Die Handball-Weltmeisterschaft der Frauen 1968 war als vierte Auflage dieser Veranstaltung für den Zeitraum vom 13. bis 21. Dezember 1968 in der Sowjetunion vorgesehen. Zunächst war der Zeitraum vom 16. und dem 24. November festgelegt worden. Da aber zu der Zeit entscheidende Eishockeyspiele im Land stattfanden, wurde das Turnier in den Dezember verschoben.

Am 30. August 1968 kam der Kongress der Internationalen Handballföderation (IHF) zusammen, um über einen Antrag des IHF-Präsidiums abzustimmen. Dieser Beschluss sah die Absage der Weltmeisterschaft vor. Hintergrund war der Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes in die Tschechoslowakei am 21. August. Der Kongress beschloss am 30. August 1968 dem Beschluss mit 13 zu 12 Stimmen – bei zwei Enthaltungen – stattzugeben.

Teilnahmeberechtigte Mannschaften An der Weltmeisterschaft 1968 sollten neun Mannschaften teilnehmen. Direkt qualifiziert waren die gastgebende Sowjetische Frauen-Handballnationalmannschaft und Weltmeister Ungarn. Durch ein Freilos zog die Bundesrepublik Deutschland in das Hauptfeld ein. Die restlichen sechs Plätze wurden über kontinentale Qualifikationen vergeben – fünf europäische und ein asiatischer.

Land Kontinent Qualifiziert als Datum der Qualifikation Bisherige Teilnahmenan Weltmeisterschaften Europa Gastgeber 1962 Europa Weltmeister 1965 1957, 1962, 1965 Europa Freilos 1957, 1962, 1965 Europa Europa-Playoffsieger 1957, 1962, 1965 Europa Europa-Playoffsieger 1957, 1962, 1965 Europa Europa-Playoffsieger 1957, 1962, 1965 Europa Europa-Playoffsieger – Europa Europa-Playoffsieger 1957, 1962, 1965 Asien Asien-Qualifikant 1962, 1965 fett = Weltmeister im jeweiligen Jahr

Auslosung der Vorrundengruppen Die Einteilung der drei Lostöpfe mit jeweils drei Mannschaften wurde anhand der Platzierungen bei der Weltmeisterschaft 1965 vorgenommen. Lostopf 1 Lostopf 2 Lostopf 3

Gruppe A

Gruppe B

Gruppe C

Ersatz-Turnier Der sowjetische Handball-Verband veranstaltete trotz der Absage dennoch ein Länder-Turnier, an dem sich mit der DDR, Ungarn, Rumänien und der Sowjetunion selbst, vier der ursprünglichen neun WM-Teilnehmer beteiligten.o. V.: „Ersatz-WM“ in Moskau. In: Mindener Tageblatt, Nr. 292, 17. Dezember 1968, S. 11. Dazu kamen noch Polen und Bulgarien. Das Turnier fand vom 17. bis 22. Dezember im Moskauer Sportpalast Luschniki statt.

Ergebnisse und Tabelle Die Sowjetunion gewann die Jeder-gegen-jeden-Runde aufgrund der besseren Tordifferenz vor der punktgleichen DDR-Mannschaft. Datum Paarung Ergebnis Bulgarien – Polen 10:15 (–:–) Deutsche Demokratische Republik – Ungarn 13:9 (–:–) Rumänien – Sowjetunion 11:16 (–:–) Ungarn – Rumänien 10:7 (–:–) Bulgarien – Deutsche Demokratische Republik 6:19 (–:–) Polen – Sowjetunion 6:16 (4:10) Rumänien – Bulgarien 11:10 (5:5) Deutsche Demokratische Republik – Polen 14:8 (–:–) Sowjetunion – Ungarn 14:7 (9:4) Rumänien – Deutsche Demokratische Republik 7:8 (3:1) Ungarn – Polen 11:7 (–:–) Sowjetunion – Bulgarien 14:5 (–:–) Polen – Rumänien 11:10 (–:–) Bulgarien – Ungarn 3:7 (–:–) Deutsche Demokratische Republik – Sowjetunion 7:7 (3:6)

Einzelnachweise

#1968 Weltmeisterschaft Frauen Weltmeisterschaft Frauen 1968 Kategorie:Abgesagte Sportveranstaltung