Die Liste der Posteinrichtungen im Berliner Weichbild ist eine Zusammenstellung aller Postämter, Postagenturen, Poststellen und Posthilfstellen, die ab der Bildung der Großgemeinde Berlin am 1. Oktober 1920 zu den bereits im vorigen Jahrhundert bestehenden Postbezirken in Alt-Berlin hinzukamen. Sie endet mit der Einführung der fünfstelligen Postleitzahlen im Jahr 1993. Ausgenommen sind hier die Posteinrichtungen des früheren Kerngebiets von Berlin, also Mitte, Friedrichshain, Kreuzberg, Prenzlauer Berg, Tiergarten und Wedding.

Einleitung

Mit dem Groß-Berlin-Gesetz vom 27. April 1920 wurden sieben umliegende Städte (Charlottenburg, Cöpenick, Berlin-Lichtenberg, Neukölln, Berlin-Schöneberg, Spandau, Berlin-Wilmersdorf) sowie 59 Landgemeinden und 27 Gutsbezirke aus den Kreisen Niederbarnim, Osthavelland und Teltow nach Berlin eingemeindet. Bei der Einführung des Zweckverbandes Groß-Berlin im Jahr 1912 hatten Lichtenberg, Schöneberg und Wilmersdorf bereits die amtlichen Namen Berlin-Lichtenberg, Berlin-Schöneberg bzw. Berlin-Wilmersdorf erhalten.

Die postalischen Einrichtungen der Reichspost in Berlin und dem Umland gehörten zur Oberpostdirektion Berlin. Ab 1934 trug sie die Bezeichnung Reichspostdirektion. 1945 wurde sie wieder zur Oberpostdirektion Berlin. Nach der Spaltung der Stadt hieß die Behörde in Berlin-West ab 1954 Landespostdirektion Berlin. In Ost-Berlin wurde 1954 die Bezirksdirektion Berlin der Deutschen Post gebildet. 1991 fusionierten beide Institutionen wieder zur Oberpostdirektion Berlin.

Die Postämter Charlottenburg 1, Lichtenberg 1 und Pankow 1 sind bereits in der Zusammenstellung der Berliner Postbezirke zwischen 1862 und 1920 enthalten. Wesentliche Änderungen nach 1920 werden jedoch in der folgenden Aufstellung angegeben.

Die Postämter im Berliner Stadtgebiet vor der Entstehung Groß-Berlins im Jahr 1920 waren durchnummeriert. Vorangestellt war die Abkürzung der Himmelsrichtung (W, N, NO usw. oder ein C für Centrum). Die Ämter der 1920 eingemeindeten Orte erhielten die Bezeichnung „Berlin“ vor ihrem bisherigen Namen (Berlin-Spandau, Berlin-Köpenick usw.). 1941 wurden in Deutschland erstmals Postleitzahlen eingeführt. Berlin erhielt die 1, die in Klammern vor den Namen der Stadt gesetzt wurde, so z. B. (1) Berlin-Schöneberg. Die Zahlen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg weiterverwendet.

Im Jahr 1962 wurden im Westteil der Stadt wie in der gesamten Bundesrepublik neue vierstellige Postleitzahlen eingeführt. Berlin erhielt die Zahl 1000. Hinzu kam die zweistellige Nummer des Zustellpostamtes (z. B. 1000 Berlin 62). Im Ostteil Berlins gab es seit 1965 Postleitzahlen. Alle Anschriften erhielten eine vierstellige Postleitzahl, wobei die beiden ersten Zahlen 10 oder 11 lauteten.

Nach dem Fall der Mauer und dem Zusammenschluss der Berliner Postverwaltungen erhielten die Ost-Berliner Adressen vor die bis dahin gültigen vierziffrigen Postleitzahlen zusätzlich den Buchstaben „O“ (für Ost-Berlin) mit Bindestrich. 1993 wurde bundesweit ein neues System mit fünfstelligen Postleitzahlen eingeführt. Aus finanziellen Gründen schloss die damalige Deutsche Bundespost seit Mitte der 1990er Jahre die meisten Postämter, verkaufte die Immobilien und arbeitet mit Partnerfilialen zusammen, die Postdienstleistungen ergänzend zu ihrem Kerngeschäft anbieten.

Liste Die folgende sortierbare Tabelle enthält alle Postämter, Postagenturen, Poststellen und Posthilfstellen alphabetisch vorsortiert nach ihren in den 1920er Jahren amtlichen Schreibweisen. Nach Möglichkeit sind auch die genauen Adressen angegeben und Hinweise, wann und wohin Umzüge erfolgten.