)

Kleinsteuber wuchs in Thüringen auf. Er besuchte von 1959 bis 1962 in der Fachrichtung Holzbildhauerei die Fachschule für Angewandte Kunst Empfertshausen. Da er aufgrund seiner unangepassten Haltung mit Repressalien bedroht wurde, floh 1962 aus der DDR.

Von 1963 bis 1969 studierte er an der Akademie der bildenden Künste in München als Meisterschüler von Georg Brenninger Bildhauerei und Architektur. Er lebte und arbeitete seit 1970 in Berlin.Lokal-Portrait: Wolfgang van Roy - ein Bildhauer in Lichterfelde. Steglitzer Lokal-Anzeiger Nr. 39, 1988, 23/24. September: Seite 8

In den 1970er Jahren war er als Kunsterzieher tätig. Er griff in seinem Schaffen Motive außereuropäischer und antiker Kunst auf. Weitere Arbeitsbereiche waren visuelle Poesie und Neopaganismus. Objekte Kleinsteubers befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen und insbesondere an öffentlichen Plätzen in Berlin. Bei: berlin.de, abgerufen am 7. Mai 2020Bawdy benches: Berlin's sexiest seating. Bei: secretcitytravel.com, abgerufen am 7. Mai 2020 () Zu seinen Hauptwerken zählen hier die in den 1970er Jahren geschaffene Skulptur St. Hildegard in der Katholischen Schule Sankt Hildegard, Berlin und die in den 1980er Jahren geschaffenen Raumskulpturen in den Bahnhöfen von Lichterfelde West (Flora) und Dahlem Dorf (Liebespaare) in Berlin.Dahlem-Dorf U-Bahn Station Benches Bei: theplacesihavebeen.com, abgerufen am 7. Mai 2020 (englisch) Bei: wegezumholz.de, abgerufen am 7. Mai 2020 Letztere orientieren sich an den Ahnenstatuen der westafrikanischen Dogon und schufen so eine Verbindung zu den Sammlungen des damals unweit des U-Bahnhofs gelegenen Museums für Ethnologie.Vom U-Bahnhof Dahlem zu den Künstlern der Brücke. Bei: morgenpost.de, abgerufen: 7. Mai 2020 Lucia Jay, Verena Eidel, Carolin Huder: 111 Orte in Berlin, die man gesehen haben muss, Band 2, 2016. S. 62

Ferner arbeitete Kleinsteuber in dem von ihm gegründeten „offenen Atelier“ regelmäßig mit verschiedenen Künstlern aus unterschiedlichen Bereichen zusammen, u. a. mit Joachim Walther. Joachim Walther: Zwischen den Stühlen. Erzählungen. Freese, Berlin 1987. Er war auch als Illustrator tätig. Udo von Massenbach: Die Runen sind. Gedichte. 2004. Er bewohnte die ursprünglich für den Oberschulrat Walther Wüllenweber errichtete Wüllenweber-Villa in der Holbeinstraße 11 in Lichterfelde, die er als Museum für zeitgenössische Kunst betrieb, wie von der Stifterin Hildegard Wüllenweber-Pechstein (1920–1993), der Nichte von Max Pechstein,Die kleine, große Rahel von Lichterfelde. Zeitlos modern: Hildegard Wüllenweber führt noch heute einen Berliner Salon. In: Tagesspiegel, 17. Februar 1991. verfügt.

Kleinsteuber und Wüllenweber-Pechstein waren wesentliche Akteure der Bürgerinitiative "Schwarze Rose" zum Schutz der Gartenstadt Lichterfelde-West.Die kleine, große Rahel von Lichterfelde. In: Tagespiegel vom 17. Februar 1991.

Kleinsteuber verstarb, abgerufen am 13. Mai 2020 in seiner Berliner Villa. Er wurde auf dem Parkfriedhof Lichterfelde beerdigt. Die Trauerrede hielt Christian Gizewski.

Eine Bürgerinitiative um Nils SeethalerKarla Rabe: Die Stunde der Rettung für die Flora. Berliner Woche Steglitz-Zehlendorf. 14. März 2023. setzt sich seit 2022 für die Sanierung und Neuaufstellung der von Kleinsteuber für den Bahnhof Berlin-Lichterfelde West geschaffenen Skulptur „Flora von Lichterfelde“ ein, die zwischenzeitlich ausgelagert wurde.https://www.berliner-woche.de/lichterfelde/c-kultur/obdach-und-spenden-fuer-zentnerschwere-holzskulptur-flora-gesucht_a353918

Öffentliche Aufträge Sitzgruppen Liebespaare auf dem U-Bahnhof Dahlem (1984) Skulptur Flora im S-Bahnhof Lichterfelde West (1985) Skulptur St. Hildegard in der St. Hildegard Schule Berlin (1979)

Literatur

Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 794

Weblinks Wolf van Roy – Künstler aus Lichterfelde. Bei: PropellerBlatt, Ausgabe Februar 2001

Einzelnachweise

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