mini|Dieses Bild von Wolfram Schubert gilt der sozialistischen Landwirtschaft, die Brot für alle schafft. Es befand sich im Palast der Republik. Wolfram Schubert (* 30. September 1926 in Körbitz) ist ein deutscher Maler, Grafiker und Hochschullehrer.Die künstlerische Biografie von Wolfram Schubert, veröffentlicht im Rahmen einer Ausstellung der Helle Panke e.V., 22. September 2011 (PDF).
Leben Nach Schulzeit an der Saldria in Brandenburg an der Havel meldete sich Wolfram Schubert 1944 als Kriegsfreiwilliger zur Wehrmacht. Im gleichen Jahr geriet er in Breslau in Kriegsgefangenschaft und wurde bis 1949 beim Wiederaufbau der sowjetischen Wirtschaft eingesetzt.
1950 begann er ein Studium der Malerei an der Hochschule für angewandte Kunst Berlin-Weißensee (KHS) und beendete dieses 1955 erfolgreich mit Diplom. Zu seinen Lehrern gehörten Kurt Robbel, Horst Strempel und Bert Heller. Als Aspirant bei Fritz Dähn blieb er bis 1959 an der Hochschule. Danach arbeitete er freiberuflich1960 zog die Familie nach Neubrandenburg. Dort war er von 1965 bis 1988 Bezirksvorsitzender des Verbandes Bildender Künstler der DDR. Studienreisen führten ihn in dieser Zeit unter anderem in die Sowjetunion, nach Rumänien, Usbekistan, Guinea, Mali, Syrien und Nordkorea. U. a. hatte er 1972 und 1973 mit Siegfried Besser, Günther Brendel, Eberhard Hückstädt und Dieter Rex Studienaufenthalte im Donbassgebiet, wo sie insbesondere im Stahlwerk Asow künstlerisch arbeiteten und Kontakt zu den Arbeitern fanden.Siegfried Besser: Zu Gast im Stahlwerk „Asowstahl“. In: Bildende Kunst, Berlin, 10/1977, S. 507
1969 gehörte Schubert zu den Mitbegründern des Zentrum Bildende Kunst Neubrandenburg, dessen Mitarbeiter er bis 1972 war.
Im Rahmen einer Ausstellung in Weimar wurde 1969 erstmals sein Gemälde Prager Frühling gezeigt. Nur durch die Umbenennung des Bildes in Auseinandersetzung wurde es nicht aus der Ausstellung entfernt. Neben freien Arbeiten schuf Schubert als Auftragsarbeiten eine bedeutende Zahl von architekturbezogenen Werken.
1972 wurde er von Walter Womacka an die KHS geholt, wo er bis 1977 als Dozent arbeitete und das Fachgebiet Malerei leitete. Schubert hatte in der DDR und im Ausland eine bedeutende Zahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, u. a. von 1958 bis 1988 an allen sieben Deutschen Kunstausstellungen bzw. Kunstausstellungen der DDR in Dresden.
Nach 1990 gab er sein Atelier auf. 2003 wurde er Mitglied im Künstlersonderbund in Deutschland. Anlässlich seines 80. Geburtstages wurde 2006 ein großer Katalog der künstlerischen Werke veröffentlicht. 2019 wurde bekannt, dass der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte das gesamte Werk von Wolfram Schubert übernimmt.
Schubert lebte und arbeitete von 1970 bis 2020 in Potzlow in der Uckermark. Später zog mit seiner Frau nach Gardelegen in der Altmark, wo er sich ein neues Atelier aufbaute. Seine Ehefrau Ingeborg Schubert geb. Mertens (* 1931 in Grünenwulsch) starb am 16. August 2026 im Alter von 95 Jahren in Gardelegen und wurde am 24. August – dem 75. Hochzeitstag der Eheleute – auf dem Friedhof in Ipse beigesetzt. Schuberts jüngerer Bruder, der Fotograf Hans-Joachim Schubert, war im Vorjahr verstorben, dessen Ehefrau, die Textilkünstlerin Anita Schubert, im Januar 2026.
Auszeichnungen (Auswahl) 1970: Kunstpreis der DDR 1984: Theodor-Körner-Preis 1986: Johannes-R.-Becher-Medaille in Gold 1987: Vaterländischer Verdienstorden in Silber
Werkbeispiele Siehe auch Bildindex der Kunst & Architektur
Tafelbilder Im grünen Zimmer (1959, Öl, 60 × 100 cm) Liegende (1960, Öl, 72,5 × 100 cm) Selbstporträt (1961, Öl, 48 × 70 cm) Frau mit weißem Kopftuch (1961, Öl, 75 × 47 cm)
Architekturbezogene Werke
Völkerfreundschaft (1961; Wandbild, Scagliola, 3 × 2 m; Blankensee, Foyer der damaligen Polytechnische Oberschule)Ruth Pape et al.: Bildende Kunst + Architektur. Baukatalog Teil 4, Potsdam, Magdeburg, Schwerin, Rostock, Neubrandenburg. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1972, Neubrandenburg, S. 170/171
Tanz der Völker (1965; Wandbild, Wachsfarbe und Cirine, 4,15 × 12,00 m; Neubrandenburg, damalige Tanzgaststätte „Kosmos“; Gebäude wurde 1964 abgerissen)Ruth Pape et al.: Bildende Kunst + Architektur. Baukatalog Teil 4, Potsdam, Magdeburg, Schwerin, Rostock, Neubrandenburg. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1972, Neubrandenburg, S. 168/169
Kampf und Sieg der Arbeiterklasse (1969; 2 Wandbilder, Fresko, je 1,70 × 6,50 m; Neubrandenburg, heutiger Friedrich-Engels-Ring, Foyer des damaligen Verwaltungszentrums)Ruth Pape et al.: Bildende Kunst + Architektur. Baukatalog Teil 4, Potsdam, Magdeburg, Schwerin, Rostock, Neubrandenburg. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1972, Neubrandenburg, S. 152/153 20 Jahre DDR (1969; Wandgestaltung, Keramik-Platten, modelliert und bemalt, etwa 10 m2; Neubrandenburg, Kantine des damaligen Verwaltungszentrums)Ruth Pape et al.: Bildende Kunst + Architektur. Baukatalog Teil 4, Potsdam, Magdeburg, Schwerin, Rostock, Neubrandenburg. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1972, Neubrandenburg, S. 154/155 Erlebnis Kunst (1971; Wandgestaltung, fünf Tafeln, Kupfer emailliert, von 0,90 × 1,20 m bis 1,50 × 2,40 m; techn. Ausführung: Heidrun Grigarzik, Zentrum Bildende Kunst Neubrandenburg; Neubrandenburg, Speiseraum des VEB Maschinelles Rechnen)Ruth Pape et al. (Bearbeitung): Bildende Kunst + Architektur. Katalog. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1973 Erlebnis Kunst (um 1972; Entwurf für Folge von Wandbildern, Email auf Kupfer, Neubrandenburg, Speisesaal des damaligen VEB Maschinelles Rechnen)Bildende Kunst, Berlin, 8/1972, Titelblatt (Abbildung eines Details) Einheit von Volk und Partei (1978; Wandbild am Gebäude der SED-Kreisleitung Prenzlau; Abriss 2005)Die Suche nach den verlorenen Wandbildern aus der DDR-Zeit In: Nordkurier, 8. Oktober 2019. Bettina von Arnim, (1984; Giebelwandmalerei an den Gebäuden Torstraße 193 und 195, damals Wilhelm-Pieck-Straße, Berlin-Mitte)Steller / Heinze / Schrecker: Erfahrungen und Ergebnisse der komplexen Gestaltung der Wilhelm-Pieck-Straße. In: Architektur der DDR, Heft 4/1986, S. 236–239.Iris Grund: Zum Wohnungsbau des Bezirkes Neubrandenburg in der Wilhelm-Pieck-Straße. In: Architektur der DDR, Heft 4/1986, S. 240–243, hier S. 243.
Einzelausstellungen seit der deutschen Wiedervereinigung (möglicherweise unvollständig)
2025: Pirna, Galerie Schöne Höhe ("Und ab morgen werde ich 100") 2026: Neubrandenburg, Kunstsammlung Neubrandenburg ("Im Hier im Jetzt")
Literatur
Schubert, Wolfram. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 860/861
De Gruyter. Allgemeines Künstlerlexikon. Band 102, 2019, S. 230/231
Weblinks
Wolfram Schubert beim Verbundprojekt Bildatlas Kunst in der DDR Wolfram Schubert in der Werkdatenbank Bildende Kunst Sachsen-Anhalt Die Früchte der Erde, Artikel von Eva-Martina Weyer in der Märkischen Oderzeitung vom 25. Juli 2019 Einst verfemt, jetzt im Kommen: DDR-Kunst, Beitrag im NDR-Nordmagazin vom 13. November 2019 Schutz für die Quelle, Artikel zur Restaurierung eines Wandbildes von Wolfram Schubert in Neubrandenburg im monopol-Magazin vom 19. Oktober 2019
Einzelnachweise
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