Adolf Hermann Abel (* 10. September 1902 in Heidelberg; † nach April 1945) war ein deutscher Bildhauer, Zeichner, Modelleur und Bauplastiker.
Leben Adolf Abel entstammte einer alten Familie, in der mehrfach Bildhauer und Architekten zu verzeichnen sind.Adolf Abel / Ruhende. In: Westermanns Monatshefte, Bd. 173/174, 1942, S. 516. () Er war das zweite von sechs Kindern des gleichnamigen Oberfinanzrates und der Johanna Abel, geb. Becker. Die Volksschule besuchte er von 1908 bis 1912 und wechselte dann in Heidelberg an das Großherzoglich-Badische vereinigte Gymnasium, wo er im März 1921 die Hochschulreife erlangte.
Er studierte von 1921 bis 1923 an der Badischen Landeskunstschule Karlsruhe in der Zeichenklasse von August Groh und in der Bildhauerklasse von Georg Schreyögg. Von 1923 bis 1928 studierte er in den Vereinigten Staatsschulen für Freie und Angewandte Kunst in Berlin-Charlottenburg. Seine dortigen Lehrer waren unter anderem Karl Hofer für Malerei, Kurt Kluge (Erzgießerei) und Ernst Henseler (Aktzeichnen), ferner gehörte er der Meisterschüler für Bildhauerei von Wilhelm Gerstel an. Seit 1926 hatte er in Berlin sein eigenes Atelier.Nachlaß des Bildhauers, Zeichners, Bauplastikers und Modelleurs Adolf Abel. Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, 1990. Bekannt sind Studienaufenthalte 1929 als Stipendiat der Preußischen Akademie der Künste für die Deutsche Akademie Rom Villa Massimo sowie bis 1933 auch in Paris und Chartres.
Abel gehörte ab 1933 zu der Ateliergemeinschaft Klosterstraße an und zählte zu jenen Mitgliedern dort, die keinerlei Repressionen zu befürchten hatten. So erhielt er 1939/40 ein weiteres Stipendium für die Deutsche Akademie Rom Villa Massimo. Abel gestaltete vorwiegend Reliefs für die Bauten der Wehrmacht und die Reichsautobahn, meist in Zusammenarbeit mit Heinz Worner. Er stellte 15 Skulpturen auf den Großen Deutschen Kunstausstellungen zwischen 1937 und 1944 aus, lediglich 1939 war er nicht vertreten. Insgesamt beschickte er in der Zeit des Nationalsozialismus 45 Ausstellungen, nur 13 Künstler waren in diesen Jahren auf noch mehr Ausstellungen vertreten.Martin Papenbrock, Gabriele Saure (Hrsg.): Kunst des frühen 20. Jahrhunderts in deutschen Ausstellungen. Teil 1. Ausstellungen deutscher Gegenwartskunst in der NS-Zeit. VDG, Weimar, 2000. S. 43
1945 wurde er zum Volkssturm eingezogen und gilt seit April 1945 als vermisst. Seinen letzten Brief an Angehörige verschickte er aus der Nähe von Prag.
Sein schriftlicher Nachlass befindet sich im Deutschen Kunstarchiv im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg.
Werke (Auswahl) Liegender Jüngling, Gipsskulptur, 1930er JahreAdolf Abel (1902–1945), Berlinische Galerie. Sitzende Frau, Skulptur (auch auf Ansichtskarte) Stehendes Mädchen, Skulptur, Gips, Höhe 190 cm, 1937 in München ausgestelltAbbildungen der Skulptur Ehrenmal für die alten Kämpfer (Denkmal für die Gefallenen der NSDAP), 1937 in Schwerin aufgestellt, 1945 zerstört (siehe Liste der Denkmäler, Brunnen und Skulpturen in Schwerin) Weilbliche Halbfigur, Skulptur, Gips, 1938 in München ausgestelltAbbildungen der Skulptur Stehender Jüngling, Skulptur, Gips, Höhe 63 cm, 1940 in München ausgestelltAbbildungen der Skulptur Bildnis des Malers M. N., Kopf, Bronze, 1940 in München, 1942 in Berlin ausgestelltAbbildungen der Skulptur Römisches Mädchen, Skulptur, 1941 in München ausgestellt (auch auf Ansichtskarte)Abbildungen der SkulpturRömisches Mädchen, Kunsthalle Mannheim. Abend, Skulptur, 1941 in München ausgestelltAbbildungen der Skulptur Bogenschütze, Skulptur, 1941 in München ausgestellt (Käufer Albert Speer)Abbildungen der Skulptur Der Morgen, Skulptur, 1942 in München ausgestelltAbbildungen der Skulptur Wächter, Skulptur, 1942 in München ausgestelltAbbildungen der Skulptur Stehendes Mädchen, Skulptur, 1943 in München ausgestelltAbbildungen der Skulptur Mutter mit Kind, Skulpturengruppe, 1943 in München ausgestelltAbbildungen der Skulptur Wettkämpfer, Skulptur, 1943 in München ausgestelltAbbildungen der Skulptur Stehender Jüngling, Skulptur, Zink, Höhe 70 cm, 1944 in München ausgestellt (Käufer Martin Bormann)Informationen zu der Skulptur Sitzende, Skulptur, Zink, Höhe 35 cm, 1944 in München ausgestelltInformationen zu der Skulptur Nocturno, Skulptur, Höhe 210 cm, 1944 in München ausgestelltAbbildungen zu der Skulptur
Auszeichnungen 1929: Großer Kunstpreis der Stadt Berlin („Rom-Preis“, Stipendium für die Deutsche Akademie Rom Villa Massimo) 1940: Preis für bildende Kunst der Stadt Berlin („Rom-Preis“, Stipendium für die Deutsche Akademie Rom Villa Massimo)
Gemeinschaftsausstellungen (Auswahl) 1923: Badischer Kunstverein, Karlsruhe 1927: Schloss Berlin 1928: Berlin 1929: 56. Ausstellung der Berliner Secession, BerlinKatalog der 56. Ausstellung der Berliner Secession, Tiergarten Str. 21 A, Eingang Hildebrandstr. Frühjahrsausstellung: Malerei, Plastik. Berliner Secession, Fr. K. Koetschau Verlag, 1929 S. 154. 1934: Große Berliner KunstausstellungKatalog, Große Berliner Kunstausstellung 1934 1936: Galerie Karl Buchholz, Leipziger Straße 119–120, BerlinAdolf Abel (1902–1945), artist-info.com; abgerufen am 4. Mai 2020. 1936: Deutsche Graphik-Schau, Leipziger Kunstverein 1937: Große Deutsche Kunstausstellung, München 1938: Große Deutsche Kunstausstellung, München 1939/40: Deutsche Akademie Rom Villa Massimo 1940: Große Berliner KunstausstellungKatalog, Große Berliner Kunstausstellung 1940 1940: Große Deutsche Kunstausstellung, München 1941: Große Deutsche Kunstausstellung, München 1942: Große Deutsche Kunstausstellung, München 1942: Große Berliner KunstausstellungKatalog, Große Berliner Kunstausstellung 1942 1943: Große Deutsche Kunstausstellung, München 1944: Große Deutsche Kunstausstellung, München
posthum: 1951: Ausstellung mit Werken Adolf Abels, Werner Gotheims und Otto Neumanns (Heidelberger Kunstverein). Kurpfälzisches Museum Heidelberg 1994: Ateliergemeinschaft Klosterstraße Berlin 1933–1945, Käthe Kollwitz Museum Köln, 1994 1988: Ateliergemeinschaft Klosterstraße. Vom Stillen Kampf der Künstler, Galerie Mitte Berlin 2013: Nur Skulptur!, Kunsthalle Mannheim
Publikationen (Auswahl) Über die Plastik der modernen Architektur. 1935. Von der Plastik des Reichssportfeldes. In: Baugilde, Ausg. 18, 1936, S. 957–975
Literatur
Adolf Abel / Ruhende. In: Westermanns Monatshefte, Bd. 173/174, 1942, S. 516. Ateliergemeinschaft Klosterstrasse Berlin 1933-1945: Künstler in der Zeit des Nationalsozialismus. Käthe Kollwitz Museum Köln, Edition Hentrich, 1994, S. 38, 63, 108, 165, 216.
Weblinks
Nachlass von Adolf Abel in der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
Einzelnachweise
Kategorie:Bildhauer (Deutschland) Kategorie:Zeichner (Deutschland) Kategorie:Bildender Künstler (Berlin) Kategorie:Bildende Kunst (Nationalsozialismus) Kategorie:Träger des Rompreises Villa Massimo Kategorie:Geboren 1902 Kategorie:Vermisste/Verschollene Person (20. Jahrhundert) Kategorie:Mann Kategorie:Deutscher Kategorie:Gestorben im 20. oder 21. Jahrhundert