Die 19. Eisschnelllauf-Einzelstreckenweltmeisterschaften wurden vom 7. bis zum 10. Februar 2019 in der Max Aicher Arena in Inzell, Deutschland ausgetragen.

Bilanz Medaillenspiegel Platz Land Gold Silber Bronze Gesamt 1 8 6 2 16 2 2 – 1 3 3 2 – – 2 4 1 3 – 4 5 1 2 2 5 6 1 1 – 1 7 1 – 10 11 8 – 2 1 3 9 – 2 – 2 Gesamt 16 16 16 48

Medaillengewinner Zeigt die drei Medaillengewinner der einzelnen Distanzen.

Frauen Distanz Gold Silber Bronze 500 Meter 1000 Meter 1500 Meter 3000 Meter 5000 Meter Massenstart Teamsprint Teamverfolgung

Männer Distanz Gold Silber Bronze 500 Meter 1000 Meter 1500 Meter 5000 Meter 10.000 Meter Massenstart Teamsprint Teamverfolgung

Ergebnisse Frauen 500 Meter Platz Name Land Zeit 1 Vanessa Herzog 37,12 s 2 Nao Kodaira 37,20 s 3 Konami Soga 37,60 s 4 Angelina Golikowa 37,69 s 5 Olga Fatkulina 37,76 s 6 Brittany Bowe 37,77 s 7 Maki Tsuji 37,85 s 8 Darja Katschanowa 37,89 s 9 Jekaterina Aidowa 38,03 s 10 Heather McLean 38,05 s Datum: 8. Februar 2019

Seit 2016 war die amtierende 500-Meter-Weltmeisterin Nao Kodaira über die Sprintstrecke 37 Rennen lang ungeschlagen geblieben.Vanessa Herzog Weltmeisterin über 500 Meter. Der Standard, 8. Februar 2019. Abgerufen am 3. Mai 2020. In Inzell unterbrach Vanessa Herzog diese Serie und lief mit 37,12 Sekunden acht Hundertstel schneller als Kodaira. Sie wurde damit nach Emese Hunyady die zweite österreichische Eisschnelllauf-Weltmeisterin.

1000 Meter Platz Name Land Zeit 1 Brittany Bowe 1:13,41 min 2 Vanessa Herzog 1:14,38 min 3 Nao Kodaira 1:14,44 min 4 Miho Takagi 1:14,58 min 5 Jutta Leerdam 1:14,63 min 6 Antoinette de Jong 1:14,70 min 7 Jekaterina Schichowa 1:14,88 min 8 Sanneke de Neeling 1:14,95 min 9 Olga Fatkulina 1:15,09 min 10 Li Qishi 1:15,55 min Datum: 9. Februar 2019

Die mehrmalige Weltmeisterin Brittany Bowe stand nach drei Jahren wieder auf dem Podest einer Einzelstrecken-WM. Sie schlug Nao Kodaira im direkten Duell um mehr als eine Sekunde. Auch die im letzten Lauf startende Vanessa Herzog verpasste Bowes Zeit deutlich, gewann aber ihre zweite Medaille bei dieser WM.

1500 Meter Platz Name Land Zeit 1 Ireen Wüst 1:52,81 min 2 Miho Takagi 1:53,32 min 3 Brittany Bowe 1:53,36 min 4 Jekaterina Schichowa 1:53,41 min 5 Antoinette de Jong 1:53,76 min 6 Melissa Wijfje 1:54,50 min 7 Jewgenija Lalenkowa 1:54,94 min 8 Francesca Lollobrigida 1:55,15 min 9 Jelisaweta Kaselina 1:56,11 min 10 Noemi Bonazza 1:56,14 min Datum: 10. Februar 2019

Im zehnten von zwölf Paaren stellte Ireen Wüst einen Streckenrekord auf, an den weder Miho Takagi im elften noch Brittany Bowe im zwölften Lauf herankamen. Wüst widmete den Titel ihrer einen Monat zuvor verstorbenen früheren Teamkollegin Paulien van Deutekom.Tears, cheers and a thrillingly chaotic climax bring curtain down in Inzell auf isu.org, 10. Februar 2019. Abgerufen am 3. Mai 2020.

3000 Meter Platz Name Land Zeit 1 Martina Sáblíková 3:58,91 min 2 Antoinette de Jong 3:59,41 min 3 Natalja Woronina 3:59,99 min 4 Carlijn Achtereekte 4:00,47 min 5 Ireen Wüst 4:01,45 min 6 Miho Takagi 4:02,17 min 7 Isabelle Weidemann 4:03,49 min 8 Jewgenija Lalenkowa 4:03,57 min 9 Maryna Sujewa 4:05,39 min 10 Jelena Sochrjakowa 4:06,48 min Datum: 7. Februar 2019

Bereits im dritten von zehn Paaren verbesserte Carlijn Achtereekte den seit 2016 gültigen Streckenrekord von Martina Sáblíková. Drei weitere Läuferinnen waren noch schneller als Achtereekte: Zunächst übernahm Antoinette de Jong die Führung, ehe Sáblíková im letzten Paar die Zeit der Niederländerin um eine halbe Sekunde unterbot. Sie war dabei anfangs langsamer als de Jongs Vergleichsmarke, lief aber konstante Rundenzeiten unter 32 Sekunden, was für die Goldmedaille ausreichte.

5000 Meter Platz Name Land Zeit 1 Martina Sáblíková 6:44,85 min 2 Esmee Visser 6:46,14 min 3 Natalja Woronina 6:50,39 min 4 Isabelle Weidemann 6:56,13 min 5 Carien Kleibeuker 6:56,47 min 6 Ivanie Blondin 6:56,73 min 7 Claudia Pechstein 7:00,90 min 8 Jelena Sochrjakowa 7:04,60 min 9 Maryna Sujewa 7:04,71 min 10 Nene Sakai 7:08,59 min Datum: 9. Februar 2019

Seit 2007 hatte Martina Sáblíková jedes ihrer neun WM-Rennen über 5000 Meter gewonnen, bei den Olympischen Spielen 2018 war sie aber – mit Rückenproblemen – von der neun Jahre jüngeren Esmee Visser geschlagen worden. Visser verbesserte in Inzell im vierten von sechs Läufen Sáblíkovás acht Jahre gültigen Streckenrekord deutlich um fast fünf Sekunden, im fünften Lauf blieb auch Natalja Woronina unter der alten Bestleistung. Sáblíková, die im letzten Paar gegen Ivanie Blondin antrat, orientierte sich an Vissers Zeiten und konnte insbesondere in der letzten Runde einen Vorsprung auf ihre jüngere Konkurrentin herauslaufen. Sie gewann damit ihren insgesamt 19. Weltmeistertitel.

Claudia Pechstein erreichte als Siebte das einzige Top-Ten-Ergebnis für die deutschen Frauen bei der Heim-WM in Inzell. Sie lief die gleiche Zeit wie 2011, als sie die Bronzemedaille über die 5000 Meter gewonnen hatte.

Massenstart Platz Name Land Punkte Zeit 1 Irene Schouten 60 8:27,84 min 2 Ivanie Blondin 40 8:28,46 min 3 Jelisaweta Kaselina 20 8:29,29 min 4 Francesca Lollobrigida 10 8:29,54 min 5 Ayano Satō 6 8:29,66 min 6 Elena Møller Rigas 5 8:43,95 min 7 Yin Qi 5 8:50,24 min 8 Mia Kilburg-Manganello 3 8:30,32 min 9 Magdalena Czyszczoń 3 8:51,89 min 10 Melissa Wijfje 2 8:32,03 min Datum: 10. Februar 2019

In der vorletzten Runde verschärfte Ivanie Blondin das Tempo. Irene Schouten konnte mitziehen, übernahm eingangs der Schlussrunde die Führung und gab diese nicht mehr ab.

Teamsprint Platz Name Land Zeit 1 Janine SmitLetitia de JongJutta Leerdam 1:26,29 min 2 Kaylin IrvineHeather McLeanKali Christ 1:27,21 min 3 Olga FatkulinaAngelina GolikowaDarja Katschanowa 1:27,26 min 4 Yvonne DaldossiFrancesca BettroneNoemi Bonazza 1:28,18 min 5 Li QishiZhao XinJin Jingzhu 1:29,15 min 6 Kim Min-sunPark Ji-wooKim Hyun-yung 1:29,83 min 7 Hege BøkkoAnne GulbrandsenMartine Ripsrud 1:30,56 min Datum: 7. Februar 2019

Der Teamsprint der Frauen eröffnete das WM-Programm. Im dritten Paar schlugen die Kanadierinnen die favorisierten Russinnen um fünf Hundertstelsekunden, im abschließenden Duell war das Team der Niederlande um eine knappe Sekunde schneller und gewann damit die erste WM-Goldmedaille 2019.

Teamverfolgung Platz Name Land Zeit 1 Miho TakagiNana TakagiAyano Satō 2:55,78 min 2 Ireen WüstAntoinette de JongJoy Beune 2:56,20 min 3 Jewgenija LalenkowaNatalja WoroninaJelisaweta Kaselina 2:57,72 min 4 Ivanie BlondinIsabelle WeidemannValérie Maltais 2:58,30 min 5 Li DanHan MeiYin Qi 3:04,07 min 6 Natalia CzerwonkaMagdalena CzyszczońKarolina Bosiek 3:05,33 min 7 Mia Kilburg-ManganelloCarlijn SchoutensKimi Goetz 3:06,00 min 8 Francesca LollobrigidaFrancesca BettroneNoemi Bonazza 3:07,87 min Datum: 8. Februar 2019

Am Tag des Wettbewerbs kamen die Niederländerinnen erstmals in der Konstellation Wüst/de Jong/Beune zusammen und beendeten das Rennen auf dem zweiten Platz. Sie gewannen die Silbermedaille mit etwa vier Zehntelsekunden Rückstand auf die Japanerinnen, die in dieser Aufstellung 2018 Olympiasieger geworden waren. Trotz des Sieges war der japanische Nationaltrainer Johan de Wit unzufrieden mit dem Rennverlauf, da sein Team kein gleichmäßiges Tempo gelaufen sei.

Männer 500 Meter Platz Name Land Zeit 1 Ruslan Muraschow 34,22 s 2 Håvard Holmefjord Lorentzen 34,35 s 3 Wiktor Muschtakow 34,43 s 4 Cha Min-kyu 34,44 s 5 Yuma Murakami 34,47 s 6 Ronald Mulder 34,50 s 7 Pawel Kulischnikow 34,53 s 8 Dai Dai Ntab 34,55 s 9 Gao Tingyu 34,59 s 10 Jan Smeekens 34,68 s Datum: 8. Februar 2019

Im achten von zwölf Paaren stellte Ruslan Maraschow aus Russland einen neuen Streckenrekord auf, der bis zum Ende des Wettkampfs als Bestmarke hielt. Maraschows Landsmann Pawel Kulischnikow, der als Mitfavorit im letzten Paar an den Start ging, verpasste mit 34,53 Sekunden um eine Zehntelsekunde – zugleich um vier Plätze – die Medaillenränge.

1000 Meter Platz Name Land Zeit 1 Kai Verbij 1:07,39 min 2 Thomas Krol 1:07,67 min 3 Kjeld Nuis 1:07,81 min 4 Håvard Holmefjord Lorentzen 1:07,85 min 5 Denis Juskow 1:08,10 min 6 Pawel Kulischnikow 1:08,13 min 7 Wiktor Muschtakow 1:08,38 min 8 Nico Ihle 1:08,40 min 9 Masaya Yamada 1:08,49 min 10 Yuto Fujino 1:08,56 min Datum: 9. Februar 2019

Für den einzigen Dreifacherfolg eines Landes bei dieser Weltmeisterschaft sorgten die Niederländer. Als erster der drei lief Thomas Krol im zehnten von zwölf Paaren Streckenrekord. Der mit ihm befreundete Kai Verbij unterbot Krols Zeit kurz danach um drei Zehntelsekunden. Im abschließenden Duell trat der amtierende Weltmeister (und Olympiasieger) Kjeld Nuis gegen Pawel Kulischnikow – 1000-Meter-Weltmeister von 2016 – an. Beiden gelang es nicht, die Zeiten von Verbij und Krol zu erreichen; Nuis gab nach dem Wettkampf an, er habe sich zu sehr auf Kulischnikow und zu wenig auf seine Technik konzentriert.

1500 Meter Platz Name Land Zeit 1 Thomas Krol 1:42,58 min 2 Sverre Lunde Pedersen 1:43,16 min 3 Denis Juskow 1:43,20 min 4 Seitaro Ichinohe 1:43,54 min 5 Kjeld Nuis 1:43,60 min 6 Ning Zhongyan 1:44,27 min 7 Patrick Roest 1:44,97 min 8 Joey Mantia 1:45,24 min 9 Antoine Gélinas-Beaulieu 1:45,26 min 10 Masaya Yamada 1:45,26 min Datum: 10. Februar 2019

Im siebten von zwölf Läufen stellte Sverre Lunde Pedersen einen neuen Bahnrekord auf. Drei Paare später verbesserte Thomas Krol – im Duell mit Denis Juskow – Pedersens Zeit um sechs Zehntelsekunden. Krol gab an, er habe Sorge gehabt, sich (wie im 1000-Meter-Rennen, als Kai Verbij ihn noch übertraf) zu früh zu freuen, tatsächlich gelang es aber keinem der verbliebenen vier Athleten, in die Medaillenränge zu laufen.

5000 Meter Platz Name Land Zeit 1 Sverre Lunde Pedersen 6:07,16 min 2 Patrick Roest 6:11,70 min 3 Sven Kramer 6:12,53 min 4 Alexander Rumjanzew 6:13,75 min 5 Ted-Jan Bloemen 6:13,79 min 6 Patrick Beckert 6:15,76 min 7 Sergei Trofimow 6:16,10 min 8 Danila Semerikow 6:16,59 min 9 Jordan Belchos 6:18,06 min 10 Peter Michael 6:19,35 min Datum: 7. Februar 2019

Der 32-jährige Sven Kramer, der die letzten fünf WM-Titel auf der 5000-Meter-Distanz gewonnen hatte, wurde von den sechs beziehungsweise neun Jahre jüngeren Sverre Lunde Pedersen und Patrick Roest geschlagen. Kramer setzte seine Zeit als erster der drei Medaillengewinner im siebten von zehn Paaren. Mit 6:12,53 Minuten verpasste er seinen eigenen Bahnrekord von 2010 um anderthalb Sekunden. Im vorletzten Lauf unterbot Pedersen diese Bestmarke deutlich. Der zum Abschluss im Duell mit Patrick Beckert laufende Roest war in den ersten Runden schneller als Pedersen, fiel aber in der zweiten Hälfte des Wettkampfs klar hinter den Norweger zurück. Pedersen wurde somit zum erst zweiten nicht-niederländischen 5000-Meter-Weltmeister nach Chad Hedrick 2004 und 2005.

10.000 Meter Platz Name Land Zeit 1 Jorrit Bergsma 12:52,92 min 2 Patrick Roest 12:53,34 min 3 Danila Semerikow 12:57,40 min 4 Patrick Beckert 12:57,40 min 5 Alexander Rumjanzew 12:57,92 min 6 Davide Ghiotto 13:04,49 min 7 Graeme Fish 13:05,69 min 8 Peter Michael 13:13,72 min 9 Michele Malfatti 13:18,37 min 10 Ole Bjørnsmoen Næss 13:18,64 min Datum: 9. Februar 2019