Titus Iulius Pollio (vollständige Namensform möglicherweise Titus Iulius Titi filius Pollia Pollio)Mögliche vollständige Namensform nach Ségolène Demougin; aus den Inschriften ist nur das Cognomen Pollio gesichert. war ein im 1. Jahrhundert n. Chr. lebender Angehöriger des römischen Ritterstandes (Eques). Durch zwei (unvollständig erhaltene) Inschriften, die auf 61/62 datiert werden, sind einzelne Stationen seiner Laufbahn bekannt.

Pollio war wahrscheinlich Primus Pilus, bevor er Tribun der Cohors XV Urbana und der Cohors IIII PraetoriaHans-Georg Pflaum und Ségolène Demougin geben für beide Inschriften die Cohors IIII Praetoria an. Die Lesung der EDCS für die Inschrift () ist [co]h(ortis) III pr(aetoriae). wurde. Danach war er vermutlich ein zweites Mal Primus Pilus,Laut Michel Christol ergibt sich aus der Inschrift (), dass Pollio ein zweites Mal Primus Pilus wurde. bevor er Statthalter (Procurator) in der Provinz Sardinia wurde. Er wird von Tacitus in den Annalen erwähnt; daraus geht hervor, dass er von Nero im Jahr 55 den Auftrag erhielt, Neros Stiefbruder Britannicus mit Hilfe der Giftmischerin Locusta zu vergiften.

Pollio war vermutlich in der Tribus Pollia eingeschrieben.Hans-Georg Pflaum gibt als Lesung der Inschrift () [P]ol(lia tribu) Pollio an. Die Lesung der EDCS ist [I]ul(ius) Pollio. In einer Inschrift, die bei Annecy gefunden wurde, ist ein Titus Iulius Voltinia Ustus Pollio aufgeführt. Falls er mit Pollio identisch ist, wäre seine Tribus aber Voltinia gewesen und der in der Inschrift erwähnte Titus Iulius Ustus wäre dann wahrscheinlich ein Verwandter.Laut Michel Christol war Ustus der ältere Bruder von Pollio. Die beiden sind möglicherweise in einer weiteren (unvollständig erhaltenen) Inschrift aufgeführt.

Literatur Ségolène Demougin: Prosopographie des Chevaliers Romains Julio-Claudiens (43 av. J.–C. – 70 ap. J.–C.), Collection de l’École Francaise de Rome 153, 1992, , (Online). Hans-Georg Pflaum: Les carrières procuratoriennes équestres sous le Haut-Empire Romain, Paris 1960, Band 1.

Anmerkungen

Einzelnachweise Tacitus, Annalen, XIII, 15 (Online).

Hans-Georg Pflaum, Les carrières, S. 69–70, Nr. 29.

Inschriften aus Forum Traiani () und Turris Libisonis (). Inschrift aus Annecy (). Inschrift ().

Michel Christol: De la Thrace et de la Sardaigne au territoire de la cité de Vienne, deux chevaliers romains au service de Rome : Titus Iulius Ustus et Titus Iulius Pollio In: Latomus T. 57, Fasc. 4, 1998, S. 792–815, hier S. 805–806, 808, 810–811 (Online).

Ségolène Demougin, Prosopographie, S. 450–451, Nr. 539.

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