mini|La-Silla-Observatorium mini|Vier Teleskope auf La Silla, von vorne nach hinten: 2,2-m-Schmidt; NTT, 3,6 m

Das La-Silla-Observatorium, etwa 600 Kilometer nördlich von Santiago de Chile auf dem 2400 m hohen Berg La Silla in der Kommune La Higuera gelegen, war das erste Observatorium der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile, zu dem inzwischen ein weiteres Observatorium auf dem Cerro Paranal hinzugekommen ist. Der Asteroid (2187) La Silla wurde nach dem Berg benannt.

Geschichte Schon vor der offiziellen Gründung der ESO 1962 begann die Suche nach einem vielversprechenden Standort für ein astronomisches Observatorium auf der Südhalbkugel der Erde. Nach anfänglicher Suche in Südwestafrika (heute Namibia) wandte sich aufgrund politischen Drucks das Interesse bald günstigeren Standorten nahe der Küste des nördlichen Chile zu. Schließlich entschied man sich für den etwa 160 km nördlich von La Serena gelegenen Cinchado, nach seiner Form auch La Silla (span. der Sattel) genannt, als Standort der ESO-Sternwarte. 1969 wurde die Sternwarte auf La Silla eröffnet.

Gegenwart La Silla beherbergt viele Teleskope, die zum Teil von der ESO selbst, zum Teil von anderen Instituten und Universitäten betrieben wurden und werden. Viele kleinere Teleskope sind inzwischen stillgelegt worden, La Silla spielt aber auch im Zeitalter des Very Large Telescope des Paranal-Observatoriums der ESO noch eine wichtige Rolle.

+ Aktive Teleskope auf La Silla Teleskop Durchmesser Art Bemerkungen ESO 3,6 m 3,6 m optisch/Infrarot ESO, seit 1976 (seit 2003 mit dem HARPS ausgerüstet) New Technology Telescope NTT 3,5 m optisch/Infrarot ESO, seit 1989 MPG/ESO 2,2 m 2,2 m optisch/Infrarot Leihgabe der MPG, seit 1984 Danish 1,5 m 1,5 m Dänemark, 1979 Leonhard-Euler-Teleskop 1,2 m Suche nach Exoplaneten Schweiz, seit 1998 Schmidt-Teleskop 1 m ESO, 1971, umgebaut 2009 DENIS 1 m speziell für Himmelsdurchmusterung im Infraroten Frankreich MASCARA Multi-site All-Sky CAmeRA 5 Kameras mit 24 mm Brennweite Komplette Himmelsabdeckung mit Weitwinkel-Aufnahmen in kurzem Abstand seit 2017 BlackGEM 3 × 0,65 m Array von drei Teleskopen, erweiterbar auf 15 Teleskope geplante Inbetriebnahme ab 2018, wurde auf 2020 und dann wegen der Coronapandemie auf 2022 verschoben. März 2022: Arbeiten wieder aufgenommen. ExTrA 3 × 0,6 m Suche nach Exoplaneten im Infrarotbereich seit 2017 TBT2 0,56 m Test-Bed Telescope 2 der ESA 2021

+ Ehemalige oder deaktivierte Teleskope auf La Silla Teleskop Durchmesser Art Bemerkungen ESO 1,52 m 1,52 m ESO, seit 2002 außer BetriebESO: The ESO 1.52m Telescope Coudé Auxiliary Telescope CAT 1,4 m Hilfsteleskop für den Coudéspektrograph des ESO 3,6 m ESO, seit 2006 im Observatorium Lund ESO 1 m 1 m speziell für Photometrie ESO, zum DENIS umgewidmet MarLy 1 m 1 m EROS-Projekt Frankreich, außer Betrieb Dutch 90 cm 0,9 m Niederlande, 1979, außer Betrieb Swiss T70 0,7 m seit Euler 1998 außer Betrieb Bochum-Teleskop 0,61 m Ruhr-Universität Bochum, 1968, außer Betrieb ESO 50 cm 0,5 m ESO, 1971, außer Betrieb Danish 50 cm 0,5 m Dänemark, 1971, außer Betrieb Grand Prism Objectif GPO 0,4 (Prisma) ESO, 1968, außer Betrieb Marseille 40 cm 0,4 m Frankreich, außer Betrieb Swedish ESO Submillimeter Telescope SEST 15 m Submillimeter/Millimeter Parabolantenne Schweden, ESO, 1987, außer Betrieb

Panorama

Siehe auch Paranal-Observatorium Cerro Tololo Inter-American Observatory European Extremely Large Telescope

Literatur Hoimar von Ditfurth (Fotos: John Launois): „Astronomie: Das Forscherkloster La Silla.“ In: Geo-Magazin. Hamburg 1979, 7, S. 42–62. Informativer Erlebnisbericht: „Hoimar v. Ditfurth besuchte europäische Astronomen, die hoch in den Anden wie Mönche leben.“ Der Autor traf u. a. mit Hans-Emil Schuster zusammen.

Weblinks

Offizielle Homepage (englisch) Ein neuer Cousin für die Erde (wissenschaft.de)

Einzelnachweise

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