Harenzhofen ist ein Gemeindeteil der Stadt Velburg im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern. Harenzhofen liegt in der Gemarkung Lengenfeld.

Geographische Lage Das Kirchdorf liegt im Oberpfälzer Jura der Fränkischen Alb auf der Hochfläche zwischen den Tälern der Schwarzen Laber und der Weißen Laber auf . Von Harenzhofen aus fließt der Harenzhofener Bach in östlicher Richtung der Schwarzen Laber zu.

Verkehr Der Ort ist über eine Gemeindeverbindungsstraße zu erreichen, die im Tal der Schwarzen Laber bei Lengenfeld von der Staatsstraße 2220 abzweigt und in Harenzhofen in Richtung Süden wieder zu dieser Staatsstraße führt.

Ortsnamendeutung Der Name des Ortes wird gedeutet als „zu den Höfen des Harung“.Sammelblatt des Historischen Vereins Eichstätt 38 (1923), S. 33

Geschichte Das Dorf ist vermutlich im Zuge der planmäßigen Besiedelung unter den Karolingern entstanden.Jehle, S. 5 Der Ort ist erstmals 1307 als Adelssitz genannt.Buchner II, S. 83 1372 ist urkundlich erwähnt, dass Ulrich Schenk von Reicheneck und Hans der Ehrenfelser, Besitzer der Herrschaft Helfenberg, mehrere Güter an der Pfalzgrafen Ruprecht verkauften, darunter drei Untertanen zu „Hargenshoffen“. Im Jahr darauf verpfändete der Ehrenfelser an den Pfalzgrafen den Zehent von „Harungshofen“ sowie weitere Güter in „Harenngshoffen“, nämlich den „Sampts Hof“, den „Rolans Hof“ und das „Rolands Widen“.Regesta Boica, Vol. 9, München 1841, S. 301; Jehle, S. 315 f. So zinsten um 1400/10 2 Höfe, 1 Widen und 3 Eigengüter zu Harenzhofen der Herrschaft Helfenberg.Jehle, S. 321 In Harenzhofen war aber auch das Stift Alte Kapelle zu Regensburg mit einem Hof begütert; 1587 verkaufte es diesen an die Kurpfalz.Jehle, S. 25, 329 So gehörten laut einer Güterbeschreibung von 1622 schließlich 5 Höfe und 11 Güter hochgerichtlich zur Herrschaft Helfenberg, die nunmehr die Grafen von Tilly innehatten. Gegen Ende des Alten Reiches, um 1800, bestand Harenzhofen aus 18 Anwesen.Jehle, S. 336, 494

Im Königreich Bayern (1806) wurde um 1810 der Steuerdistrikt Lengenfeld gebildet, dem neben dem Dorf Lengenfeld das Dorf Harenzhofen und die Einöden Matzenhof, Ostermühle, Schafhof, Schwaighof und Weihermühle angehörten.Jehle, S. 533 f. Mit dem Gemeindeedikt vom 15. Mai 1818 wurde daraus die Ruralgemeinde Lengenfeld im Landgericht Parsberg; die Weihermühle wird seit 1926 nicht mehr genannt, und der Schafhof wurde am 1. Januar 1946 nach Velburg umgegliedert.Jehle, S. 543, 553 In Harenzhofen wohnten 1836 128 Einwohner (19 Häuser),Th. D. Popp (Hg.): Matrikel des Bissthumes Eichstätt, Eichstätt: Ph. Brönner, 1836, S. 104 1861 110 Einwohner (68 Gebäude, 1 Kirche),Joseph Heyberger: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon, München 1867, Sp. 796 1871 122 Einwohner (59 Gebäude; an Großviehbestand 4 Pferde und 151 Stück Rindvieh),Vollständiges Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern ... nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dez. 1875, München 1877, Sp. 979 1925 120 Einwohner (21 Wohngebäude),Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928, München 1928, Sp. 910 1938 118 Einwohner (nur Katholiken),Buchner II, S. 87 1950 124 Einwohner (20 Wohngebäude).Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950, München 1952, Sp. 783 1987 127 Einwohner (26 Wohngebäude, 30 Wohnungen).Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987, München 1991, S. 261

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Lengenfeld und damit auch Harenzhofen zum 1. Januar 1972 nach Velburg eingegliedert.

mini|Filialkirche St. Ägidius Kirchliche Verhältnisse Harenzhofen gehörte seit altersher zur Pfarrei Lengenfeld; diese, im Eichstätter Diözesangebiet liegend, wurde unter Pfalz-Neuburg 1556 der Reformation unterworfen. Die Rekatholisierung erfolgte 1625;Buchner II, S. 83 den jeweiligen Glaubenswechsel mussten alle Untertanen vollziehen. Der 1693 im Auftrag des Grafen von Tilly erbaute Harenzhofener sakrale Barockbau St. Ägidius (der Vorgängerbau stand an anderer Stelle) gilt als Filialkirche von Lengenfeld. Der 1709 aufgerichtete Altar zeigt ein Altarblatt mit dem Kirchenpatron, 1710 gemalt von Hans Georg Asam.Kunstdenkmäler Bezirksamt Parsberg, S. 92 f. Vor 1765 ist noch eine Feldkapelle St. Wendelin bei Harenzhofen genannt.Buchner II, S. 85 Harenzhofen gehört heute mit Lengenfeld zum Pfarrverband Velburg.

Baudenkmäler Neben der Filialkirche und der Feldkapelle gelten die Häuser Nr. 2, 3 und 15, Wohnstallbauten aus dem 19. Jahrhundert, als Baudenkmäler.Sixtus Lampl und Otto Braasch: Denkmäler in Bayern, Band III: Oberpfalz. Ensembles, Baudenkmäler, Archäologische Geländedenkmäler, München: R. Oldenbourg Verlag, 1986, S. 162

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ortsteil von Velburg Kategorie:Ort im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Kategorie:Ersterwähnung 1307 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)