Gabriele Elisabeth Petri (* 6. Dezember 1960 in Horgen) ist eine Schweizer Politikerin (Grüne). Sie ist seit 1991 Mitglied des Zürcher Kantonsrats und Co-Geschäftsleiterin des Verkehrs- und Umweltverbands VCS Zürich.
Leben Gabi Petri ist in Horgen aufgewachsen. Sie absolvierte die Matur an der Kantonsschule Wiedikon in Zürich und begann ein Rechtsstudium an der Universität Zürich, das sie wegen ihrer ersten Schwangerschaft abbrach. Seit 1991 arbeitet sie Teilzeit als Geschäftsführerin des VCS Zürich. Gabi Petri lebt seit vielen Jahren in Partnerschaft mit dem Politiker Markus Knauss, der von 1998 bis 2026 für die Grünen im Zürcher Stadtparlament, dem Gemeinderat, sass. Die beiden teilen sich die Geschäftsleitung des Zürcher VCS und teilten sich ebenso die Betreuung ihrer beiden Töchter.
Politik mini|Gabi Petri (1987) Petri begann ihre politische Karriere am linken Rand, bei den Progressiven Organisationen (POCH). Seit Anfang der 1990er Jahre ist sie mit der Grünen Partei verbunden. 1991 wurde sie in den Zürcher Kantonsrat gewählt. Im Parlament, aber auch in ihrer Position als VCS-Geschäftsführerin beschäftigt sich Petri hauptsächlich mit Verkehrsthemen. In ihrem ersten Vorstoss 1991 etwa stellte sie sich als Kantonsrätin quer gegen die Oberlandautobahn, die durch eine geschützte Moorlandschaft hätte führen sollen. 2001 ging sie als VCS-Geschäftsführerin mit Rekursen erfolgreich gegen das Grossprojekt Eurogate beim Zürcher Hauptbahnhof vor.Marc Zollinger: "Nicht verhindern, optimieren". In: Tages-Anzeiger, 20. Februar 2001, abgerufen am 30. April 2020.
Ihr Engagement brachte Petri auch immer wieder Anfeindungen ein: 2004 bekämpfte Petri mit dem VCS Zürich das Fussballstadion Hardturm durch alle Instanzen und wurde dafür von Fussballfans als «Öko-Hexe» beschimpft.Pierina Hassler: "Petri als Öko-Hexe beschimpft". In: Blick. 26. Mai 2004, abgerufen am 30. April 2020. Die Politikerin gilt als sehr gut vernetzt und schmiedet häufig Allianzen über Parteigrenzen hinweg, etwa um das Polizei- und Justizzentrum Zürich zu verhindern. 2014 kam es in der Kreispartei 4/5 vor den Wahlen zu einem Zerwürfnis, weil die Politikerin ihren ersten Listenplatz nicht an Luca Maggi abgeben mochte.
2020 leiteten Petri und Knauss die Nein-Kampagne zur Abstimmung über den Rosengartentunnel, ein umstrittenes Bauprojekt in der Stadt Zürich. Über 60 Prozent der Bevölkerung stimmten Nein, die NZZ bezeichnete das als «einen der grössten Siege in der jahrzehntelangen Tätigkeit des Politikerpaars.»
Gabi Petri sitzt im Komitee der Uferschutz-Initiative, die sich gegen den Bau von Hochhäusern an Fluss- und Seeufern in der Stadt Zürich richtet. Da sich auch andere ehemalige Fussballstadion-Gegner im Komitee befinden, wurde im Juni 2023 öffentlich Kritik laut, dass die Initiative ein weiterer Angriff auf das neue Stadion-Projekt auf dem Hardturm-Areal ist.
Im August 2026 sorgte Gabi Petri sowie Daniel Heierli von der Grünen Partei für Aufsehen, als sie sich für ein von SVP-Politikern gefordertes Kopftuchverbot für Schülerinnen und Lehrerinnen an Schulen aussprach. Der Vorstoss wurde äusserst knapp mit 87:82 Stimmen angenommen. Die Jungpartei der Grünen Zürich forderte daraufhin den Rücktritt von Petri und Heierli.Junge Grüne fordern Rücktritte wegen Kopftuch-Entscheid. In: Swissinfo, 2. September 2026.
Weblinks
Gabi Petri auf der Website des Zürcher Kantonsrats
Einzelnachweise
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