Mina Salehpour (* 1985 in Teheran) ist eine deutsch-iranische Theaterregisseurin.
Leben Salehpours Familie verließ 1994 den Iran und emigrierte nach Deutschland ins oberfränkische Forchheim, wo bereits eine Tante lebte.Nordbayerische Nachrichten vom 3. September 2024, S. 25 Salehpour besuchte das Herder-Gymnasium und schloss 2006 mit dem Abitur ab. Anschließend verließ sie die Stadt, da sie, ihre beiden jüngeren Geschwister und die Mutter unter dem Alkoholmissbrauch und der Gewalt des Vaters litten.
Von 2007 bis 2009 war sie Regiehospitantin, dann Regieassistentin am Schauspiel Frankfurt, wo sie ihre erste Regiearbeit "Heute bin ich blond" nach der gleichnamigen Autobiografie der niederländischen Autorin Sophie van der Stap realisierte. 2009–2011 gehörte sie als Regieassistentin dem Team von Lars-Ole Walburg am Staatstheater Hannover an.
Sie arbeitet seit 2011 als freischaffende Theaterregisseurin, unter anderem inszenierte sie am Staatstheater Hannover, dem Staatsschauspiel Dresden, der Schaubühne Berlin, dem Düsseldorfer Schauspielhaus und dem Det Norske Teatret in Oslo, Schauspiel Köln, Dramaten Stockholm, Burgtheater Wien und International Theatre Amsterdam.
2025 inszenierte sie Roland Schimmelpfennigs See aus Asche bei den Nibelungen Festspielen in Worms.
Zahlreiche ihrer Arbeiten wurden zu internationalen Theaterfestivals nach Plovdiv, Pune, Chennai und São Paulo eingeladen.
2013 wurde sie für ihre Inszenierung "Über Jungs" mit dem Deutschen Theaterpreis DER FAUST in der Kategorie "Beste Regie Kinder- und Jugendtheater" ausgezeichnet. 2016 führte sie Regie bei dem Dokumentarfilm "Moschee DE" nach dem gleichnamigen Theaterstück von Kolja Mensing und Robert Thalheim. Der Film wurde beim DOK Leipzig und DOK.fest München gezeigt. Seit 2017 gehört sie dem Team von Joachim Klement am Staatsschauspiel Dresden als Hausregisseurin an.
Salehpour verbindet eine langjährige Zusammenarbeit mit den Bühnen- und Kostümbildnerinnen Maria Anderski und Andrea Wagner und dem Komponisten und Schauspieler Sandro Tajouri.
Auszeichnungen 2012: Weiter so! Förderpreis: Beste Regie für die Produktion Fatima von Atiha Sen Gupta 2013: Deutscher Theaterpreis DER FAUST, in der Kategorie "Beste Regie Kinder- und Jugendtheater" für Über Jungs am GRIPS Theater Berlin
Inszenierungen (Auswahl) 2009: Heute bin ich blond nach dem Roman von Sophie van der Stap (Uraufführung), Schauspiel Frankfurt 2011: Invasion! von Jonas Hassen Khemiri, Junges Schauspiel Hannover, eingeladen zum Kaltstart Festival für junge Regie nach Hamburg 2011: Fatima von Athia Sen Gupta (Deutsche Erstaufführung), Junges Schauspiel Hannover, eingeladen zum Heidelberger Stückemarkt 2012: Über Jungs von David Gieselmann (Uraufführung), GRIPS Theater Berlin, eingeladen zum Heidelberger Stückemarkt 2012: Monster von David Greig, Junges Schauspiel Hannover 2013: Montecore nach dem Roman von Jonas Hassen Khemiri (Uraufführung), Staatstheater Braunschweig 2013: Das Kamel ohne Höcker nach dem Roman von Jonas Hassen Khemiri (Deutsche Erstaufführung), Badisches Staatstheater Karlsruhe 2013: Apathisch für Anfänger von Jonas Hassen Khemiri (Deutsche Erstaufführung), Staatstheater Braunschweig 2013: Peter Pan Familienstück nach J. M. Barrie, Staatstheater Hannover 2014: Hohe Auflösung von Dymitro Ternoviyi (Deutsche Erstaufführung), Staatstheater Karlsruhe 2014: Der Gast ist Gott von Lutz Hübner, Vibhawari Deshpande und Shriranger Godbole (Uraufführung), GRIPS Theater Berlin, nominiert für den Friedrich-Luft Preis 2014: Dieses Grab ist mir zu klein von Biljana Srbljanović (Uraufführung), Schaubühne Berlin 2015: Die Räuber von Friedrich Schiller, Badisches Staatstheater Karlsruhe 2015: Alles ist erleuchtet von Jonathan Safran Foer, Staatstheater Hannover 2015: Traurigkeit und Melancholie von Bonn Park (Uraufführung), Theater Bonn 2015: Sein oder Nichtsein von Ernst Lubitsch, Münchner Volkstheater 2015: Mein Kampf von George Tabori, Staatstheater Hannover 2016: Ungefähr gleich von Jonas Hassen Khemiri, Schaubühne Berlin 2016: Draußen rollt die Welt vorbei von Lukas Linder (Uraufführung), Theater Bonn 2016: Hundeherz von Michail Bulgakow, Mecklenburgisches Staatstheater 2016: Das Richtfest von Lutz Hübner, Staatstheater Hannover 2016: Moschee DE nach Kolja Mensing und Robert Thalheim, DOK Leipzig und DOK.fest München 2017: Alles Weitere kennen Sie aus dem Kino von Martin Crimp, Staatstheater Braunschweig 2017: Nationalstraße von Jaroslav Rudiš, Staatsschauspiel Dresden 2017: PARADIES von Lutz Hübner und Sarah Nemitz (Uraufführung), Düsseldorfer Schauspielhaus, vom Goethe-Institut eingeladen nach Brasilien und Indien 2018: Extrem laut und unglaublich nah von Jonathan Safran Foer in einer Bühnenfassung von Lars-Ole Walburg, Staatstheater Hannover 2018: Wo ein Vogel am schönsten singt von Alejandro Jodorowsky, Staatsschauspiel Dresden 2018: Sophie im Schloss des Zauberers Familienstück nach dem Roman von Diana Wynne Jones, Staatsschauspiel Dresden 2019: Der seltsame Fall des Benjamin Button nach F. Scott Fitzgerald, Staatstheater Hannover 2019: Früchte des Zorns von John Steinbeck, Staatsschauspiel Dresden 2019: Tschick von Wolfgang Herrndorf, Det Norske Teatret Oslo 2020: Im Westen nichts Neues von Erich Maria Remarque, Staatsschauspiel Dresden 2020: All das Schöne von Duncan Macmillan, Staatsschauspiel Dresden 2020: Reineke Fuchs von Johann Wolfgang von Goethe, Schauspielhaus Graz 2020: A Christmas Carol von Charles Dickens, Düsseldorfer Schauspielhaus 2021: Die gute Erde von Pearl S. Buck (Deutsche Erstaufführung), Staatstheater Kassel 2021: Saison der Wirbelstürme nach dem Roman von Fernanda Melchor (Uraufführung), Schauspiel Köln 2022: Alice, Musical nach Lewis Carroll mit Songs von Tom Waits und Kathleen Brennan, Staatsschauspiel Dresden 2022: Funken von Till Wiebel, Theater an der Parkaue Berlin 2022: Parsifal von Lukas Bärfuss, Trøndelag Teater Trondheim, nominiert für den Norwegischen Theaterpreis Heddaprisen in der Kategorie Beste Regie 2022: Olje og Vatn nach dem Roman Öl! (Petroleum) von Upton Sinclair, Det Norske Teatret Oslo 2023: Die fünf Leben der Irmgard Keun von Lutz Hübner und Sarah Nemitz, Düsseldorfer Schauspielhaus 2023: Das große Heft / Der Beweis / Die dritte Lüge nach der Romantrilogie von Ágota Kristóf, Schauspiel Köln 2023: Yazdgerds Tod von Bahram Beyzaie, Schauspiel Köln 2023: Das achte Leben (Für Brilka) nach dem Roman von Nino Haratischwili, Trøndelag Teater Trondheim 2024: Zeit für Freude von Arne Lygre, Bühnen Bern 2024: Die Stadt der Blinden von Jose Saramago, Trøndelag Teater Trondheim 2024: Vredens druvor / Früchte des Zorns von John Steinbeck, Dramaten Stockholm 2025: Alles ist erleuchtet von Jonathan Safran Foer (Österreichische Erstaufführung), Burgtheater Wien 2025: See aus Asche von Roland Schimmelpfennig, Nibelungenfestspiele Worms 2025: Prophet Song von Paul Lynch, Internationaal Theater Amsterdam
Weblinks Lexikoneintrag zu Mina Salehpour auf nachtkritik.de Ensemble-Profileintrag des Staatsschauspiels Dresden Webpräsenz-Seite zum Film Moschee DE der Bundeszentrale für politische Bildung Webseite Det Norske Teatret Oslo Webpräsenz-Seite der Nibelungen Festspiele Webseite Dramaten Stockholm https://ita.nl/en/people/mina-salehpour/3972096/
Einzelnachweise
Kategorie:Theaterregisseur Kategorie:Ensemblemitglied des Schauspiels Hannover Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1985 Kategorie:Frau Kategorie:Iraner Kategorie:Iranischer Emigrant in Deutschland